Autor: PKujath

geboren 1972, seit 1995 Mitarbeiter des Bayerischen Rundfunks, von 2007 bis 2013 ARD Hörfunkkorrespondent für Ostasien mit Sitz in Tokio, seit August 2014 langsamer Rückzug in den Bayerischen Wald
Es gibt immer etwas zu tun

Es gibt immer etwas zu tun

Nicht mehr viel los in der Quelle

So langsam geht auch uns das Wasser aus. Die Quelle ist seit vorgestern versiegt und so trocknen die Wände des Auffangbeckens vor unserem Haus gerade. Die ersten beiden Jahre unseres Aufenthalts im Wald verliefen allerdings ähnlich, so dass wir hier in unserem Mikroklima noch nicht den „Notstand“ ausrufen müssen 😉 Die Bäume im Nationalpark Bayerischer Wald sehen sogar ein wenig besser aus als die letzten Jahren. Aber das will nichts heißen, denn erstens ist es nur mein Blick von außen und zweitens ist der zeitliche Ausschnitt von „nur“ acht Jahren für die Lebensdauer einer Fichte oder Buche schon fast zu vernachlässigen. Es sei denn der Borkenkäfer macht der Fichte vorzeitig den Garaus.

Das Heuen hat in diesem Jahr gut geklappt. Der Schafstall ist voll und auch Haru hat für den Winter einen schönen Rückzugsort in der Scheune, den sie jetzt schon mal probe-liegt. Wir haben es heuer ganz gut hinbekommen, dass die Schafe auch das Gras rund ums Haus abfressen und wir brav zur Vorbeugung gegen Parasiten ihnen hinterher gemäht haben. Das schafft dann immer ein befreiendes Gefühl, wenn wir auf einmal wieder über die Wiese blicken und gehen können.

Was die Hühner angeht, so hat es sich eingespielt. An vielen Tagen dürfen sie für ein paar Stunden nach draußen und vergnügen sich ums Haus. Dann geht es meist freiwillig zurück in ihr Fort Knox, das bisher alle Angriffe von Fuchs und Habicht gut überstanden hat (wenn es sie denn gegeben hat;-) Jackson hingegen lässt das alles ziemlich kalt, so lange er ab und an auf das Sofa darf. Ich bin heute mit ihm als Morgenspaziergang zum Briefkasten nach St. Oswald gegangen und es war wieder so deutlich, dass unser Hund keine Lust auf Stadt und Häuser hat. Also Wald-Idylle – zumindest so lange unsere Tiere leben mit Strom aus der Solaranlage und Holz vom gepachteten Nationalpark-Grundstück.

Die Ausbeute an Kartoffeln ist in diesem Jahr überraschend hoch. Irgendwie haben bei uns die Wühlmäuse wie Mäuse das nasse Frühjahr nur in geringer Zahl überlebt. Es ist kaum etwas von den Nagetieren zu sehen. Haru streunt deshalb schon etwas gelangweilt über die Felder und verschwindet öfter im Wald. Ich habe die letzten zwei Wochen beinahe jeden Tag eine solche Kiste Kartoffeln von unseren Feldern holen können. Auch die Tomaten im Gewächshaus sind mittlerweile zahlreicher als die Blätter an den Stauden und schmecken wunderbar. Nur die Salate und Kohlpflanzen im Gemüsegarten werden regelmäßig von den Springflöhen, Schnecken und anderen ungebetenen Mitbewohnern vertilgt. Dennoch könnten wir wohl einige Zeit überleben, sollte auch nur eines der vielen Horrorszenarien, das leider auch wir in den Medien ständig heraufbeschwören, eintreten.

Ansonsten hat sich unserer Leben nicht groß verändert – sieht man einmal von meinen Beschäftigungen beim BR ab und den Aktivitäten rund um die Praxis im Wald. Die Welt im Grünen fern der Großstädte lässt sich besonders gut aushalten, wenn man ab und an in ein anderes Leben eintauchen darf, wie bei den European Championship in München.

