geboren 1972, seit 1995 Mitarbeiter des Bayerischen Rundfunks, von 2007 bis 2013 ARD Hörfunkkorrespondent für Ostasien mit Sitz in Tokio, seit August 2014 langsamer Rückzug in den Bayerischen Wald
Unser Riesen-Baby – dabei ist Jackson wohl schon zehn Monate alt – ist im Haus zurückhaltend und tapsig gepaart mit vorsichtiger Neugier. Draußen hat sich die Neugier bereits gegenüber Zurückhaltung und Ängstlichkeit durchgesetzt. Bei unserem dritten, längeren Spaziergang auf dem gleichen Weg drehte sich der Schwanz noch oben und unser Riesen-Baby rannte mit seinen großen, schweren Pranken aber viel Energie zum ersten Mal über den Waldboden. Am Ende der Auszieh-Leine brachte er mich dann mit Leichtigkeit ins Wanken. Es ist also Erziehung angesagt, um dem Kraftpaket auch die Grenzen aufzuzeigen.
Jackson auf seinem Schlafplatz
Just in dem Moment da ich das schreibe, knabbert Jackson an der Tatami-Matte, auf der er liegt. Immerhin zeigt ein deutliches Nein sofort Reaktion. Den Kauknochen, den ich ihm als Alternative hingelegt habe, ignoriert er. So etwas kennt er genauso wenig wie Spielzeug. Aber das kann ja alles noch werden.
Jackson vor dem Haus – draußen ist er lieber als drinnen
Eindruck macht der Hund auf jeden Fall – und ich glaube auch auf den Fuchs. Unsere Schafe hingegen fanden Jackson interessant (dabei ist die Ähnlichkeit zu seinem Urahn durchaus deutlich zu erkennen). Er hingegen hatte erst Scheu, dann großes Interesse, ob im Sinne von Spielkameraden oder Futter. Ich weiß noch nicht, wie ich das deuten soll. Wir werden ihm auf jeden Fall beibringen, dass die Schafe ebenso zur Familie gehören wie die Hühner, die Katze oder Hanabi.
Hanabi und Jackson an der Quelle
Jackson Suchbild
Noch etwas zögerlich
Unsere alte Hunde-Dame schlägt sich angesichts der Veränderung tapfer. Das Erdgeschoss müssen sich die beiden Hunde teilen. Das Obergeschoss mit unserem Schlafzimmer und vor allem dem Bett bleiben Hanabis Refugium. Da Jackson sich im Haus noch sehr zurückhaltend verhält, kann Hanabi ihn gut auf Abstand halten. Jeder hat seinen Liegeplatz, auch wenn Jackson mit seinem Liegeplatz allein schon einen guten Teil des Zimmers einnimmt.
Jackson und Hanabis KorbBrennholz zum Lagern
Ich denke, vieles wird relativ schnell Routine werden. Die Anspannung ist bereits am Abklingen und die Freude über unser neues Familienmitglied wächst. Jackson scheint einfach wie für dieses Häuschen in der Bergerau gemacht zu sein. Und mit der Routine bleibt dann auch wieder Zeit für andere Dinge. Wir haben uns allerdings fest vorgenommen, jetzt keine neue Herausforderung mehr anzunehmen, sondern die bestehenden Aufgaben abzuarbeiten.
Der Rest-Stapel, den wir schon zu uns geholt haben
Das Gipfelholz ist zwar zum Trocknen bereits in etwas handlichere Blöcke zerlegt, aber noch liegen genügend Baumstämme auf der anderen Seite, die in kleine Stücke gesägt und aufgestapelt werden müssen. Zum Glück regnet es heute auch hier bei „nur“ 17 Grad. Durchatmen, Abkühlen – denn der Sommer ist noch nicht vorüber.
Es war einer dieser netten Zufälle, die mir meinen Wunsch vom eigenen Brennholz-Herstellen ermöglichten. Just an dem Tag, als wir das Heu von der Wiese auf der anderen Straßenseite einholen wollten, begannen die Forstarbeiter des Nationalparks damit, in der Bergerau in unmittelbarer Nähe zu unserem Häuschen Bäume zu fällen, um den Borkenkäfer zu bekämpfen. Unsere Sorge um das bereits zu Reihen aufgehäufelte Heu wurde lächelnd zurückgewiesen.
Holz-Stämme und Gipfelholz
Ausgesprochen geschickt balancierte das schwere Gerät die langen Baumstämme an ihre Plätze, ohne unser Heu in Mitleidenschaft zu ziehen. Unsere Sorge waren also unbegründet. An der rechten Seite türmte sich am Ende ein Haufen mit Ästen und kurzen Stämmen bzw. dem oberen Teil der abgesägten Bäume auf: das sogenannte Gipfelholz. Auf meine Nachfrage, ob und wer das denn nutzen dürfe, erhielt ich zunächst eine ausweichende Antwort, ehe wir am nächsten Tag offiziell die Erlaubnis bekamen, das Gipfelholz einzufahren und zu Brennholz zu verarbeiten. Endlich. Denn ich wollte schon lange unser eigenes Feuerholz für unser Häuschen anfertigen (nicht wissend, welche Arbeit damit verbunden ist;-).
Wie klein unser Gefährt wirkt
um all das Gipfelholz zu transportieren
Holz-Ernte
Silke in voller Montur
Trotz der Hitze haben wir heute damit angefangen und sind bei unseren Aktivitäten auf dem Land wieder einmal Sisyphos begegnet. Denn das Ent-Asten, das Klein-Schneiden der Stämme, das Be- und Entladen ist angesichts der Menge an Holz eine ziemlich langwierige und äußerst Kraft-raubende Angelegenheit. Immerhin haben wir eine gute Ausrüstung, die ganz unserem Häuschen ohne Stromanschluss aber mit Solaranlage aus Akku-Motorsägen besteht.
Eine gute Ausstattung ist zwar nicht alles, hilft aber sehr
Trotz Schweißausbrüchen und verkrampften Muskeln hat uns diese Holz-Angelegenheit großen Spaß gemacht. Es bleibt dabei: wir wollen einfach gerne Dinge zusammen machen – ob mit den Händen oder dem Kopf, Hauptsache Silke und ich gehen die Aufgabe gemeinsam an.
