Autor: PKujath

geboren 1972, seit 1995 Mitarbeiter des Bayerischen Rundfunks, von 2007 bis 2013 ARD Hörfunkkorrespondent für Ostasien mit Sitz in Tokio, seit August 2014 langsamer Rückzug in den Bayerischen Wald
Das Erbe der Eisheiligen

Das Erbe der Eisheiligen

Nein, das ist kein Herbstbild vom Parkplatz Waldhausreibe unterhalb des Lusen. Die Eisheiligen sind zwar vorüber, aber ihre Hinterlassenschaften werden uns wohl noch eine zeitlang (wenn nicht den ganzen Sommer) erhalten bleiben. Während es bei uns im Tal in den Nächten der Eisheiligen mit einem Grad knapp oberhalb des Gefrierpunktes geblieben ist, erstarrte das Wasser in den jungen, frischen Buchentrieben ab 1100 Meter Höhe zu Eis. Ein paar Tage später sieht der Buchenwald unterhalb des Lusen-Gipfels aus wie im Herbst. Viele Buchen haben komplett ihr Laub an den Frost verloren. Bei anderen sind es nur einzelne Äste, deren Blätter braun geworden sind und sich zu Staub zerkrümmeln lassen. Manchmal sind auch nur die Spitzen der Buchenblättchen braun geworden und der Rest erinnert noch neongrün daran, wie es eigentlich aussehen müsste.

Der Weg von Waldhäuser zur Waldhausreibe ist zwar immer noch schön, aber es erinnert wenig an Frühling. Seitdem wir hier wohnen, hat es das schon ein-, zweimal gegeben, aber die Frostschäden waren lokal. Einige Bäume haben im Laufe des Sommers neue Blätter gebildet, andere mussten mit dem spärlichen Laub auskommen. Ich bin gespannt, wie es dieses Jahr angesichts der flächendeckenen Erfrierungen ausgehen wird.

Bei uns in der Bergerau beginnt hingegen so langsam das große Wachsen. Die Kartoffelpflanzen haben ihre Frostschäden von vor zwei Wochen überstanden und Blätter nachgeschossen. Allerdings ist es unterhalb der Rasenschicht noch immer viel zu trocken.

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Herdentrieb im Kleinen und Großen

Herdentrieb im Kleinen und Großen

Maßnahmen zu Covid19 – eine Glaubensfrage?

Ich halte nichts von Verschwörungstheorien, auch wenn sich die aktuelle Situation rund um das Corona-Virus für deren Entwicklung hervorragend eignet. Aber der politische Umgang mit der Krise und die mannigfaltigen Informationen, die nur selektiv wahrgenommen werden (können), animieren zum Gedanken-Treiben-Lassen. Es ist interessant, dass das Prinzip des Herdentriebs nicht nur auf Menschen, sondern offensichtlich auch auf Staaten angewandt werden kann. Während wir Klopapier, Wein oder Kondome horteten, überboten sich die wiedererwachten Nationalstaaten mit ihren Ausgangsbeschränkungen und Verboten.

Wiedererwachte Nationalstaaten

Einer machte den Anfang (ich glaube, es war der österreichische Kanzler Kurz) und wie die Dominosteine fielen die anderen nacheinander um und verpassten ihrem Land eine ähnliche Abschottung und (Teil-)Schließung. Die, die sich wie die schwedische oder zu Beginn die niederländische Regierung dagegenstemmten, wurden argwöhnisch beäugt, und je weiter die Krise fortschritt, desto größer wurde der mediale und (im Sinn einer Staatengemeinschaft) öffentliche Druck, den Sonderweg zu beenden beziehungsweise als Irrweg zu verteufeln.

Frage der Alternative

Ich will damit nicht sagen, dass die Einschränkung des sozialen Lebens z.B. in Italien falsch gewesen ist. Angesichts der Situation des Gesundheitssystems dort musste gehandelt werden. Die ersten Erfolge im Kampf gegen die Pandemie lassen vermuten, dass die Maßnahmen etwas gebracht haben. Ob es auch anders gegangen wäre, wird sich – wenn überhaupt – erst später herausstellen.

