Autor: PKujath

geboren 1972, seit 1995 Mitarbeiter des Bayerischen Rundfunks, von 2007 bis 2013 ARD Hörfunkkorrespondent für Ostasien mit Sitz in Tokio, seit August 2014 langsamer Rückzug in den Bayerischen Wald
Und doch noch eins

Und doch noch eins

Nichts ahnend war heute Morgen, 28. Februar, lautes, aber sehr hohes Gebähe neben all den bekannten Tönen aus dem Schafstall zu hören. Überraschenderweise stand neben Elvira ein weiteres Lamm. Klein und ziemlich wackelig hat es schon mehrmals verucht bei Mama zu trinken, aber so richtig viel Milch schient auch Elvira nicht zu geben. Wie mir scheint, hat die Kleine jedoch einen extremen Lebenswillen. Denn sie hält sich wacker auf ihren dünnen Beinen. Was die Farbe von Lamm Nr. 6 (Ellie) angeht, so bleibt Elvira das einzige, schwarze Schaf in der Familie;-) Quinta entwickelt sich zwar langsam aber stetig. Möge das auch für Ellie gelten. Wir bleiben optimistisch.

Morgen soll es übrigens zehn Grad warm werden (und damit wieder grün;-)

Der Grün-Weiß-Wechsel setzt sich übrigens fort. Gestern und heute Nacht sind über 25 Zentimeter Schnee zusammengekommen. Ich musste die Solarpanelen mehrmals und mit ziemlich viel Kraft von ihrer Schneeladung befreien. Dass der kalendarische Winter ab übermorgen (es ist Schaltjahr;-) vorbei ist, merkt man dennoch. Denn trotz Schneefalls war ausreichend Tageslicht vorhande, um die Batterie wieder etwas aufzuladen. Den Dieselgenerator haben wir schon seit einem Monat nicht mehr angeworfen – und insgesamt in dieser Saison drei Mal. Hoffentlich wird es kein weiteres Mal mehr nötig sein. Den Traktor habe ich gestern und heute aber sehr wohl gebraucht. Und so türmen sich zum zweiten Mal nach dem ersten Wintereinbruch Ende November die Schneeberge rund um unsere Einfahrt.

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Das dürften sie gewesen sein

Das dürften sie gewesen sein

Drei Mädchen und zwei Jungs – als letztes Schaf hat Hope vor zwei Tagen ihr Lamm zur Welt gebracht. Damit springen jetzt genauso viele Lämmer durch den Stall wie Schafe an den Raufen fressen. 

Quinta, die Nachzüglerin

Während die vier (Cäsar, Mavis, Denisovic und Ruby) bereits eine stattliche Größe erreicht haben, macht uns der Nachzügler noch ein wenig Sorgen. Die Mutter (Hope) scheint nicht allzu viel Milch abzugeben und so ist Quinta auch am dritten Tag recht wackelig auf den Beinen, obwohl sie ein Einzelkind ist. Silke und ich haben schon abwechselnd beschlossen, dass jetzt die Nuckelflasche herhalten müsste, um uns dann jeweils überzeugen zu können, doch noch etwas zu warten. Denn Trinken darf es bei Mama, aber es kommt wohl nicht so viel aus dem Euter wie bei den anderen Müttern. 

Bisher hatten wir aber bei jedem Wurf ein oder zwei Sorgenkinder, aus denen am Ende dann doch ein mehr oder minder stattliches Schaf geworden ist so zum Beispiel Klein-Buddy. Wir bleiben also optimistisch. Das fällt einem aber nicht immer ganz leicht. Denn die Natur hält nicht immer ein Happy-End bereit, wie Krawall-Susi, unser ältestes Huhn erleben musste. So oft ist sie dem Tod schon von der Schippe gesprungen. Dann holte sie Ende Januar doch der Fuchs.

Drei Hühner und ein Hahn auf der Stange

Vor einiger Zeit stattete der Fuchs uns wieder einen Besuch ab. Die verbliebene, kleine Hühnerschar war angesichts des wenigen Schnees auf dem Weg ins Wäldchen zwischen Schafstall und Straße. Jackson bellte auf einmal laut und anhaltend. Als ich aus dem Küchenfenster blickte, sah ich die schwarze Henne gefolgt vom Fuchs, der wiederum von unserem Hahn verfolgt wurde. Glücklicherweise bog die Henne am Gewächshaus Richtung Jackson ab. Der große Hund an einer dünnen Leine irritierte den Fuchs dann doch, so dass er (vielleicht war es auch eine sie, eine Fähe;-) vorsichtshalber bis an den Waldrand lief, um von dort die Lage einzuschätzen. Erst als ich mit Jackson an der Leine zum Waldrand lief, nahm sie reißaus. Den Federn nach zu urteilen, hat die Fähe zuerst versucht, den Hahn zu schnappen, um sich dann dem vermeintlich leichteren Opfer zuzuwenden.