Kleiner Mensch vor großer Aufgabe
Stück für Stück
Auf geht’s
Jeder Ast muss dran glauben
Silke in voller Montur
Pause muss sein
Allerdings ist das Sägen und das Transportieren nur der eine Teil der Arbeit. Ich hatte noch drei, vier kleine Stämme vom letzten Herbst in der Garage und konnte gestern testen, ob ich dieses Holz wohl zu Kamin- und Küchenofen-gerechten Holzscheiten verarbeiten kann. Die Säge hat ihren Teil getan, aber das Spalten mit der Axt allein war nicht in allen Fällen erfolgreich. Die Baumstämme waren einfach zu dick und längst noch nicht trocken genug. Mir steht also noch richtig Arbeit ins Haus. Zum Glück soll Holz und damit auch unser Gipfelholz mindestens ein Jahr ruhen, ehe es weiterverarbeitet werden kann. Wir haben also noch Zeit, um uns über einen Spalter Gedanken zu machen, den man an die Zapfwelle unseres Traktors anschließen kann.
Eine Fuhre Holz
wo sonst die Schafe oder Sperrmüll seinen Platz hat
Traktor mit Anhänger nicht ganz stilecht
Während also der eine Stapel am Waldrand ein bisschen kleiner wurde – zumindest bilden wir uns das ein – wächst auf dem Platz vor unserem Kreiselmäher und dem Ladewagen der Haufen Äste, der noch weiter verarbeitet werden will sowie die Holzstümpfe, die zum Ruhen aufgeschichtet werden müssen.
Das schon portionierte Holz auf den einen…
die Äste auf den anderen Haufen
Kein ganz leichtes Unterfangen
und ziemlich anstrengend
Viel Zeit bleibt uns nicht, den Stapel am Waldrand abzuarbeiten und auf die andere Seite der Straße zu transportieren. Denn am Mittwoch steht wohl schon die nächste Herausforderung vor Tür. Irgendwie hatten wir angesichts der Übergriffe des Fuchses das Gefühl, es muss ein ordentlicher Hund ins Haus. Der Mischlingsrüde aus dem Tierheim würde gut zu unserem Häuschen passen – finden wir. Zudem hat er ein extrem friedfertiges Gemüt und müsste es deshalb mit unserer dominanten, alten alpha-Hündin einigermaßen gut aushalten. Wir werden sehen.
Es ist dieses Gefühl der Hilflosigkeit, dass uns an ein Gewehr und Silkes Jäger-Ausbildung denken lässt. Zwei Wochen war Ruhe, nachdem wir die Hühner zuerst in ihrem Stall und dann nur unter Aufsicht hinaus gelassen haben. Zudem gingen die verbliebenen drei Hennen und die Teenager – es sind wohl zwei Hähne und drei Hennen – ohnehin nicht weit vom Haus weg. Im Laufe der Tage vereinfachten wir unsere Aufsichtspflicht dahingehend, dass wir die Tür zur Terrasse offen stehen ließen und bei jedem ungewöhnlichen Geräusch nach draußen rannten.
Die Wiese auf der anderen Straßenseite
Am Montag mähte ich die noch ausstehende Wiese auf der anderen Seite der Straße, die nur von unserem Haus aus so klein aussieht;-) Am Nachmittag brach unerwartet ein heftiger Platzregen über die Bergerau herein, der das gemähte Gras komplett durchtränkte. Über mehrere Wochen hatten die angekündigten Gewitter bei uns nicht stattgefunden, an diesem Tag war die Regenwahrscheinlichkeit in der Früh mit 30 Prozent angegeben worden und doch hatte es am Nachmittag angefangen zu schütten. Lokale Schauer sind immer möglich und nur schwer vorherzusagen. Also bleibt trotz all der wissenschaftlichen Bemühungen die letzte Entscheidung doch eine aus dem Bauch heraus. Immerhin wissen wir jetzt, dass auch nasses Gras mit ausreichend Sonne zu Heu werden kann.
Der Anfang der Wiese auf der anderen Seite mit den bereits gefällten Baumstämmen
Nach dem Schauer am Montag trauten sich die Hühner etwas weiter hinaus, um die durch den Regen hervorgelockten Würmer aufzupicken. Ich sah die Hühnerschar am Kartoffelacker, als ich nur kurz ins Obergeschoss ging, um von dort Hemden zum Bügeln nach unten zu holen. Da drangen durch das geöffnete Fenster aufgeschreckte Hühnerlaute zu mir durch, die sich nicht nach Fehlalarm anhörten. Ich lies die Bügel fallen, hetzte die Stufen hinunter und barfuß hinaus in den Garten, um: nichts zu sehen. Die Hennen und Teenager waren auf dem Weg zurück unter die Terrasse aber ohne besondere Eile – wie ich fand. Angesichts der übersichtlichen Zahl war aber sofort klar: eine fehlt. Das gesperberte Huhn war weder beim Eier legen, noch hatte es sich im Heu versteckt. Einige, wenige zurückgebliebene Federn auf dem Kartoffelacker reichten als Indiz. Der Fuchs war wieder zu Besuch und hatte den kurzen Moment der Unaufmerksamkeit genutzt, um sich erneut mit Frischfleisch zu versorgen. Ein bisschen vorsichtiger ist er wohl geworden. Denn er hat mit der Henne im Maul sofort das Weite gesucht. Weitere Federn waren auf den umliegenden Feldern nicht zu finden.
Wenigstens eine kleine Fuchs-Barriere
Gerda und ihre Küken
…eine kleine Fuchs-Barriere, wenn man genau hinsieht
Erst der Regen auf dem Gras, dann der erneute Raub einer Eier-Lieferantin und Hof-Genossin waren ein bisschen viel. Da kocht die Wut in einem, die sich gerne entladen möchte, aber in keiner Richtung ein Ziel findet. Wenn wir jetzt nicht beim Supermarkt einkaufen könnten und auf die Hennen samt ihrer Eier sowie das Heu für die Schafe als Fleisch- und Wolllieferant angewiesen wären, dann hätte sich die Wut in irgendeiner Form ihren Weg bahnen müssen. Insofern kann ich mittlerweile besser verstehen, wenn die Menschen in früheren Zeiten mit rabiaten Mitteln gegen Fuchs und Wühlmaus zur Wehr setzten oder den höheren Mächten Opfer darbrachten, um sie gnädig zu stimmen.