Wie eine Herde bestärken sich die Nationalstaaten weltweit in ihrer Stampede. Nur durch äußere Faktoren kann so ein Galopp in seiner Richtung geändert oder zum Stehen gebracht werden. Aber die äußeren Faktoren sind abhängig vom Blickwinkel und Schwerpunkt, den man setzt. Wenn man einmal den Weg der Beschränkungen eingeschlagen hat, ist es schwer bis unmöglich, die Richtung zu wechseln. Denn dann müsste man eingestehen, dass die eingeforderten und von der Bevölkerung auch erbrachten Entbehrungen umsonst waren.

Öffnungsdiskussionsorgien sind nötig

In der Konsequenz sind die Regierungen auch wenig geneigt, zum jetzigen Zeitpunkt Diskussionen über Alternativen zuzulassen. So kann ich mir zumindest die merkwürdige Haltung der deutschen Bundeskanzlerin hinsichtlich der von ihr titulierten „Öffnungsdiskussionsorgien“ erklären. Da alle Parteien im Bundestag – warum auch immer – sich hinter den Corona-Krisen-Kurs der Regierung gestellt haben, kommt im Parlament keine echte Debatte über andere Krisen-Modelle zustande, wird medial kein ehrlicher Vergleich mit Ländern wie Schweden und ihrem Krisenmanagement gezogen. Da passt es ins Bild, dass über die KoCo2019-Studie in München seit dem Beginn nichts mehr zu lesen ist.

KoCo2019-Studie in München

Am 5. April startete die Befragung von 3000 Haushalten in den Münchner Stadtteilen, um unter anderem die Dunkelziffer der mit SARS-CoV-2 infizierten Menschen zu ermitteln. Auch wenn die Studie als Langzeitprojekt angelegt und angekündigt worden war (die Befragungen sollen in einem Jahr mehrfach wiederholt werden), sollten erste Erkenntnisse bereits nach zwei bis drei Wochen vorliegen. In der Pressemitteilung des verantwortlichen Tropeninstituts der LMU heißt es:

Die Ergebnisse der Studie werden regelmäßig in einem Beratungsgremium, bestehend aus dem Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, dem Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege, dem Referat für Gesundheit und Umwelt der Landeshauptstadt München, der Ludwig-Maximilians-Universität München und dem Helmholtz Zentrum München diskutiert.

Pressemitteilung Tropeninstitut der LMU Stand 24.04.2020

Man ist versucht hinzuzufügen: und je nach Ergebnis der Öffentlichkeit mitgeteilt oder auch nicht. Denn, wenn erste Ergebnisse nicht ins Bild passen, ist es besser zu warten, um den eingeschlagenen Weg nicht in Frage zu stellen.

Die Angst vor einer falschen Entscheidung und der dadurch entfesselte Herdentrieb ist nachvollziehbar. Es geht nicht nur um Menschenleben, sondern auch um Millionen von Existenzen, die vernichtet oder zumindest ihrer Grundlage beraubt worden sind oder noch werden. Da will man als Politikerin oder Politiker keinen Fehler machen und schon gar keinen Fehler zugeben. Und von Fehlern zu sprechen, dafür ist es in der Tat noch viel zu früh.

Einordnung in 50 Jahren möglich

Was man hätte anders tun können, wird sich erst nach 50 Jahren herausstellen, wenn die HistorikerInnen all die Langzeitfolgen untersucht und diskutiert haben. Mich stört, die bewusste oder durch den Herdentrieb unbewusst verursachte Einengung der Perspektive verbunden mit dem Ausblenden von anderen Möglichkeiten und Hinweisen. Noch einmal: die getroffenen Maßnahmen haben für Deutschland ihre Wirksamkeit bewiesen: viele Intensivbetten sind leer, die Krankenhäuser auf einmal nicht mehr voll ausgelastet und die Rehabilitationskliniken müssen wie viele andere Unternehmen große Einkommensverluste verkraften und fordern staatliche Unterstützung.

Vergleich mit der Weltwirtschaftskrise der 1920er Jahre

Auch hier gilt das Herdenprinzip in Kombination mit der Logik der Pendelbewegung. Viele erinnern sich an die im Nachhinein als kontraproduktiv ausgewiesenen Maßnahmen zur Behebung der Weltwirtschaftskrise in den 1920er Jahren. Deshalb versucht man dieses Mal der selbst herbeigeführten, weltweiten Wirtschaftskrise mit großen Hilfspaketen zu begegnen. Am Ende muss auch diese der Steuerzahlende begleichen. Wieder überbieten sich die erwachten Nationalstaaten mit ihren Maßnahmen, und es gelingt kaum ein abgestimmtes Vorgehen in einem multilateralen Organismus wie der EU zu vereinbaren. In 50 Jahren werden wir mehr wissen und uns gegebenenfalls wundern, warum man damals (heute) nur so kurzsichtig war.