Ein Hunn tanzt immer aus der Reihe

Als ich mit Jackson durch das Wäldchen patroullierte, konnte ich die zwei anderen Hennen zurück in den Stall scheuchen. Es sind uns also – wohl auch dank des Einsatzes des Hahns – drei Hennen geblieben. Im Moment legen diese drei Hennen ausreichend Eier, aber wir spielen mit dem Gedanken, den Brutapparat herauszuholen und vielleicht sechs Eier ausbrüten zu lassen. Denn der nächste Fuchs kommt bestimmt. Der nächste Schnee übrigens auch. Sooft wie in diesem Winter haben sich grün und weiß rund ums Haus noch nie abgewechselt.

Jackson und die Hühner
Eigentlich sieht Quinta ja ganz munter in die Welt

Elvira, unser jüngstes, schwarzes Schaf, könnte übrigens durchaus noch trächtig sein. Der Bock hatte bis in den November Gelegenheit, eher er mit Buddy in sein Winterquatier gekommen ist. Es bleibt also bis in den April spannend, wenn man zum Füttern in den Schafstall kommt. Quinta wird hoffentlich bald genauso herumtollen wie der Rest der Bande. Dann steht die nächste Herausforderung an. Denn die Lämmer müssen lernen, Abstand vom Weidezaun zu halten. Erst dann kann der Auslauf entsprechend vergrößert werden. Bis dahin werden sich aber wohl noch ein paar Mal grün und weiß abwechseln.

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Jetzt sind es schon Drei

Jetzt sind es schon Drei

Nach Courage ist Aiko danieder gekommen. Zwillinge: Mavis und Denisovic. Das Mädchen ist noch etwas zurückhaltender, aber nach zwei Tagen auf der Welt wird schon fast so viel herumgetollt wie Caesar.

Noch geht es bei den drei nur um Muttermilch und darum die Welt zu entdecken. Ungestört beobachten können wir die Lämmer am besten, wenn die Mütter und Tanten abgelenkt sind und sich die Mägen mit Heu vollschlagen. Die Aussicht auf frisches Grün ist angesichts des Schnees, der gestern und heute gefallen ist, wieder vorbei – aber wir haben ja auch erst Anfang Februar, auch wenn man das nach fünf Tagen Dauerregen und milden Temperaturen fast vergessen konnte. Das viele Nass hat unsere Quelle übrigens wieder zum Sprudeln gebracht.

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Kommt der Schnee, kommt auch das erste Lamm

Kommt der Schnee, kommt auch das erste Lamm

Keine vereiste sondern eine zugeschneite Quelle

Zwei Tage befriedigte der Schnee das allgemeine idealtypische Gefühl des Winters; zwei Tage durfte/musste ich die Wege rund ums Haus frei schippen, die Solarzellen vom Schnee befreien und den Platz vor den Garagen mit dem Traktor freiräumen; zwei Tage nutzten die Kinder in Neuschönau, Forstwald oder Haslach die rund 15 Zentimeter weißen Pulvers, um mit den Schlitten die kleinen Hänge hinunter zu düsen und den Berg wieder hinauf zu stapfen. Ab heute Nacht ist es wohl vorbei mit der weißen Pracht. Es soll die nächsten fünf Tage durch regnen.

Es ist nicht so, dass der Boden im Nationalpark Bayerischer Wald nicht dringend Wasser gebrauchen könnte; unsere Quelle läuft nur noch als kleines Rinnsal in den Wasserbottich – meist unter dem Eis hindurch, da dieser die meiste Zeit zugefroren war. Angesichts der Temperaturen in der Nacht in der Regel weit unter dem Gefrierpunkt war bish jetzt auch die Erde hart wie Eis und konnte deshalb kein Wasser aufnehmen. Wenn es also die nächste Woche so ausgiebig regnen muss, dann doch bitte bei echten Plusgraden, die den Boden auftauen und für das Wasser empfänglich werden lässt.