Unser Zorn ist hingegen verraucht und wir erfreuen uns an den vier Küken, die Gerda ausgebrütet hat (ein Küken hat es nicht geschafft, sich durch die Eierschale zu picken). Das einstige Streichelhuhn Gerda ist als Glucke genauso menschen-scheu und vorsichtig wie unsere Alt-Glucke Krawall-Susi. Möge der Nachwuchs uns und nicht den Fuchs erfreuen.
Hanabi auf einem ihrer Lieblingsplätze
Ich hatte kurz vor dem „Mundraub“ auf der Homepage des Tierheims Regen einen Hund entdeckt, den wir uns am Dienstag angeschaut haben und heute einmal probeweise mit Hanabi zusammenbringen wollen. Vielleicht schüchtert die Präsenz eines solchen Tieres den Räuber ein wenig ein. Hanabi ist angesichts ihres Alters dafür nicht mehr wirklich zu gebrauchen und hat sich mit 16 Jahren ihre Ruhe auch redlich verdient.
Hanabi bei ihrer Lieblingsbeschäftigung: schlafen – wenn man nicht ständig gestört würde
Das Heu haben wir übrigens gestern Nachmittag erfolgreich eingefahren. Wenden und Reihen-Aufhäufeln brachten dank der intensiven Sonne den gewünschten Erfolg. Für die sechs den Winter über zu versorgenden Schafe (plus mögliche Lämmer) dürfte die Menge an Heu insgesamt reichen. Von Sommeridylle hier in der Bergerau ist aber derzeit nur bedingt etwas zu merken. Denn der Nationalpark ist mal wieder fleißig dabei in der „500 Meter Management-Zone“ am Rand des unberührten Waldes, Holz zu schlagen. Auf diese Weise soll zumindest dort dem Buchdrucker die Nahrung entzogen und der Frieden mit den angrenzenden, privaten Waldbesitzern gewahrt werden. Da wir kaum Wald auf unserem Grundstück haben, betrifft uns das Problem des Borkenkäfers zum Glück nicht. Und netterweise dürfen wir das sogenannte Gipfelholz der Waldarbeiter des Nationalparks für uns zu Feuerholz verarbeiten. Dann also auf zum nächsten Arbeitsschritt.
Zwei Tage ohne Gewitter und mit viel Sonne waren vorhergesagt. Also haben wir die Wiesen hinter dem Haus gemäht und das Heu zum Trocknen ausgebreitet. Der schmale Streifen Gras zwischen Wald und Buschlandschaft gehört zwar dem Nationalpark, wir können die Fläche jedoch bewirtschaften, um unsere Schafe über den Winter zu bringen.
Die Wiese vor unserem Haus war als erste dran, aber wir waren mal wieder zu ungeduldig
Es war bisher ein sehr trockener Sommer bei uns in der Bergerau. Lange Regenphasen sind ausgeblieben, aber die durchgehenden Sonnentage fielen leider immer genau in die Zeit, in der ich arbeiten musste. Am 16. Juni hatten wir das erste Mal die Chance genutzt und die Ahorn-Baum Wiese vor unserem Haus gemäht. Silke kurvte begeistert mit dem Traktor um den seit seiner Pflanzung vor vier Jahren kaum gewachsenen Baum herum.
Kreiselmäher und Ladewagen
Dann stand Handarbeit auf dem Plan. Denn trotz eines kleinen Kreiselmähers für unseren Traktor und einem kleinen Ladewagen Baujahr 1972 müssen wir das Wenden und Reihen-Bilden mit dem gemähten Gras noch mit der Hand und einem Holzrechen verrichten. Das ist zwar eine recht meditative Tätigkeit, wie man auf dem obigen Video erfahren kann, aber durchaus anstregend.
Reihe für Reihe
rund um unser selbstgepflanztes Hindernis
und nach getaner Arbeit zurück in die Garage
Mitte Juni haben wir noch versucht, die Wiesen an einem Tag zu „ernten“. Wir haben also am Abend das Heu eingefahren und auf unsere Lagerplätze verteilt. Doch beim Einbringen war klar, dass es besser gewesen wäre, dem Grün noch einen weiteren Tag in der Sonne zu gewähren, damit es so richtig schön knistert und raschelt, und die Gefahr des Schimmels auf Grund Rest-Feuchte wirklich gebannt ist.
Mit der Seilwinde hinauf
Allerdings war am nächsten Tag Gewitter angesagt, so dass wir mit einem mulmigen Gefühl spät am Abend mit viel Kraftanstrengung 60 Säcke per Seilwinde auf den Stauraum oberhalb des Schafstalls gebracht haben. Und in der Tag war das Heu stellenweise noch zu nass. Dank einer mehrmaligen Wühl- und Krabbelaktion auf dem Bretterboden zwischen Schafstall und Dach konnte es aber ausreichend nachtrocknen, so dass unsere Schafe die Halme nicht verschmähen dürften. Für die nächsten Wiesen – das war uns jetzt aber klar – brauchte es mindestens zwei Tage stabiles, schönes Wetter, damit wir mit unseren technischen wie konditionellen Möglichkeiten die Ernte sicher einfahren können. Die Wiese am Waldrand war letztes Wochenende fällig, die Wiesenflächen vor unserer Bank vor drei Wochen, ohne dass wir dies dokumentiert hätten. Es waren Hauruck-Aktionen zwischen Silkes Schulbesuchen bzw. Arbeit im Pflegeheim und meiner Pendelei zwischen München und der Bergerau, zwischen BR-Arbeit vor Ort und am Computer zu Hause, auch wenn ich formal Urlaub hatte.
Schafs- oder besser Heustadl
Bis zum Rand gefüllt mit Heu
Ein kleiner Fleck bleibt noch für den Schafscherer
Seit dem 24. Juli habe ich durchgehend bis zum 31. Juli bezahlten und dann für drei Jahre unbezahlten Urlaub. Das macht zumindest diese Heu-Aktionen leichter. Denn jetzt kann ich mich ganz nach dem Wetter richten.
Eine schier endlos wirkende Wiese
Sisyphos lässt grüßen
…
aber wir können im Gegensatz zum griechischen „Vorbild“
Pause machen angesichts
der schweißtreibenden Arbeit
Gestern hat es tatsächlich nicht geregnet. Am Abend haben wir das Heu in Reihen aufgetürmt, um dem Tau (es kühlte in der Nacht wieder auf 10 Grad ab) weniger Fläche zu bieten. Heute ist am frühen Nachmittag die Gewitter-Wahrscheinlichkeit aber leider auf 50 Prozent gestiegen. Möge die Sonne davor und danach ausreichen, um die Halme komplett zu trocknen. Wir sind optimistisch.