Der richtige Umgang mit den Zahlen

Interessant ist, dass in der Krise die Macht der Zahlen noch einmal gewachsen ist. Dabei ist eine Null oder Eins nichts ohne den Zusammenhang. Jedes Medium präsentiert den neusten Stand der Infizierten und der Toten. Der monoton vorgetragenen Beipackzettel zu den Zahlen wird ausgeblendet, weil er ohnehin nur Verwirrung stiftet. Welche Zahl ist jetzt noch einmal entscheidend? Die Fallzahl oder die Reproduktionszahl? Und was ist mit der Übersterblichkeitsrate? Jeden Tag werden die Todeszahlen „in Verbindung mit Covid19“ – wie es mittlerweile heißt – vorgetragen, aber nicht eingeordnet. Denn wer weiß schon, wie viele Menschen täglich in Deutschland sterben, und ob die Covid19-Toten dazugezählt werden müssen oder bereits ein Teil davon sind.

Wie hoch ist die Sterblichkeit wirklich

Vielleicht ist die Gesamtzahl der Toten gar nicht viel höher als in den Monaten vor der Krise. Für Deutschland scheint das zumindest der Fall zu sein. Normalerweise sterben hierzulande auf Grund verschiedener Ursachen täglich rund 2.500 Menschen. Im März sind in NRW die täglichen Todeszahlen trotz des Corona-Ausbruchs in Heinsberg nicht angestiegen. Angeblich zeichnet sich auch für den April keine deutliche Erhöhung ab. Es könnte sein, dass viele der Menschen, die an Covid19 gestorben sind, unter normalen Umständen an einer anderen Krankheit gestorben wären. Vielleicht führen die Ausgangsbeschränkungen zu weniger Verkehrstoten oder tödlichen Arbeitsunfällen. All dies und noch vieles mehr muss bei der Interpretation von Statistiken berücksichtigt werden.

Die Macht der WissenschaftlerInnen

Dass uns noch viele wesentliche Daten fehlen, räumen auch die WissenschaftlerInnen ein, die (un)freiwillig einen Teil der Macht in diesem Land übernommen haben. Und das ist ein weiteres Problem. Denn die gewählten Volksvertreterinnen und Volksvertreter repräsentieren zumindest ein breiteres Bild der Bevölkerung und haben verschiedene Interessen wie Sichtweisen. Die Epidemiologen und Virologen haben als Spezialisten naheliegenderweise den Fokus auf ihrem Fachgebiet. Die Politik hat die zugegebenermaßen schwierige Aufgabe, den Fokus zu öffnen und dabei nicht nur auf die effektivsten Lobby-Vertretenden zu hören. Denn Kinder oder Opfer von häuslicher Gewalt haben keine Lobbyisten in unmittelbarer Nähe zu den Schaltstellen der Macht.

Kommen wir noch einmal zurück zur Sterblichkeitsrate. Die kann nur seriös bestimmt werden, wenn ich die „wahre Zahl“ der Infizierten und nicht nur der positiv Getesteten kenne. Deshalb führt das Tropeninstitut der LMU ja auch die Studie in München durch. Die Standford-University in den USA hat sich ebenfalls bemüht, die tatsächliche Zahl der Infizierten zu bestimmen und über Facebook 3300 Teilnehmende im Landkreis Santa Clara in Kalifornien rekrutiert. Im Ergebnis der Untersuchung kamen die Wissenschaftler auf eine Sterblichkeitsrate von 0,12 bis 0,2 Prozent durch Covid19, was der einer Influenza-Welle entspräche.

Eine Studie für jeden Zweck

Wie bei vielen Studien, die unter Zeitdruck erstellt werden müssen, sind auch bei der Standford-Studie nicht alle wissenschaftlichen Gütekriterien eingehalten worden. Aber da das Ergebnis nicht zu den vom Herdentrieb ausgelösten Maßnahmen passt, wird dieses Manko besonders betont. Und damit wird der Umgang mit der Corona-Krise zu einer Glaubensfrage, die wir bewusst als solche akzeptieren sollten.

Bitte vergessen Sie die gerade in Glaubensfragen so wichtige Toleranz gegenüber Andersgläubigen nicht.