Und wie jedes Jahr freuen wir uns allmählich auf den Herbst bzw. den Winter, der all das Grün vorübergehend verschwinden lässt und wieder seinen ganz eigenen Rhythmus mit sich bringt.

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Die erste Heu-Ernte

Die erste Heu-Ernte

Pfingsten ist dieses Jahr ziemlich spät und das Gras vor unserem Haus war einfach zu hoch. Also nutzten wir einen schönen Nachmittag, um unsere Geräte nach der Winterpause wieder in Gang zu setzen. Dann kam am Abend der Regen…

Dennoch: es fühlt sich einfach befreit an, wenn wir aus dem Fenster schauen oder zu den Hühnern gehen. Der Kreiselmäher ist schon eine feine Erfindung. Apropros Hühner: die waren hoch erfreut, über die frisch gemähte Wiese und gingen zwischen den Reihen auf und ab.

Die Reihen sind gerecht und die Hühner sind mit ihrer Art des Aufräumens auch fast fertig.

Aber diese Reihen mussten erst mal gerecht werden. Denn der Heuwender nach der Fahrt mit dem Kreiselmäher hilft zwar sehr, aber am Ende ist es doch wieder Hand-Arbeit. Die allerdings wäre ohne den Heuwender nicht möglich gewesen. Denn gestern Abend ging ein extremer Starkregen bei uns nieder, der nicht nur die frisch gemähte Wiese so richtig durchnässte. Es blieb uns also heute nichts anderes übrig, als zu hoffen, dass die Sonne lang und intensiv genug scheint, um wenigstens ein bisschen was wieder zu trocknen. Also haben wir fleißig gewendet und am Ende nur noch leicht feuchtes Heu mit dem Ladewagen einsammeln dürfen.

Vor dem angekündigten Gewitter wieder mit Starkregen ist alles sicher im Winter-Schafstall verstaut; ausgelegt auf Planen, so dass wir das Heu morgen oder die nächsten Tagen noch einmal in die Sonne ziehen können.

Für heute ist es aber denitiv genug.

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Schafsunterstand to go

Schafsunterstand to go

Nachdem unser Anhänger sich nicht mehr lenken lässt und auch die Holzbretter auf der Ladefläche zum Teil verrottet sind, brauchen die Schafe einen anderen Unterstand. Silke hat mit Steckfixen, einer Plane und einigen wenigen Schnüren ein passables Häuschen to go kreiert. Zusammen mit zwei Zäunen lässt sich alles gut in der Erdschaufel des Traktors verstauen und über unsere Wiesen transportieren. Und so sind die Schafe in diesem Frühling schon ganz gut herumgekommen.

Fertig 🙂

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Frühlingsimpression

Frühlingsimpression

Weit ist das Grün bei uns in der Bergerau noch nicht. Kein Wunder, wenn nachts das Thermometer immer wieder unter Null Grad fällt. Aber für die Schafe reicht das erste Grün auf den Wiesen. So können sich ihre Mägen auch wieder an die frische Kost gewöhnen nach all dem trockenen Heu. Und wir sind gut beschäftigt zu pflanzen, abzudecken, zu gießen, Unkraut zu jäten, zu hoffen und zu warten 😉

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Paradigmenwechsel durch die Ukraine-Krise

Paradigmenwechsel durch die Ukraine-Krise

Zu Beginn des Krieges hatte ich gedacht, der militärische Widerstand der Ukraine würde bald zusammenbrechen und damit das unmittelbare Leid der Bevölkerung nur kurz andauern. Dann wäre die Unabhängigkeit der Ukraine zwar Geschichte und Putin hätte sein kriegerisches Ziel erreicht, aber wie so oft in den vergangenen Jahrzehnten hätte man/frau einfach weitermachen und seinen Geschäften nachgehen können. Unsere vielleicht vorhandenen Gewissensbisse hätten wir mit dem Verweis auf die Geschichte wie üblich zum Schweigen gebracht. Da Deutschland den 2. Weltkrieg gestartet und zu verantworten hat, müssen wir uns auch heute noch aus allen militärischen Dingen heraushalten – und damit andere die Arbeit machen lassen.