Das gibt Schielen
Aber im Gegensatz zu Sisyphos
sind wir irgendwann tatsächlich fertig
Weniger optimistisch ist meine Einstellung bezüglich der Gemüseernte dieses Jahr. Die Wühlmaus hat ganz Arbeit geleistet und eine Stangenbohne nach der anderen gekillt. Haru, die eigentlich zur Aufgabe hat, die Wühlmäuse zu killen, beschäftigt sich lieber mit Vögeln oder Fledermäusen. Da sie eine weitere Katze aber nicht duldet, können wir nur hoffen, dass sie ihre Essgewohnheiten auch wieder ändern wird. Noch hat unsere Batsy überlebt, die ihr Nachtquartier regelmäßig in einer Ritze zwischen Holzverkleidung und Schindeln bezieht.
Da waren es nur noch drei Legehennen
Apropos zusätzliches Tier: wir waren fast soweit einen weiteren Hund aus dem Tierheim zu uns zu holen. Denn der Fuchs hat unsere Hühnerschar arg dezimiert. Drei legefähigen Hennen sind noch übrig. Krawall-Susi mussten wir buchstäblich aus den Fängen des Fuchses befreien. Sie hat sich gut erholt, aber die kleine Schar ist extrem schreckhaft. Die einzigen verlässlichen Alternativen wären, die Hühner nicht mehr frei herumlaufen zu lassen oder einen echten Haus- und Hofhund anzuschaffen. Hanabi ist mit ihren 16 Jahren für diesen Job zu alt und wäre als Jagdhund kaum am Haus geblieben. Im Tierheim gab es einen neunjährigen Collie, der durchaus gepasst hätte, aber die anderen Interessenten waren schneller. Ich lasse die Hühner zwar mittlerweile wieder frei laufen, aber sie bleiben dicht beim Haus oder noch besser in der Nähe eines Menschen. So dumm ist das liebe Federvieh offensichtlich doch nicht. Und unter den Teenagern sind wohl doch zwei Hähne, die kaum den Fuchs in die Flucht schlagen werden, aber der Gruppe wieder Selbstvertrauen geben dürften.
Drei Hennen und fünf Teenager
Links im Stall brütet zudem Gerda zum ersten Mal
Bald dürften also wieder mehr Hühner ums Haus herum laufen
Kartoffelacker bereit zum Ernten
Zurück zu unseren Ernte. Die Kartoffel-Pflanzen sind schon am Vergilben. Die Wühlmaus hat auch hier ihr Werk verrichte und einen Stengel nach dem anderen sauber durchtrennt. Vor zwei Wochen haben wir die ersten Knollen aus dem Boden geholt und können seitdem wieder unsere eigenen Kartoffeln verspeisen, aber der Ertrag dürfte deutlich geringer ausfallen als letztes Jahr. Die Kohlanpflanzungen waren ein Totalausfall. Lediglich ein großer Chinakohl hat die Angriffe der Sandflöhe, Kohlweißlingsraupen und sonstiger gefrässiger Zeitgenossen überlebt. Die Karotten blieben nur im Verbund mit den Zwiebeln von der Möhrenfliege verschont und dem Salat war es zu heiß. Wenn ich jetzt mehr Zeit habe, komme ich auch häufiger zum Gießen. Das ist angesichts der steigenden Temperaturen und des sich ändernden Klimas wohl nicht verkehrt. Dafür wachsen die Zucchinis und Kürbisse auf dem Schafsmist bisher ausgezeichnet und auch die Johannisbeer-Sträucher trugen reichlich Früchte.
Zucchini und Kürbisse auf dem Mist
wachsen schnell und reichlich
Das gilt auch für die Kombination aus Möhre und Zwiebel im Ring
aber nicht unbedingt für die Pflanzen in unserem Vorgarten direkt in der Sonne
Tomaten hingegen lieben Sonne und Wärme
Die schon abgeernteten Johannisbeersträucher und unsere Schafe
In diesem Jahr haben wir auch zum erste Mal an unseren Haselnuss-Sträuchern Früchte. Und wir dachten schon, wir sollten zumindest die rotblättrige, vermeintliche Zierpflanze am besten entsorgen. Geduld ist auch nach vier Jahren Landleben immer noch nicht unsere Stärke.
Es ist ein Kommen und Gehen bei uns in der Bergerau. Für einen Teil sind wir selbst verantwortlich, den anderen Teil fordert die Natur für sich in diesem Fall der Fuchs.
Da waren es noch sechs, bis der Fuchs sich eine Henne holte
Doch die anderen lassen sich davon nicht beindruckend…
…und laufen weit verstreut über die frisch gemähte Wiese
Von unseren zwei gesperberten Hennen hat sich der Fuchs eine geholt und an ein paar Stellen Richtung Waldrand Federbüschel zurückgelassen. Auf diese Weise konnten wir überhaupt rekonstruieren, was wohl geschehen ist. Die anderen Hennen haben sich davon nicht beeindrucken lassen und sind weiter auf der mittlerweile abgeernteten Weide unterwegs ziemlich dicht am Waldrand bzw. dem hohen Gilbweiderich und damit in ständiger Gefahr. Gut, wem das nicht bewusst ist – und wir können angesichts unseres alten Hundes ohnehin nichts ändern.
Es wird wohl nicht die letzte Henne gewesen sein, die wir an unsere tierischen Nachbarn im Nationalpark abtreten müssen. Der Habicht, der Marder, der Fuchs – zum Glück haben Luchs und Wolf unseren Schafen noch keinen Besuch abgestattet. Dafür aber unser Landmetzger am vergangenen Sonntag, so dass sich der Bestand von dreizehn auf acht reduziert hat. Den „Übriggebliebenen“ ist zum Glück nichts anzumerken. Hauptsache es gibt frisches Gras und die Fliegen, Mücken, Bremsen geben kurzzeitig Ruhe.
Nach dem Regen und mit etwas Kühle ist alles gut
Da waren es noch 13…
die sich ihr schattiges Plätzchen selbst in die Büsche hinein gefressen haben
Es hat nach langer Zeit wieder einmal geregnet. Die Schafe freute es ebenso wie die Kartoffel-Pflanzen, die ziemlich unter der Hitze und Trockenheit gelitten haben. Die Kartoffelkäfer und ihre Nachkommen haben wir hingegen immer brav abgesammelt. Unsere Erbsen werden jedoch vom kühlen Nass nicht mehr wiederbelebt werden können. Da muss ich im nächsten Jahr etwas sorgsamer mit den zarten Geschöpfen umgehen. Aber dann habe ich ja auch mehr Zeit.