Die Tanten und potentiellen Mütter

Mit der ersten, richtigen Menge Schnee in diesem Winter kam auch unser erstes Lamm der diesjährigen Saison (spät aber doch;-). Vielleicht hat den kleinen Bock der Schnee interessiert, so dass er in der Nacht die sichere, aber schon ein wenig enge Bauchhöhle der Mutter verlassen hat. Courage, das Mutterschaf, benimmt sich wie eine vorbildliche Mutter, nachdem es bei den letzten Geburten nicht so einfach verlaufen ist. Mal sehen, welche der Mütter die nächste ist; oder ob unsere Geduld erneut auf eine ausgiebige Probe gestellt wird. Wir werden sehen…

Frisch „geschlüpft“

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Winter has arrived – temporary

Winter has arrived – temporary

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Winter is coming

Winter is coming

Gerade rechtzeitig haben die Schafe ihre letzte Weiderunde beendet und kürzen nun das Gras rund um ihren Winterstall – sofern der Schnee die verblichenen Halme nichtdauerhaft zudeckt.

Jetzt beginnt wieder Zeit, in der man die Solarpanelen vom Schnee befreien muss, um Strom zu haben

Der erste Schnee in diesem Winter ist nach unserer mittlerweile fünfjährigen Erfahrung hier in Altschönau weder besonders früh noch besonders spät dran. Im letzten Jahr blieb der Schnee Anfang Dezember dauerhaft liegen. Wir gehen mal davon aus, dass der heutige Schneematsch morgen schon wieder weg ist und ich nicht die Solarpanelen vom Schnee befreien muss, um wieder ein bisschen Strom in die Batterie zu bekommen. Den Dieselgenerator hatten wir vorsichtshalber schon einmal angeworfen; und nach ein bisschen Starthilfe sprang er sogar an.

Schnee auf dem Rosenkohl

Der erste Wintereinbruch passte mit unserem Timing gut zusammen. Der Holzwagen als Sommerunterstand für die Schafe ist an seinem Winterplatz, die Blätter zusammengerächt und die hochgeschossenen Bambusstangen sind abgeschnitten und verräumt. Im Gemüsegarten stehen neben dem Rosenkohl nur noch ein paar Salatpflanzen und trotzen dem ersten Schnee.

Die Hühner im Winterstall

Die Hühner sind vor ein paar Tagen freiweillig in ihr Winterquatier gewechselt. Der alte Stall mit Mauern aus großen Steinen schließt unmittelbar ans Haus an und bietet der kleinen Hühnerschar mehr Wärme als der hölzerne Sommerverschlag. Angesichts ihrer Mauser und der letzten Erfahrung mit dem Habicht hat das liebe Federvieh in den vergangenen Tagen auch ohne Schneeflocken wenig Lust verspührt, nach draußen zu gehen. Die Eierproduktion fällt zur Zeit dementsprechend spärlich aus.

Jackson nach dem Morgenspaziergang

Nur Jackson will – ob Schnee oder Regen – auf seine morgendlichen und abendlichen Runden nicht verzichten, um danach so richtig schön schlafen zu können. Denn am Morgen oder im Laufe des Vormittags brennt dann auch im Ofen ein knackendes Feuer, das langsam die Küche und das Wohnzimmer erwärmt.

Rauch aus dem Kamin

Irgendwie ist alles im Moment ganz stimmig, wenn wir es schaffen, uns nicht von den vielen Kleinigkeiten stressen zu lassen. Denn der nahende Winter verbreitet neben Feuchte und Kühle auch eine angenehme Behaglichkeit.

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Goldener Oktober

Goldener Oktober

Es ist mit 20 Grad und nur einem leichten Schleier am Himmel einfach zu warm für Ende Oktober. An den meisten Orten in Deutschland regnet es oder hat es zumindest geregnet laut den Wetternkarten in den Nachrichten. Nur in einem kleinen Dorf im Osten Bayerns… Unsere Feuchtwiesen machen ihrem Namen kaum noch Ehre und unsere Quelle schickt das Wasser lediglich Tropfenweise in das Auffangbecken.