Ungeklärte Einflussgebiete auch auf dem Balkan

Mit 50 Jahren gehöre ich zu der Generation, die den Kalten Krieg noch miterlebt und in der Folge bewusst die Aufteilung und spätere Aufweichung der hastig beschlossenen Einflusssphären zwischen Russland und dem Westen verfolgt hat. Wie volatil diese Abgrenzungen waren, zeigte sich an den Jugoslawien-Kriegen. Bis heute schwelen Konflikte auf dem Balkan, die auch mit diesen ungeklärten Einflussgebieten zu tun haben. Die aktuell häufig zu lesen und zu hörenden Aussagen: ein Krieg in Europa schien undenkbar, kann ich deshalb nicht nachvollziehen. Viele meiner und älterer Generationen haben nur erfolgreich das Morden in Bosnien oder im Kosovo – also mitten in Europa – verdrängt. Auch im Kampf um die Ukraine griffen zunächst die üblichen Mechanismen bei der politischen Elite in Deutschland: sich als Vermittler engagieren, aber wegen unserer Vergangenheit sich militärisch heraushalten und wirtschaftlich weiter profitieren.

Die bisherigen, politischen Konzepte funktionieren nicht mehr

Dass das so nicht mehr funktionieren kann, hätte man eigentlich angesichts der Bewegungen gegen den Klimawandel der jüngeren Generation vorhersehen können. Junge Menschen mischen sich ein, fordern Veränderung und sind dafür auch bereit, Abstriche bei ihrem Lebenswandel zu machen, während sich meine Generation bei letzterem noch eher schwertut. Für diese junge Generation, ob in der Ukraine oder Deutschland, ist das selbstbestimmte Leben ein wichtiges Gut, das sie sich nicht von autoritären Führern und ihrer Klientel nehmen lassen wollen. Wie schwer das umzusetzen ist, haben wir am Beispiel von Weißrussland gesehen. Wenn ich von einer Generation spreche, dann meine ich das natürlich nicht absolut. Es gab und gibt ältere Menschen, die sich mit der vorherrschenden, gesellschaftlichen Strömung nicht identifizierten oder jüngere Menschen, die sich lieber aus allem heraushalten wollen. Aber es gibt über die Grenzen hinweg eine von Jüngeren getragene Bewegung, die Freiheit als unverzichtbares Gut ansieht. Dabei geht es um politische, wirtschaftliche, Informations- und Reise-Freiheit.

Jüngere Generation ist bereit für „ihre“ Freiheiten zu kämpfen

Den jüngeren Menschen gerade im östlichen Teil Europas kommt zugute, dass sie sehr gut vernetzt sind. Die gezielten, weltweiten Hackerangriffe auf russische, staatliche Einrichtungen sind dafür ein gutes Beispiel. Informationen mittels US-amerikanischen privaten Satelliten aus der Ukraine in die Welt zu schicken ein anderes. Die Solidarität hat auch die Menschen in Deutschland erfasst – und ich möchte hier keinen Unterschied mehr zwischen den Generationen machen. Was kann ich tun? Wie kann ich helfen? sind die vorherrschenden Fragen im Netz. Das hat offensichtlich auch die Politik in Berlin erkannt und der Druck aus dem europäischen Ausland sowie den USA tat ein Übriges. Jetzt sind auch deutsche Waffenlieferungen möglich, und der Ausschluss aus dem SWIFT-System ist zumindest für einige, russische Banken Realität.

Aber wie kann eine Lösung aussehen?