Während die Hühnerschar auf fünf geschrumpft ist, ist unsere Glucke ihrer fünf Teenager schon fast überdrüssig. Als letzte Lektion stand das Schlafen auf der Stange auf dem Lehrplan.
Bitte alle mir nach die Stange entlang
aber nicht weiter
denn da sitzt jemand, der nicht dazugehört
Die Zeiten, in denen wir Haru am besten im Arm haben mussten (wer sich Silke genau anschaut, entdeckt unsere Katze), damit die Katze sich nicht an den Küken vergreift, ist zum Glück vorbei. Die Küken sind jetzt schon Teenager.
Silke am Bildrand mit Haru
Genug Katze gestreichelt
Wachsame Krawall-Susi
Und noch immer ist nicht wirklich auszumachen, wie viele Hennen und wie viele Hähne sich unter dem Nachwuchs verbirgt. Unser Tipp: eins zu vier. Im Idealfall vier Hennen und einen Hahn. Der dürfte dann die Nachfolge von Arnie und Louie antreten. Und Gerda, eines der Küken aus dem letzten Jahr hat sich seit gestern zum ersten Mal entschieden, die Nachfolge als Glucke anzutreten. Platt wie eine Flunder liegt sie in der Box, während sich die Teenager an der nassen Wiese erfreuen.
Von unserem Landmetzger des Vertrauens haben wir heute drei unserer Lämmer als schöne Bratenstücke, Keulen, Schlegel, Koteletts, Herz und Leber zurückbekommen. Aus dem vierten Lamm werden zahlreiche Lammwürstchen entstehen und aus dem zweijährigen Schaf, das leider auch unsere Herde verlassen musste, werden zahlreiche Portionen Gehacktes werden. Es ist zwar durchaus ein wenig traurig, aber wenn Fleisch, dann nach Möglichkeit aus dem eigenen Betrieb.
Fleischbeschau in unserem japanischen Zimmer
Eine Wanne mit Braten, Innereien und Keulen
Eine Wanne mit Grill-Gut
Das gilt auch für Gemüse und Beeren. Die Erdbeeren sind aus dem Garten direkt in den Mund gewandert. Dieses Jahr waren es reichlich Wilderdbeeren und große gezüchtete Exemplare. Der Stachelbeerstrauch trug ebenfalls viele Früchte, so dass Silke letztes Wochenende Stachelbeer-Bananen-Konfitüre eingekocht hat, während ich das Heu mit dem Holzrechen zum Trocknen wendete. Aus den dichten Johannisbeerstauden wurde Gelee.
Die verschiedenen Kohlsorten wollen hingegen einfach nicht. Und auch die Erbsen und Bohnen können wir an diesem Standort nicht einfach sich selbst überlassen. Da bedarf es im nächsten Frühjahr etwas mehr Planung und Pflege. Jedes Jahr aufs Neue aber durchaus mit einem Mehr an Erfahrungen.
…unter den strengen Augen der Glucke geht es aus über die Schwelle aus dem Stall hinaus in die Sonne. Fünf unterschiedliche Küken sind vor gut drei Wochen geschlüpft und alle wirken mittlerweile ziemlich munter. Ohne ihre Glucke gehen sie aber keinen Schritt, und die ist zurecht wachsam. Denn der Falke, der Habicht, Haru (unsere Katze) und auch die anderen Hennen haben es durchaus auf den Nachwuchs abgesehen. Diesen Augen entgeht zum Glück nichts.
Da hat der Turmfalke keine Chance, der sich unseren Bergahorn als Aussichtspunkt erkoren hat. Während rund herum alles grünt und blüht, scheint dem Bergahorn sein Platz nicht sonderlich zuzusagen. Die Spitze ist während der langen Trockenperiode im Frühling verdurstet, und auch sonst wollen die Äste und Blätter einfach nicht wachsen. Dafür sind die Küken für ihr Alter von drei Wochen schon ordentlich groß. Das und ihr Verhalten lässt vermuten, dass zumindest zwei Hähne bei unserem fünf-köpfigen Nachwuchs dabei sein dürften.
Nach dem Schlüpfen war es unter den Federn der Glucke sicher und warm. Wenn man zu Besuch in den Stall kam, um das Futter nachzufüllen, ploppte irgendwo aus dem schwarzen Gefieder erst ein dann zwei oder mehrere Köpfe auf, so dass wir zu Beginn gar nicht so genau wussten, wie viele Küken denn nun wirklich geschlüpft sind. Mittlerweile ist es klar: ein helles, ein graues und drei schwarz-gemusterte.
Mit zunehmenden Alter traut man sich auch ein wenig weiter weg, um bei drohender Gefahr oder dem aufmunternden Ruf der Glucke den Turbo einzuschalten und in „Kükenzahn“ herbeizueilen.
Nach den Wochen auf dem Nest und ohne die Abwechslung draußen musste die Glucke zuerst einmal ein ausführliches Sandbad nehmen. Das ist zwar für das flauschige Gefieder der Kleinen noch nicht nötig, aber Lernen durch Nachahmen ist die Devise, bis irgendwann die Glucke beschließt, wieder ihrer eigenen Wege zu gehen.
Wegen Haru, die mittlerweile schon einen kleinen Vogelschwarm auf dem Gewissen hat und Teile von ihnen zur Begutachtung in der Scheune zurückgelassen hat, lassen wir die Glucke mit ihren Küken nur unter Aufsicht aus ihrem Stall. Auf diese Weise können wir auch die Leit-Henne in Schach halten, die sich mit Krawall-Susi (unserer Glucke) bereits ein Fernduell geliefert hat – getrennt nur durch den Maschendraht an unserer Tür. Irgendwann müssen es die Damen aber ausfechten, damit die Rangordnung geklärt ist und wieder Ruhe einkehren kann.