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Blattwachstum

Blattwachstum

Mittwoch 29. April nah

Nach zwei Wochen ist es genug der täglichen Bilder. Die Buchen haben ihre Blätter (und Blüten) wieder auch dank des Regens heute. Hurra!

Mittwoch, 15.4. Nach einer kalten Nacht mit minus sechs Grad am Morgen ist es gut, dass die Buchenblättchen sich noch nicht aus ihrer schützenden Hülle herausgewagt haben. An ein, zwei Stellen schimmert es allerdings schon zart grün.

Jenseits unseres Kältlochs in der Bergerau sind die Buchenblätter schon ein bisschen weiter. Bisher ist es in diesem Jahr ähnlich trocken wie im letzten Frühjahr. Dann wollen wir mal sehen, wann die Blättchen zu Blättern werden. Aufnahmen von 12 Uhr mittags mit Beginn am 15. April. Allerdings nicht ganz aus dem gleichen Blickwinkel, denn ich brauche mein Smartphone auch noch für andere Dinge;-)

Trotz Sonne sind die Veränderungen kaum auszumachen. Vielleicht geht es etwas schneller mit dem Wachstum, wenn es am Wochenende tatsächlich mehr als zwei Tropfen Regen geben sollte.

Es hat übrigens nur wenig geregnet am Samstag. Aber die Buchen haben mit ihren tiefen Wurzeln noch ausreichend Nahrung und das Nass reichte um den Staub der letzten Monaten wegzuwischen. Deshalb leuchten die zarten Triebe jetzt im reinen Hell-Grün. Jenseits unseres Kälte-Tals sind die Buchenblätter übrigens schon viel weiter. Und wenn ich es nicht besser wüsste, dann würde ich diese Nahaufnahme als Blüte titulieren. Dabei sind es nur die eng zusammengepackten, haarigen Buchenblättchen.

Viel verändert hat sich in den letzten Tagen nicht, wenn ich mir die Reihe der Wochentage so anschaue. Es ist wohl einfach zu trocken, als dass es mit dem Wachstum rasch von statten gehen würde.

In der Nacht vom 23. auf den 24. April fiel das Thermometer noch einmal auf minus zwei Grad. Das Wasser im Eimer der Schafe auf der Weide war fest gefroren. Die Pflanzen haben es wohl alle überlebt, aber die Buchenblättchen wissen schon, warum sie sich so viel Zeit lassen. Die Äste oberhalb meiner Beobachtungsknospen sind übrigens schon weiter. Und die Bäume an den Hängen nach St. Oswald oder Waldhäuser sind auch schon alle neon-grün. Nur wir hier im Tal, in der Bergerau…

Blätter und tatsächlich eine Blüte

Die Tage vergehen, aber vom Wachstum der Blätter merkt man nur wenig. Immerhin ist die Blüte noch ein wenig größer geworden. Ich kann mich erinnern, dass es auch im letzten Jahr bis Anfang Mai gedauert hat, ehe die Blätter der Buchen ihre endgültige Größe erreicht hatten. Und geregnet hat es ja in diesem Jahr auch noch nicht viel. Also Geduld und weitere Bilder einstellen.

Es gibt wieder Pfützen!

Nach zwei Wochen hat es endlich geregnet (und es regnet immer noch). Das Wasser reicht zwar nicht, um dem Boden die notwendige Feuchte zurückzugeben, aber es hilft den Blättern der Buche, sich richtig zu öffnen. Nach zwei Wochen Beobachtungszeit ist es jetzt aber auch genug. Ich habe mal wieder Geduld gelernt und neben den Blätern auch auf die Blüten der Buche zu achten.

Jetzt gibt es wieder eine grüne Wand am Waldrand

Die Buchenblüten haben durch den Regen etwas gelitten. Aber es ist bald wieder Sonne angesagt… Unseren Schafen macht der Regen nicht viel aus. Die Wolle ist bei den Muttertieren schon wieder nachgewachsen und das Wollfett hält verlässlich die Nässe ab. Nur gegen die Gnitzen und Mücken haben die Schafe kein Rezept. Bisher brachten die kalten Nächte mit Minusgraden ein wenig Erholung, aber damit ist es wohl erst einmal vorbei.