Das Leid der Bevölkerung in der Ukraine können diese Maßnahmen nicht lindern. Im Gegenteil: so hoffnungsvoll auf der einen Seite der militärische wie bürgerliche Widerstand gegen den russischen Aggressor ist, er erhöht die zivilen Opfer. Putin kann aus seiner Sicht nicht zurück. Der Diktator hat sich in eine Sackgasse manövriert. Und der Westen hat dank der Solidarität vor allem der jüngeren Generation begonnen, sich klar für die Freiheit der Ukraine zu positionieren. So wichtig und aus meiner Sicht richtig das ist: diese Konfrontationsstellung macht einen Ausweg aus der Krise deutlich schwieriger.

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Licht am Ende des Winter-Tunnels

Licht am Ende des Winter-Tunnels

Zwei Tage hintereinander Sonne hatten wir zuletzt im November vergangenen Jahres. Die Monate und Wochen dazwischen war es meist dunkel mit Regen oder Schnee. Noch immer liegt gut ein halber Meter rund ums Haus. Dort, wo der Schnee wiederholt vom Dach gefallen ist oder unser Traktor die Schneemassen zusammengeschoben hat, erhebt sich eine weiße Wand. Es wird wohl noch eine Weile dauern, bis die Frühlingsblumen bei uns in der Bergerau zum Vorschein kommen. Denn der klare Nachthimmel hat die Temperaturen heute auf minus neun Grad fallen lassen, so dass Jackson und ich endlich auf dem gefroreren Schnee durch die Bergerau hinein in den Wald den Tierspuren nach streuseln konnten – mit Schneeschuhen natürlich. An den meisten anderen Tagen im Jahr ist die Bergerau als beginnendes Moor zu feucht. Der regenreiche Winter dürfte dazu beitragen, dass die Landschaft vor unserer Haustür sich in ein Moor (zurück-)verwandelt.

Dieser Winter zwang uns trotz einer neuen Batterie, den Diesel-Generator so oft anzuwerfen wie in keinem Winter zuvor. Meine Bemühungen die Solarzellen vom Schnee zu befreien, erinnerten stark an Sisyphos. Kaum dass die eine Schicht weg war, fiel schon die nächste auf die Paneelen. Glänzte doch einmal das Silizium schwarz auf dem Dach, fehlte die Helligkeit, um etwas in unsere Batterie zu laden. Aber wir haben die Zeit trotzdem ganz gut überstanden. Im Arbeits-/Therapiezimmer der Praxis im Wald steht mittlerweile auch ein kleiner Gasofen als zusätzliche Wärmequelle. Wieder ein Stück in der Wirtschaft, dabei wollten wir doch reduzieren;-)

Den Tieren geht es trotz des dunklen Winters gut. Langsam fangen die Schafe an zu bähen, wenn sie uns sehen. Es ist Zeit für Abwechslung, scheinen sie uns zuzurufen. Wo ist die grüne Wiese? Noch reicht das Heu, aber auch so ein genügsames (und furchtbar schreckhaftes) Tier scheint irgendwann des nassen, kalten Weiß‘ überdrüßig zu sein. Übrigens müssen wir auf das Fördergeld für unseren Wolfszaun noch bis Mai warten – beantragt und gekauft hatten wir die Zäune im Sommer. Denn es gibt nur zwei Auszahlungstermine im Jahr und der letzte wurde verpennt. Zum Glück sind wir darauf nicht angewiesen, aber dienlich ist das nicht, um die Tierhalter mit der mittlerweile nachgewiesenen Anwesenheit des Wolfs im Bayerischen Wald auszusöhnen.