Neun sind zu viele für so ein Bild, aber das ist nicht allein der Grund, warum wir reduziern wollen

Immerhin sind die Schatten der Bäume schon so lang, dass die Schafe neben ihrem Wagen auch vom Waldrand her Schatten haben. So wie sie sich auf das verbliebene Grün der Wiesen stürzen, das wir ihnen alle zwei bis drei Tage frisch abgestecken können, rechnen sie wohl mit einem langen, harten Winter und schlagen sich noch einmal ordentlich die Bäuche voll. Zum Wiederkäuen bleibt da kaum Zeit und so torkeln sie mit ihren riesigen Mägen über die ausgetrockeneten Entwässerungsgräben, als wären sie Schiffe in hoher See.

Irgendwie schafft es die Wanze sich auf dem Fensterglas festzuhalten

Die Nächte sind in unserem Kälte-Tal im Gegensatz zu den Orten auf der Kuppe der Hügel ordentlich kalt. Das hilft den Schafen durchzuschnaufen und vertreibt all die Fliegen, Wespen, Mariechenkäfer und Wanzen, die in Heerscharen rund um unser Haus (wie hier an der Fensterscheibe draußen und als zahlreiche Exemplare auch im Haus) zu finden sind. Raureif hat die Grashalme zwar schon an einigen Morgenden überzogen, aber die letzten Nächte blieb das Thermometer drei, vier Grad über dem Gefrierpunkt.

Es fällt uns zwar nicht ganz leicht, aber die Anfrage kam im richtigen Moment. Ein uns aus dem Verein Zeitwende e.V. bekanntes Pärchen möchte wieder eine Schafsherde gründen. Also haben wir ihnen zwei von unseren sicher schon trächtigen Tieren angeboten. Denn wir wissen, dass die Tiere bei ihnen in guten Händen sind. Auf diese Weise können wir gleichzeitig unseren Tierbestand reduzieren. Vielleicht der Einstieg in den Ausstieg.

Alle Schafe in Position (bis auf Buddy und Elvira)…

Auch die beiden Böcke werden am Ende der Weidesaison in ein Winterquatier kommen. Dann haben die Schafsweibchen ihre Ruhe und können ungefährdet ihre Lämmer zur Welt bringen – zumindest rechnen wir auch an diesem Weihnachten mit einer nicht jungfräulichen Geburt in unserem Stall. Gleichzeitig leisten Patrick und Buddy mit ihrem angenehmen Wesen einem Freund von uns im Winter auf seinem Grundstück Gesellschaft.

…es geht ein Hund (mit Frauchen an der Leine) vorbei

Unsere Hühnerschar wurde von der Natur reduziert und ist im Moment sehr zurückhaltend. Der Habicht war zu Besuch und hat zum Glück dann doch von seinem Vorhaben Abstand nehmen müssen. Vorsichtshalber bleiben die Hennen mit ihrem Hahn aber lieber die meiste Zeit drinnen. Nur mit dem Lockruf, der unsere Reis- oder Nudelreste verheißt, lassen sie sich auf die Wiese lotsen. Dann sind sie aber einfach Fotogen.

Jackson hat genau die richtige Tisch-Höhe

Nicht minder Fotogen ist Jackson, wenn er mit Unschuldsmine seinen Blick über die Tischplatte schweifen lässt. Das ist der Vorteil, wenn man so groß ist. Im Haus fühlt sich Jackson ebenso wohl wie vor dem Haus. Aber am liebsten ist er noch immer Wald und so bleibt uns nichts anderes übrig als den Jagdhund ggf. auch doppelt anzuleinen.

Jackson stört das wenig, so lange wir mit ihm herumtollen und er morgens seinen ausgedehnten Auslauf hat. Das lässt sich einrichten…

Es gibt immer etwas zu tun rund ums Haus, auch wenn die Käfer-Bäume an unserer Grundstücksgrenze bzw. wieder etwas Gipfelholz in diesem Jahr noch nicht abgefallen sind. Den einzigen, ergiebigen Regenguss habe ich genutzt, um die Entwässerungsgräber auszuheben. Das geht aber nur, wenn der Boden wenigstens ein bisschen feucht ist. In unserem Klärteich ist angesichts unseres Wasserverbrauchs zum Glück beständig der gleiche Wasserspiegel – findet zumindest das Grünzeug, das sich in diesem Jahr auf der Oberfläche angesammelt und auch ein paar Enten zum Verweilen eingeladen hat.