Ruhe kehrt bei den Schafen nur dann ein, wenn wir ihnen ein frisches Stück Grün abgesteckt haben. Dann sind sie beschäftigt und können kurzzeitig das Gesumme um sie herum vergessen. Dieses Jahr gibt es deutlich mehr Fliegen als in den Jahren zuvor. Auch die Ross- oder Rinderbremsen haben merklich zugenommen und nehmen in Ermangelung anderer Wirbeltiere gerne mit den Schafen vorlieb. Wenigstens schützt die Wolle den größten Teil des Körpers. In einem Monat werden wir wohl mit unserem Schlachter einen Termin ausmachen müssen, so leid es uns auch immer tut.
Es donnert und blitzt mal wieder, aber Regen will nicht fallen. Da vor drei Wochen der Blitz in unsere Telefonleitung eingeschlagen und sowohl die Buchse als auch den Router beschädigt hat, wird jetzt immer brav der Stecker gezogen – sofern wir zugegen sind. Zwei Wochen waren wir mal wieder ohne Telefon und Internet, ehe der Techniker einen Termin frei hatte. Auf diese Weise kamen immerhin unsere noch immer reichlich vorhandenen, analogen Bücher zum Einsatz. Jetzt kann wieder gesurft werden bis zum nächsten Malheur, das ich dann hoffentlich selbst beheben kann.
Die letzten Tage hat die Sonne und das warme Wetter den Schnee dahin schmelzen lassen. An der Nordseite unseres Hauses ist nur mehr ein kleiner, (gar nicht) trauriger Rest übrig. Ich bin heute zum ersten Mal wieder zur Waldhausreibe unterhalb des Lusen gejoggt. An geschützten Stellen hatten sich die Buchenknospen schon ein klein wenig geöffnet und ließen ein zartes Grün erahnen. Allerdings musste ich auf dem letzten Kilometer noch einige Schneefelder in Kauf nehmen und teilte mir von dort nach Waldhäuser die Schnee-bedeckte Straße mit einer großen Zahl Ausflügler vor allem aus der Region. Jeder von uns dachte sich wohl, dass er den frühlingshaften Lusen nach dem Osterrummel wieder für sich haben könnte. Zurück in der Bergerau ging es an den zweiten Teil der letzten verbliebenen Aufgabe, die zahlreich an unserer Aufgaben-Tafel prankten; das zweite Tor basteln für unseren Garten vor dem Haus.
Gerade Holzlatten mit Draht
im Gegensatz zu unserem Zaun
Die Tore lassen sich überraschend problemlos öffnen und schließen
Der Gegensatz zu unserem schiefen Zaun könnte nicht größer sein. Aber die Hühner müssen jetzt endlich draußen bleiben, und wir können nächstes Wochenende auch hier Kartoffeln einpflanzen. Das Beet, das wir in den letzten drei Jahren der Feuchtwiese abgetrotzt haben, ist schon mit Saatkartoffeln gefüllt. Zugegeben: es ist noch etwas früh, aber das Wetter mit den milden Temperaturen tagsüber (nachts hatte es durchaus noch knapp unter Null) waren einfach zu verführerisch. Der Salat, die Radieschen und die Karotten wachsen im Gewächshaus fleißig und die erste Sauerampfersuppe gab es am Samstag.
Nach getaner Arbeit – im Hintergrund der Kartoffelacker und das neue Stück Wiese für die Schafe
Auch die Schafe dürfen bereits auf die Weide, obwohl sie sich von der Höhe des Grases noch wenig begeistert zeigen. Nur Heu reicht ihnen allerdings auch schon nicht mehr. Und so ist bei jeder Gelegenheit das Bäh zu hören, sobald sie unserer ansichtig werden.
Bereits am letzten Wochenende haben wir erfolgreich die Quelle wieder belebt. Im Herbst war der stete Strom versiegt. Nachdem wir den schweren Betondeckel zur Seite geschoben hatten, war klar, dass wir unten am Schacht-Ende wohl einmal das Gestrüpp beseitigen müssen. Dazu hatte ich im Herbst aber keine Lust mehr und der frühe Schnee bot eine gute Entschuldigung. Dafür musste ich jetzt im Frühjahr trotz der trockenen Tage zuerst mühsam das Wasser abschöpfen, um dann mit der Leiter nach unten zu klettern. Der Schlauch, der kurz vor dem Boden des Betonschachtes aus der Wand kommt und gut fünfzig Meter zu unserem Beton-Becken vor dem Haus führt, war von einem dicken Wurzelwerk verstopft. Einmal den Pfropfen entfernt, fließt das Wasser wieder.
Während wir unser Haus und den Garten auf Vorderman bringen, ist auch der Schwarzspecht nicht faul. Zielsicher hat er sich einen bereits recht schütteren Baum herausgesucht, der neben den im Holz enthaltenen Käfer-Leckereien wohl sein neues Zuhause werden soll. Anders kann ich mir diese Bauwütigkeit nicht erklären. Und das ist nicht das einzige Loch in einem Baum. Bei unseren Spaziergängen mit Hanabi können wir immer wieder in das Innere einer beeindruckend hohen Fichte schauen. Der kleine Kollege Buntspecht dagegen sitzt lieber jeden Tag faul in unserem alten Holunderstrauch und nimmt sich die Meisenknödel vor.
Was vom Baume übrig blieb
Wo gehobelt wird, da fallen Späne
Aller guten Dinge sind drei
…und jetzt fällt mir kein dummer Spruch mehr ein
Bizarre Innenansicht eines Baumes
Heute Abend, wenn ich meine Sachen gepackt habe für den dreitägigen Aufenthalt als Gast in München, wird die Aufgaben-Tafel abgewischt. Die neuen Puzzle-Dinge in und ums Häuschen allerdings sind schon besprochen und werden dort als Erinnerung angeschrieben, um sie dann Stück für Stück abzuarbeiten. Ganz nach dem Motto: es gibt viel zu tun …
Haru in der Frühlingssonne auf ihrem Lieblingskratzbaum
Jetzt ist auch bei uns der Schnee auf dem Rückzug. Die Wiesen rund ums Haus sind endlich schneefrei (fast – da auf der Nordseite angesichts der Dachlawinen ein hartnäckiger Schneeberg den warmen Temperaturen trotzt und auch vor den Solarpanelen dank der Strom-Notwendigkeit noch ein kleiner Rest übrig geblieben ist). Was die Frühlingsblumen angeht, so ist die Auswahl noch ziemlich bescheiden, und die kleinen Ansammlungen in der derzeit trockenen Erde machen wenig her. Aber mangels Alternativen werden die Krokusse von Wildbienen und Hummeln häufig frequentiert. Allerdings fällt es den großen Hummeln nicht ganz so leicht mit ihren Flügeln und dem pelzigen, dicken Körper durch den Maschendraht hindurch zu fliegen.