Unsere zwei Hühner durften ab und an ins Gewächshaus, um dort ein Sandbad zu nehmen. Ihren Freiluftstall haben die Dachlawinen unter sich begraben. Ihre langanhaltende Mauser scheint endgültig vorbei zu sein und es gibt auch wieder ab und an ein Ei. Jackson genießt die morgendlichen Spaziergängen, wenn davon auszugehen ist, dass kein Langläufer auf der Loipe ist. Ansonsten ist ihm die präparierte Welt viel zu gefährlich. Und Haru hält dank ihres dichten Winterfells in der Scheune die Stellung., so dass eine Mäuseplage bisher ausgeblieben ist. Wann immer unsere Katze einen von uns entdeckt, kommt sie angesaust, um laut miauend ihre Streicheleinheiten einzufordern. Ich dachte Katzen wären ganz anders;-) Dem nachzukommen, wird leichter, wenn es die Temperaturen erlauben, sich auch mal wieder in der Scheune auf einen Stuhl zu setzen und mit der Katze auf den Schoß ins Grüne zu schauen.

Angesichts der Sonne steigt die Lust über die Frühlingsbeete nachzudenken. Es ist Zeit, die Samen- und Kartoffelbestellung aufzugeben. Wir wollen zwar auch beim Anbau ein bisschen kürzer treten, aber die selbstangebauten Kartoffeln schmecken einfach besser. Dieses Jahr wollen wir ein paar Lupinen pflanzen. Denn die Früchte schmecken wirklich gut und die Pflanze wächst wild entlang der Wege hier. Das dürfte also eigentlich kein Problem sein. Aber noch liegt Schnee im Gemüsegarten…

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Willkommen in 2022

Willkommen in 2022

Wieder ein Jahr „geschafft“ möchte man fast schreiben angesichts der vielen, Corona-bedingten Herausforderungen. Aber es gab auch sehr schöne, bereichernde Erlebnisse, Zusammentreffen und Gespräche in 2021 dem vergangenen Jahr der Kuh. Das Bild ist ausgetauscht, die Figuren, die wir aus Japan mitgebracht haben, aufgestellt. Schauen wir mal, was der Tiger so alles anstellen wird.

2022 wird das Wetter hoffentlich besser

Wir werden auf jeden Fall bei unserem eingeschlagenen Pfad bleiben: keine zusätzlichen Herausforderungen mehr auf unserer kleinen Farm und zumindest für Silke auch drum herum. Ich werde vorübergehend gerne stärker in den BR eintauchen, aber meine Praxis und Seminare nicht aufgeben. Und dann ist ja noch das (Welt-)Geschehen zu kommentieren von unserem kleinen Paradies in der Bergerau aus.

Manchmal malen wir die Welt ein bisschen zu schwarz/weiß

Und deshalb kann ich es mir zum Schluss nicht ganz verkneifen, die rhetorische Frage zu stellen, warum es überall im Ausland keine Beschränkungen zu Sylvester brauchte. Wir in Deutschland mit dem besten Gesundheitssystem der Welt und derzeit relativ niedrigen Inzidenzen (wenn auch die Zahlen mal wieder mit Vorsicht betrachtet werden sollen) dennoch Kultur und Vergnügen staatlicherseits verboten werden mussten? Passend ins Muster haben wir dann auch noch eifrig über die „Verbots-Brecher“ zum Beispiel beim Böller-Einkauf in den Nachbarländern berichtet, ohne die Maßnahmen auf Bund-, Länder- und kommunaler Ebene ebenfalls kritisch zu thematisieren…

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Winter Mitte Dezember

Winter Mitte Dezember

Der erste Schnee kam schon Ende November und es ging munter weiter. Kaum ein Tag mit Sonne, dafür schon fünf Gelegenheiten, an denen der Diesel-Generator die Sonne ersetzen musste, und das Zusammenspiel mit der neuen Batterie klappt einwandfrei 😉 Von den Schafen kommt bisher kein einziges Bäh aus ihrem Winterstall. Die Heu-Bar ist zugegebenermaßen gut gefüllt, aber wir vermuten, dass die fehlenden Lämmer im Bauch den Appetit ein wenig zügeln. Insofern geht vom Schaf-Winterstall ohne Lämmer-Suspence wie erhofft die beruhigende Wirkung aus.