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Kreislauf der Nährstoffe

Kreislauf der Nährstoffe

Der 1. Oktober war noch einmal ein richtig schöner Herbsttag. Die Sonne geht mittlerweile rechts vom Lusen auf und lässt den Bergrücken mit seinen Bäumen auf dem Grad gelb erstrahlen, während sich der Himmel eisblau präsentiert. Bei diesem Wetter lohnt es sich am Morgen mit Jackson die St. Oswald-Runde zu gehen. Denn nach dem Anstieg hat man von dort den besten Blick hinüber zum Lusen.

Da die Brunft der Hirsche im vollen Gang ist, war es nicht überraschend, dass ein kapitaler Bursche unseren Weg kreuzte und gemählich davon lief. Wie gerne wäre Jackson ihm hinterher, aber das ist leider der Grund, warum wir den großen Hund wohl niemals ohne Leine am Haus lassen dürfen.

Jackson im Gras vor dem Schafstall

Die Sonne wärmte vor allem am Nachmittag, aber der Wind erinnerte einen daran, dass es Herbst ist. Die richtige Zeit also, um den Gemüsefeldern die Nährstoffe zurückzugeben, die sie mehr oder minder erfolgreich in das Wachstum von Blumenkohl, Kohlrabi, Chinakohl, Fenchel, Salat, Möhren, Pastinaken, Kartoffeln, Erbsen, Bohnen, Mais, Zwiebeln, Knoblauch, Mangold, Spinat, Salat und jetzt zum Schluss noch Rosenkohl gesteckt haben. Die Ausbeute inklusive des Gewächshauses mit Zucchini, Gurken und Tomaten war dieses Jahr zwar in der Menge eher bescheiden, aber in der Auswahl reichlich.

Die Schafsmatte, die wieder zu Erde geworden ist

Die Schafsmatte der vergangenen Jahre haben wir zwar nicht so gewendet, wie das in den vielen Land- oder Permakulturbüchern vorgeschrieben ist, aber die untere Schicht ist trotzdem dunkel und dicht besiedelt von Regenwürmern. Also gilt es mit dem Spaten, die Schubkarre zu füllen und den eigenen Dünger an die richtigen Orte zu bringen: eine Schubkarre für den übriggebliebenen Betonring, der den Karotten und Zwiebeln einen einigermaßenen Schutz gegen die Wühlmaus geboten hat, neun Schubkarren auf den Kartoffelacker, der im nächsten Frühjahr die Erbsen und Bohnen beherbergen soll, und sieben Schubkarren in den Gemüsegarten. Gut, dass es ab morgen regnen soll und nicht nur die Natur Zeit zum Regenerieren hat.

In Jacksons Prison blühen die Astern

Jackson hat das alles von seiner Position vor dem Schafstall aus interessiert verfolgt. Die freie Sicht ist ihm lieber als sein Prison; und der Aufenthalt an der Leine dort wirkungsvoller gegen den Fuchs, der uns vor einer Woche wieder einmal ein Huhn gestohlen hat. Dieses Mal war es Gerda, von der am Wegesrand nur noch Federn übrig blieben. Jackson bellte ordentlich, aber wir kamen zu spät. Das hätte nach dem Tod von Hanabi eigentlich nicht sein müssen.

Die restlichen Hühner bei der Arbeit

Jackson hat sich übrigens gut eingerichtet als „Allein-Hund“ und dreht vor allem im Haus ein wenig auf. Jetzt ist es nur noch an uns, ihn wenn nötig in die Schranken zu weisen und vom Sofa fern zu halten. Aber das klappt eigentlich ganz gut. Die Schafe sind noch gut beschäftigt, das verbliebene Gras abzuknabbern und gerade zum dritten Mal in dieser Saison an unserem Klärteich angelangt. Jetzt wächst aber kaum noch etwas nach. Der Rasen vor und hinter unserem Haus, der vor drei Wochen abgeweidet wurde und noch immer Rasenmäher kurz aussieht, ist dafür ein gut sichtbarer Beleg. Die Zeichen stehen auf Herbst. Die Birken haben die meisten ihrer Blätter schon verloren, die Buchenblätter sind bereits braun, da sie in diesem Jahr generell etwas schwächeln und die Ahornbäume übergeben ihre großen gelb verfärbten Blätter dem Wind. Dabei hat unsere Anpflanzung aus der Anfangszeit überraschend lange durchgehalten und ist zum ersten Mal ein klein wenig gewachsen. Wir werden sehen, wie das im nächsten Jahr wird. Davor kommt aber erst einmal der Winter. Unser Holzvorrat dürfte reichen, auch wenn der Ofen in der Küche bereits eifrig genutzt wird.

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