Die Schafe haben sich übrigens nach dem Ende der Stallsaison von der Kleinen Ohe am einen Ende unseres Grundstücks, wo das Gras am schnellsten gewachsen ist, schon einmal zurück zum Haus gefressen. Jetzt geht es als nächstes in die Sumpflandschaft auf der anderen Seite.

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Oster-Schur

Oster-Schur

Angesichts der Temperaturen war es dringend an der Zeit. Trotz Corona-Virus ist der Schafscherer heute vorbei gekommen und hat die Muttertiere von ihrer Wolle befreit. Die Lämmer haben noch ein halbes Jahr Ruhe, ehe auch bei Ihnen die Wolle runter muss.

Danach ging es hinaus. Das frische Grün ist angesichts der Trockenheit und kalten Nächte zwar noch nicht üppig, aber ein bisschen Klee auf den Schreck hin tut gut.

Ansonsten geht alles seinen üblichen Gang hier auf unserer kleinen Farm. Den Tieren ist das Corona-Virus reichlich egal und folglich können auch wir am Rhythmus des Hundes, der Katze, der Hühner und der Schafe festhalten.

Jackson gibt die Sphinx

Frohe Ostern 2020

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Und doch noch eins

Und doch noch eins

Nichts ahnend war heute Morgen, 28. Februar, lautes, aber sehr hohes Gebähe neben all den bekannten Tönen aus dem Schafstall zu hören. Überraschenderweise stand neben Elvira ein weiteres Lamm. Klein und ziemlich wackelig hat es schon mehrmals verucht bei Mama zu trinken, aber so richtig viel Milch schient auch Elvira nicht zu geben. Wie mir scheint, hat die Kleine jedoch einen extremen Lebenswillen. Denn sie hält sich wacker auf ihren dünnen Beinen. Was die Farbe von Lamm Nr. 6 (Ellie) angeht, so bleibt Elvira das einzige, schwarze Schaf in der Familie;-) Quinta entwickelt sich zwar langsam aber stetig. Möge das auch für Ellie gelten. Wir bleiben optimistisch.

Morgen soll es übrigens zehn Grad warm werden (und damit wieder grün;-)

Der Grün-Weiß-Wechsel setzt sich übrigens fort. Gestern und heute Nacht sind über 25 Zentimeter Schnee zusammengekommen. Ich musste die Solarpanelen mehrmals und mit ziemlich viel Kraft von ihrer Schneeladung befreien. Dass der kalendarische Winter ab übermorgen (es ist Schaltjahr;-) vorbei ist, merkt man dennoch. Denn trotz Schneefalls war ausreichend Tageslicht vorhande, um die Batterie wieder etwas aufzuladen. Den Dieselgenerator haben wir schon seit einem Monat nicht mehr angeworfen – und insgesamt in dieser Saison drei Mal. Hoffentlich wird es kein weiteres Mal mehr nötig sein. Den Traktor habe ich gestern und heute aber sehr wohl gebraucht. Und so türmen sich zum zweiten Mal nach dem ersten Wintereinbruch Ende November die Schneeberge rund um unsere Einfahrt.

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Das dürften sie gewesen sein

Das dürften sie gewesen sein

Drei Mädchen und zwei Jungs – als letztes Schaf hat Hope vor zwei Tagen ihr Lamm zur Welt gebracht. Damit springen jetzt genauso viele Lämmer durch den Stall wie Schafe an den Raufen fressen. 

Quinta, die Nachzüglerin

Während die vier (Cäsar, Mavis, Denisovic und Ruby) bereits eine stattliche Größe erreicht haben, macht uns der Nachzügler noch ein wenig Sorgen. Die Mutter (Hope) scheint nicht allzu viel Milch abzugeben und so ist Quinta auch am dritten Tag recht wackelig auf den Beinen, obwohl sie ein Einzelkind ist. Silke und ich haben schon abwechselnd beschlossen, dass jetzt die Nuckelflasche herhalten müsste, um uns dann jeweils überzeugen zu können, doch noch etwas zu warten. Denn Trinken darf es bei Mama, aber es kommt wohl nicht so viel aus dem Euter wie bei den anderen Müttern. 

Bisher hatten wir aber bei jedem Wurf ein oder zwei Sorgenkinder, aus denen am Ende dann doch ein mehr oder minder stattliches Schaf geworden ist so zum Beispiel Klein-Buddy. Wir bleiben also optimistisch. Das fällt einem aber nicht immer ganz leicht. Denn die Natur hält nicht immer ein Happy-End bereit, wie Krawall-Susi, unser ältestes Huhn erleben musste. So oft ist sie dem Tod schon von der Schippe gesprungen. Dann holte sie Ende Januar doch der Fuchs.