Bei den Hühnern hält hingegen die Mauser und damit die Ei-lose Zeit an. Nach der schwarzen Henne sieht jetzt die Braune ziemlich zerrupft aus. Lust über die Hühnerleiter in den Außenstall zu gehen, haben die beiden angesichts des Schnees ohnehin nicht. Immerhin ist angesichts der Gitter auch hier der Fuchs- und Habichts-Suspence ausgesperrt. Im Frühling dürfen sie sich wieder über die Schnecken-Eier hermachen. Unsere Katze hat sich übrigens verdopplt – wie jeden Winter. Damit kommt sie bestens mit den Minus-Graden in der Scheune klar. Tiefsttemperatur bisher minus 7,5.

Die Bilder sind übrigens alle am 10.12. aufgenommen worden, nachdem am Vormittag endlich der Himmel in lange vermissten Blau erstrahlte und ich WinterWonderLand einfangen konnte. Bis dahin hatte ich bestimmt schon 15 Mal vergeblich die Solar-Paneelen freigeschoben (naja ein bisschen Energie ist zwischen durch schon in die Batterie geflossen). Außerdem haben wir – auch dem Home-Office geschuldet – eine der verarbeiteten Fichten bereits verfeuert und ich muss fleißig Holzhacken, Holzsägen, Holzverfeuern – und natürlich Schnee schaufeln mit und ohne Traktor.

Und nach ein paar Stunden war es am 10.12. auch wieder vorbei mit der Sonne. Seitdem ist alles grauweiß und es flockt immer wieder leicht vor sich hin, so dass ich bei den Paneelen nicht hinterher kommt. Immerhin sind die Loipen gespurt und ich kann auch mal durch die Landschaft „gleiten“ anstatt zu „stapfen“. Unser Haus- und Hof-Baumeister lässt sich übrigens vom Winter nicht abhalten, seiner Arbeit nachzugehen.

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Corona: Zeit für Alternativen

Corona: Zeit für Alternativen

Als Gemeinschaft muss man aufeinander Rücksicht nehmen. Daran führt gerade in einer Krise wie der Corona-Pandemie kein Weg vorbei. Abstand zu halten, Maske zu tragen und sich regelmäßig die Hände zu desinfizieren, waren und sind eigentlich die Grundregeln des Zusammenlebens in gesundheitlich schwierigen Zeiten. Ein Blick nach Fernost zeigt, wie effektiv allein diese Maßnahmen sein können, wenn sich alle daranhalten.

Japan: geringe Inzidenzen bei einst niedriger Impfquote

In Japan liegt die Impfquote mittlerweile bei 77 Prozent, aber die Inzidenzen waren schon niedrig, als die Regierung noch über das Impfen nachdachte. Denn das Tragen von Masken und die Desinfikation wurde allgemein akzeptiert. Die Gesellschaft ist darauf angewiesen im Fall von Naturkatastrophen wie Erdbeben oder Tsunami, dass alle zusammenhalten und Rücksicht nehmen. Das funktioniert offensichtlich auch in Zeiten eines gesundheitlichen Notstands: ganz ohne Impfpflicht. Bei uns ist das mit der Rücksicht und der Selbstbeschränkung so eine Sache. Diesem Verhalten mit noch mehr Regeln, Gesetzen und Pflichten beikommen zu wollen, ist aus meiner Sicht der falsche Weg.

Diskussion über die Endlichkeit des Lebens

Ich finde es gut, wenn über die Impfpflicht diskutiert wird. Ich fände es besser, wenn darüber offen (also unter Einbeziehungen aller Sichtweisen) und im größeren Rahmen gesprochen würde. Eine Impfpflicht in Krankenhäusern und Altenheimen wälzt das Problem mal wieder auf die Pflegekräfte und das medizinische Personal ab, ohne dass die Gesellschaft im Ganzen sich mit der Frage beschäftigen muss. Dabei liegt es an jedem Einzelnen auf seine Gesundheit zu achten. Das gilt mit Blick auf Rauchen, Trinken und fehlende Bewegung gleichermaßen (denn auch das hat gesundheitliche Konsequenzen, für die die Allgemeinheit aufkommen muss).