Als Schutz vor unserer Hühnerbande gedacht erfüllt der Zaun nur zum Teil seinen Zweck. Denn die Rasselbande mit den Riesen-Füßen läuft auch auf dem Draht entlang, um im Boden nach dem ein oder anderen Grün zu picken. Immerhin können sie so nicht scharren.
Das haben sie dafür im Gemüsegarten ausführlich getan – in diesem Fall sehr zu unserer Freude. Denn dort dürfte kein Schneckenei unentdeckt geblieben, der Boden gut gedüngt und die Erde gelockert sein. Jetzt wird es Zeit, die auf acht Hennen und einen Hahn geschrumpfte Schar auszusperren und sich ans Einpflanzen zu machen. Vielleicht gleich an diesem Wochenende. Denn das Wetter verspricht durchaus eine sommerliche Anmutung, auch wenn es heute Nacht noch einmal minus ein Grad kalt war.
im Gewächshaus kommt das erste Grün
wer genau hinsieht, kann die Karottensämlinge entdecken
Silke genießt die Frühlingssonne mit Hund und Hühnern im Hintergrund, die das Kartoffelfeld bearbeiten
Im Gewächshaus kommen tatsächlich die ersten Pflanzen. Karotten, Salat und Kohl ist angedacht. Mal sehen, was daraus wird. Die Saatkartoffeln sind nach meinem Faux-Pas notgedrungen auch wieder vom Bioversand bei uns eingegangen. Die Frage bleibt allerdings noch, ob wir uns schon jetzt an die Fruchtfolge halten wollen oder dieses Jahr als Starttermin wählen, nachdem der von uns angelegte Acker zwischen Wiese und Grundstück erst im letzten Herbst dank der Schafsmatte zu seiner eigentlichen Bestimmung gefunden hatte.
Die Schafe meiden die Sonne angesichts ihres dicken Pelzes. Es dauert nicht mehr lang und der Schafscherer kommt
Das Geblöcke der Schafe lässt klar erkennen, dass sie langsam ihres Stalldaseins überdrüssig sind. Noch reicht das Heu, aber die vom Schnee befreiten Flächen üben eine große Anziehungskraft aus, obwohl noch kaum frisches Grün gewachsen ist. Auf der anderen Seite sind sie angesichts ihres dicken Winterfells wenig geneigt, sich allzu lange in der Sonne aufzuhalten – es sei denn es besteht die Chance, dass es etwas zu fressen gibt.
Über Ostern haben wir den Wohnungsbestand aus Unterschleißheim hierher gebracht und sind noch immer dabei, die alten/neuen Möbelstücke in unseren Hausstand zu integrieren. Nach vier Jahren hat die Übergangszeit in Unterschleißheim, die uns nach der Rückkehr aus Japan einen erträglichen Wiedereinstieg ermöglicht hat, ein Ende gefunden. Auch die Zeit in der BR-Zentrale wird wohl nur noch bis Mitte des Jahres auf reduzierter Basis dauern. Es ist an der Zeit, komplett und gemeinsam den Lebensmittelpunkt hier in der Bergerau zu finden.
Schneereste auf der Wiese
und erstes frisches Grün
Frühlingslandschaft mit Matsch
Allerdings ist noch die Quelle unter Schnee begraben
Heute erreichten auch bei uns im Kälte-Tal der Berger-Au die Temperaturen erstmals zweistellige Werte. Blauer Himmel war zwar nur zwischendurch zu sehen, aber der Wind wehte einen warmen Frühlingshauch ums Haus und die Helligkeit verhalf der Solaranlage die Batterie auf 100 Prozent zu bringen trotz eingeschalteter Heizungen. Das Gefühl der Erleichterung ist kaum zu beschreiben, dass bei uns vorherrscht, seitdem die Schmelzsicherungen ausgetauscht und die Solaranlage auch tatsächlich wieder Strom liefert.
Die Hühner nutzten die wärmende Hausmauer, um sich in der Sonne und der vermeintlichen Sicherheit von ihrem Schreck zu erholen. Vermeintlich deshalb, weil gestern der Habicht direkt an der Hauswand zwischen unserer Terrasse und dem Eingang zum Hühnerstall, sich aus der Luft ein Huhn gegriffen und es auf den Boden gedrückt zu rupfen begonnen hatte. Dann machte Louie immerhin einen solchen Lärm, während er sich unter unserer Bank auf der Terrasse versteckte, dass wir die Balkontür öffneten und der Habicht ohne sein Opfer davon flog. Zwei Hühner hatten sich in den Stall geflüchtet, die restlichen unter die Terrasse. Es wirkt aber so, als ob keines der Tiere bleibende Schäden davon getragen hat.
Frühling bedeutet auch, dass wir endlich mit der Aussaat beginnen können. Im Gästezimmer stehen schon die kleinen Töpfen mit Anzuchterde und jeweils einem Samenkorn. Mal sehen, ob der Blumenkohl dieses Mal etwas wird.
Salat, Blumenkohl, Kohlrabi…
…sollten bitte bald möglichst keimen.
Ob die Christrose auch schon in den Schnee soll?
Auch im Gewächshaus habe ich angesichts des verlockenden Wetters den Boden bereitet – oder besser wieder zusammengerecht, nachdem die Hühner ausführlich im Gewächshaus herumgescharrt hatten. Ich denke, die Erde ist reichlich gedüngt und müsste einen guten Ertrag bringen. Wenn der asiatische Salat Mizuna so schnell wächst wie die vergangenen Jahre, dann steht bald wieder etwas aus dem eigenen Garten auf unserem Speiseplan.
Die Hühner haben alles umgegraben und alle Ameisen beseitigt
Mit unserer Kartoffelernte bin ich leider etwas zu sorglos umgegangen. Bis in den Januar hinein konnten wir mit den Knollen aus unserer Erde, die in der Speisekammer lagerten, gut auskommen. Dann habe ich den ersten von vier weiteren Säcken aus der Scheune geholt. Nach einem Monat war auch dieser leer, aber Nachschub war nicht mehr zu bekommen. Denn der tiefe Frost Mitte Februar hatte alle Kartoffeln in der Scheune zu Eis werden lassen. Mit steigenden Temperaturen verwandelten sich die harten Brocken in eine weiche, schwarze Masse. Damit war dieser Teil der letztjährigen Ernte nur noch für den Kompost geeignet. Schade. Aber es soll mir eine Lehre sein. In den kommenden Monaten werde ich mich endlich mit dem Keller beschäftigen, der frostfrei zu sein scheint, auch wenn er ansonsten nicht gerade einladend ist.