Drei Hühner und ein Hahn auf der Stange

Vor einiger Zeit stattete der Fuchs uns wieder einen Besuch ab. Die verbliebene, kleine Hühnerschar war angesichts des wenigen Schnees auf dem Weg ins Wäldchen zwischen Schafstall und Straße. Jackson bellte auf einmal laut und anhaltend. Als ich aus dem Küchenfenster blickte, sah ich die schwarze Henne gefolgt vom Fuchs, der wiederum von unserem Hahn verfolgt wurde. Glücklicherweise bog die Henne am Gewächshaus Richtung Jackson ab. Der große Hund an einer dünnen Leine irritierte den Fuchs dann doch, so dass er (vielleicht war es auch eine sie, eine Fähe;-) vorsichtshalber bis an den Waldrand lief, um von dort die Lage einzuschätzen. Erst als ich mit Jackson an der Leine zum Waldrand lief, nahm sie reißaus. Den Federn nach zu urteilen, hat die Fähe zuerst versucht, den Hahn zu schnappen, um sich dann dem vermeintlich leichteren Opfer zuzuwenden.

Ein Hunn tanzt immer aus der Reihe

Als ich mit Jackson durch das Wäldchen patroullierte, konnte ich die zwei anderen Hennen zurück in den Stall scheuchen. Es sind uns also – wohl auch dank des Einsatzes des Hahns – drei Hennen geblieben. Im Moment legen diese drei Hennen ausreichend Eier, aber wir spielen mit dem Gedanken, den Brutapparat herauszuholen und vielleicht sechs Eier ausbrüten zu lassen. Denn der nächste Fuchs kommt bestimmt. Der nächste Schnee übrigens auch. Sooft wie in diesem Winter haben sich grün und weiß rund ums Haus noch nie abgewechselt.

Jackson und die Hühner
Eigentlich sieht Quinta ja ganz munter in die Welt

Elvira, unser jüngstes, schwarzes Schaf, könnte übrigens durchaus noch trächtig sein. Der Bock hatte bis in den November Gelegenheit, eher er mit Buddy in sein Winterquatier gekommen ist. Es bleibt also bis in den April spannend, wenn man zum Füttern in den Schafstall kommt. Quinta wird hoffentlich bald genauso herumtollen wie der Rest der Bande. Dann steht die nächste Herausforderung an. Denn die Lämmer müssen lernen, Abstand vom Weidezaun zu halten. Erst dann kann der Auslauf entsprechend vergrößert werden. Bis dahin werden sich aber wohl noch ein paar Mal grün und weiß abwechseln.

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Jetzt sind es schon Drei

Jetzt sind es schon Drei

Nach Courage ist Aiko danieder gekommen. Zwillinge: Mavis und Denisovic. Das Mädchen ist noch etwas zurückhaltender, aber nach zwei Tagen auf der Welt wird schon fast so viel herumgetollt wie Caesar.

Noch geht es bei den drei nur um Muttermilch und darum die Welt zu entdecken. Ungestört beobachten können wir die Lämmer am besten, wenn die Mütter und Tanten abgelenkt sind und sich die Mägen mit Heu vollschlagen. Die Aussicht auf frisches Grün ist angesichts des Schnees, der gestern und heute gefallen ist, wieder vorbei – aber wir haben ja auch erst Anfang Februar, auch wenn man das nach fünf Tagen Dauerregen und milden Temperaturen fast vergessen konnte. Das viele Nass hat unsere Quelle übrigens wieder zum Sprudeln gebracht.

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Kommt der Schnee, kommt auch das erste Lamm

Kommt der Schnee, kommt auch das erste Lamm

Keine vereiste sondern eine zugeschneite Quelle

Zwei Tage befriedigte der Schnee das allgemeine idealtypische Gefühl des Winters; zwei Tage durfte/musste ich die Wege rund ums Haus frei schippen, die Solarzellen vom Schnee befreien und den Platz vor den Garagen mit dem Traktor freiräumen; zwei Tage nutzten die Kinder in Neuschönau, Forstwald oder Haslach die rund 15 Zentimeter weißen Pulvers, um mit den Schlitten die kleinen Hänge hinunter zu düsen und den Berg wieder hinauf zu stapfen. Ab heute Nacht ist es wohl vorbei mit der weißen Pracht. Es soll die nächsten fünf Tage durch regnen.