Überlastung des Gesundheitssystems nicht allein wegen Corona

Bisher haben wir es uns leisten können, eine ungesunde Lebensweise zu tolerieren und die Folgen einfach mit Hunderten von Milliarden Euro im Medizin- und Reha-Wesen aufzufangen. Denn man darf nicht vergessen, dass es dabei auch ums Geschäft geht. It’s just good business. So hat sich langsam der Glaube eingeschlichen, dass der Mensch zumindest in Deutschland ein Anrecht auf Gesundheit hat und das Gesundheitssystem bitte genau dafür zu sorgen habe.

Corona trifft noch immer vor allem ältere Menschen mit Vorerkrankungen

Von den bisherigen 100 Tausend Corona-Toten in Deutschland, von denen jedes einzelne Schicksal zu beklagen ist, sind mehr als 60 Prozent über 80 Jahre und mehr als 95 Prozent über 60 Jahre alt gewesen (Quelle RKI) – meist mit Vorerkrankungen. Vielleicht wären viele von ihnen bald an einer anderen Krankheit als Covid19 gestorben. Die Übersterblichkeit in Deutschland ist in nur in einigen Monaten seit dem Corona-Ausbruch etwas höher gewesen. Wie es den Menschen in den vielen Pflegeheimen geht oder ging, interessiert uns kaum. Daran hat sich auch nichts geändert, seitdem der Pflegenotstand fast täglich in den Nachrichten ist. Die Diskussion über ein menschwürdiges Leben im Alter und die Fähigkeit loslassen zu können, führen wir noch immer nicht.

Zeit für alternative Pläne und Herangehensweisen

Die Corona-Pandemie wütet jetzt seit fast zwei Jahren und aus meiner Sicht haben die Rezepte der Politik versagt. Zuerst waren es Kontaktbeschränkungen, dann das Impfen und jetzt die Impfpflicht, mit deren Hilfe alles wieder so wie früher werden soll. Vielleicht ist es Zeit, sich über ein anderes Verständnis Gedanken zu machen. Was wäre, wenn wir akzeptieren, dass der Mensch ein verletzliches Wesen ist, das gerade mit zunehmenden Alter nicht immer von unserer fortschrittlichen Medizin gerettet werden kann; dass Krankheiten, Pandemien zu unserem Lebensstil und zum Leben an sich gehören. Dann wäre es leichter, offen über die Triage zu sprechen, die wir ohnehin schon häufig genug anwenden. Ganz zu schweigen von unserer stillschweigenden Bereitschaft, mit unserem Handeln (Konsum, Klima, Gewinnstreben) Tausende von Menschen tagtäglich in den Tod zu schicken. Aber das geschieht ja für uns namenlos an weit genug entfernten Orten in der Welt und bleibt deshalb meist unberücksichtigt. Ist das nicht Grund genug, trotz oder wegen Corona innezuhalten und einmal grundsätzlich nachzudenken?

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Herbstimpressionen

Herbstimpressionen

Die schöne Abenstimmung verhieß eine kalte Nacht. Der Sichelmond war übrigens schon wieder am Sinken und verschwand ein paar Minuten später.

Am nächsten Morgen war der erste echte Frost in dieser Saison da. Die Schafe hatten kein Problem mit minus 2 Grad. Ich war hingegen froh, gestern noch einmal hinter den Schafen her gemäht und die Gerätschaften auf ihren Winterplatz gestellt zu haben.

Gerätschaften an ihrem Winterplatz

Was die Gemüse-Ausbeute angeht, so war die Saison durchwachsen. Der Salat und die Karotten dürften den ersten Frost überstanden haben, die Tomatenzeit im Gewächshaus ist hingegen endgültig vorbei. Dann schauen wir mal, ob und was der Winter an Schnee so bringen wird.

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