Angesichts der vielen Mäuler, die es mittlerweile im Schafstall zu stopfen, gilt, sind wir nicht mehr ganz so sicher, ob das Heu oberhalb des Stalls und in der Scheune wirklich ausreichen wird. Denn noch liegt viel Schnee ums Haus. Glücklicherweise sind allein heute sicher zehn Zentimeter hinweg geschmolzen. Es besteht also Hoffnung, dass sich irgendwann das Grün durchsetzt und die Schafe wieder selbst ihr Futter suchen können.
Bis dahin heißt es für uns, durch Pfützen und Seen zu fahren, zu waten oder den Hund hinüber zu tragen. Auch Haru hat wenig für dieses nasse Element auf dem Boden übrig. Dafür um so mehr für ein warmes, sonniges Plätzchen.
Der letzte Spaziergang mit dem Hund gerade eben bei schon schummrigen Licht lässt vom Frühlingshauch kaum mehr als eine Erinnerung. Es wird schon wieder zapfig im Tal der kleinen Ohe.
…bei uns in der Bergerau ist immer noch richtiger Winter, auch wenn ich dieses Mal kein Beweisfoto an den Anfang stelle. Es sind zwar nur noch dreißig Zentimeter, die rund ums Haus die Felder bedecken, aber mit den jüngst gefallenen fünf Zentimeter, die auf den Ästen der Bäume rund um unser Grundstück liegen geblieben sind, sieht es wieder so aus wie in den vorangegangenen Beiträgen. Und ordentlich Langlaufen kann man auch.
Wenn ihr die Bank im Winter nicht nutzt
…dann machen das eben wir
…ziemlich bequem zumindest für ein Huhn, das an Stangen gewöhnt ist
Immerhin geht die Sonne schon etwas früher auf und hält dann auch etwas länger durch. Ich bin nun mal ein Frühaufsteher und zufrieden, wenn ich mit Hanabi in aller Frühe unseren Morgenspaziergang absolvieren kann.
Die länger werdenden Tage kann ich erst seit gestern wieder genießen. Denn seit gestern funktioniert unsere Solaranlage wieder. Es besteht Grund zur Hoffnung, dass tatsächlich nur die Schmelzsicherungen im Sunny Island Charger defekt waren. Ein netter Mitarbeiter der Firma Triathlon hat unter großem Gemurre der zentralen Disposition unserer Batterie einen einwandfreien, wenn auch ziemlich schwachen Zustand attestiert. Folglich haben wir den Diesel-Generator gleich für mehrere Stunden täglich laufen lassen.
Lange musste der Diesel Strom liefern
Jetzt macht die Solaranlage wieder ihren Job
Und schafft es trotz Wolken auf ein Plus
Da die Schmelzsicherungen nicht leicht zu beschaffen waren – wenn einmal der Wurm drinnen ist, dann frisst er sich durch (und verwandelt sich am Ende hoffentlich in einen Schmetterling) -, hatte der Diesel ausreichend Zeit, die Batterie zumindest wieder auf über 70 Prozent ihrer Kapazität zu laden. Denn eine zu niedrige Batterie kann auch eine Ursache sein für das Durchschmelzen der Sicherung. Gestern waren die Schmelzsicherungen geliefert worden, und ich habe die Sunny Island Charger vorsichtig aufgeschraubt und jede Einzelne noch vorsichtiger in ihren Schlitz geschoben, um nach jedem Vorgang zuerst wieder alle Sicherungen einzuschalten und gespannt auf die Anzeige zu starren, ehe die nächste an ihren Platz kam. Angesichts der Wolken veränderte sich die Anzeige nicht gravierend, aber sie bewegte sich von einem Verbrauch um die 1,5 Ah hin zur Ladung von 3,5 Ah und am Ende auf über 6 Ah. Und dieser Zustand hält auch heute noch an. Das Leben auf dem Land ohne Anschluss an das ansonsten allumfassende Stromnetz macht wieder Spaß.
Eigentlich wollte ich ja diesen Beitrag ganz unserem Nachwuchs auf der kleinen Farm in der Bergerau widmen, aber die Sache mit der Solaranlage war die letzten zwei Monate so dominierend, dass die Erleichterung erst einmal hinaus und aufs virtuelle Papier musste. Unseren Schafen war die Sache mit dem Strom herzlich egal. Für sie zählt nur, ob noch genügend Heu im Stall vorhanden ist. Überraschenderweise sieht es so aus, als ob wir mit unserer Ernte aus dem letzten Jahr tatsächlich hinkommen werden. Die Scheune ist noch voll und ich muss wohl erst nächstes Wochenende von den Brettern über dem Schafstall die zweite Lage Heu nach unten holen.
Haben die Mütter genügend zu essen, geben sie auch ausreichend Milch. Und so sind unsere vier Weihnachtslämmer schon ordentlich gewachsen. Mit der krauseligen Wolle, ihrerNeugierde und den Lämmersprüngen sind sie einfach zu niedlich.
Vor drei Tagen ist Lamm Nummer fünf auf die Welt gekommen und wirkt neben den älteren Geschwistern klein und wackelig. Dabei ist die Kleine für ihr Alter extrem munter. Die gerade einjährige Mutter scheint ihre Sache instinktiv richtig zu machen. Ein anderes einjähriges Schaf hat einen extrem dicken Bauch, so dass sicher in den nächsten Tagen noch ein weiteres Lamm das Licht unseres kleinen Bauernhofs erblicken wird. Auch dann dürfte das Heu wohl reichen. In den schlauen Büchern zur Schafhaltung stand zwar zu lesen, dass die Lämmer erst nach ein, zwei Monaten Heu fressen, aber unsere sind schon jetzt dabei, ihre Köpfe tief in die Raufe zu stecken und im Anschluss mit den kleinen Mäulern die Halme eingeweicht wiederzukäuen – allerdings in deutlicher höherer Frequenz als ihre Mütter, was ziemlich putzig aussieht. Mal sehen, wann unsere Schafherde zum ersten Mal in diesem Jahr dem frischen Grün zu Laibe rücken kann.