Es ist nicht so, dass der Boden im Nationalpark Bayerischer Wald nicht dringend Wasser gebrauchen könnte; unsere Quelle läuft nur noch als kleines Rinnsal in den Wasserbottich – meist unter dem Eis hindurch, da dieser die meiste Zeit zugefroren war. Angesichts der Temperaturen in der Nacht in der Regel weit unter dem Gefrierpunkt war bish jetzt auch die Erde hart wie Eis und konnte deshalb kein Wasser aufnehmen. Wenn es also die nächste Woche so ausgiebig regnen muss, dann doch bitte bei echten Plusgraden, die den Boden auftauen und für das Wasser empfänglich werden lässt.

Die Tanten und potentiellen Mütter

Mit der ersten, richtigen Menge Schnee in diesem Winter kam auch unser erstes Lamm der diesjährigen Saison (spät aber doch;-). Vielleicht hat den kleinen Bock der Schnee interessiert, so dass er in der Nacht die sichere, aber schon ein wenig enge Bauchhöhle der Mutter verlassen hat. Courage, das Mutterschaf, benimmt sich wie eine vorbildliche Mutter, nachdem es bei den letzten Geburten nicht so einfach verlaufen ist. Mal sehen, welche der Mütter die nächste ist; oder ob unsere Geduld erneut auf eine ausgiebige Probe gestellt wird. Wir werden sehen…

Frisch „geschlüpft“

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Winter has arrived – temporary

Winter has arrived – temporary

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Winter is coming

Winter is coming

Gerade rechtzeitig haben die Schafe ihre letzte Weiderunde beendet und kürzen nun das Gras rund um ihren Winterstall – sofern der Schnee die verblichenen Halme nichtdauerhaft zudeckt.

Jetzt beginnt wieder Zeit, in der man die Solarpanelen vom Schnee befreien muss, um Strom zu haben

Der erste Schnee in diesem Winter ist nach unserer mittlerweile fünfjährigen Erfahrung hier in Altschönau weder besonders früh noch besonders spät dran. Im letzten Jahr blieb der Schnee Anfang Dezember dauerhaft liegen. Wir gehen mal davon aus, dass der heutige Schneematsch morgen schon wieder weg ist und ich nicht die Solarpanelen vom Schnee befreien muss, um wieder ein bisschen Strom in die Batterie zu bekommen. Den Dieselgenerator hatten wir vorsichtshalber schon einmal angeworfen; und nach ein bisschen Starthilfe sprang er sogar an.

Schnee auf dem Rosenkohl

Der erste Wintereinbruch passte mit unserem Timing gut zusammen. Der Holzwagen als Sommerunterstand für die Schafe ist an seinem Winterplatz, die Blätter zusammengerächt und die hochgeschossenen Bambusstangen sind abgeschnitten und verräumt. Im Gemüsegarten stehen neben dem Rosenkohl nur noch ein paar Salatpflanzen und trotzen dem ersten Schnee.

Die Hühner im Winterstall

Die Hühner sind vor ein paar Tagen freiweillig in ihr Winterquatier gewechselt. Der alte Stall mit Mauern aus großen Steinen schließt unmittelbar ans Haus an und bietet der kleinen Hühnerschar mehr Wärme als der hölzerne Sommerverschlag. Angesichts ihrer Mauser und der letzten Erfahrung mit dem Habicht hat das liebe Federvieh in den vergangenen Tagen auch ohne Schneeflocken wenig Lust verspührt, nach draußen zu gehen. Die Eierproduktion fällt zur Zeit dementsprechend spärlich aus.

Jackson nach dem Morgenspaziergang

Nur Jackson will – ob Schnee oder Regen – auf seine morgendlichen und abendlichen Runden nicht verzichten, um danach so richtig schön schlafen zu können. Denn am Morgen oder im Laufe des Vormittags brennt dann auch im Ofen ein knackendes Feuer, das langsam die Küche und das Wohnzimmer erwärmt.

Rauch aus dem Kamin

Irgendwie ist alles im Moment ganz stimmig, wenn wir es schaffen, uns nicht von den vielen Kleinigkeiten stressen zu lassen. Denn der nahende Winter verbreitet neben Feuchte und Kühle auch eine angenehme Behaglichkeit.

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