Autor: PKujath

geboren 1972, seit 1995 Mitarbeiter des Bayerischen Rundfunks, von 2007 bis 2013 ARD Hörfunkkorrespondent für Ostasien mit Sitz in Tokio, seit August 2014 langsamer Rückzug in den Bayerischen Wald
Winter has arrived – temporary

Winter has arrived – temporary

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Winter is coming

Winter is coming

Gerade rechtzeitig haben die Schafe ihre letzte Weiderunde beendet und kürzen nun das Gras rund um ihren Winterstall – sofern der Schnee die verblichenen Halme nichtdauerhaft zudeckt.

Jetzt beginnt wieder Zeit, in der man die Solarpanelen vom Schnee befreien muss, um Strom zu haben

Der erste Schnee in diesem Winter ist nach unserer mittlerweile fünfjährigen Erfahrung hier in Altschönau weder besonders früh noch besonders spät dran. Im letzten Jahr blieb der Schnee Anfang Dezember dauerhaft liegen. Wir gehen mal davon aus, dass der heutige Schneematsch morgen schon wieder weg ist und ich nicht die Solarpanelen vom Schnee befreien muss, um wieder ein bisschen Strom in die Batterie zu bekommen. Den Dieselgenerator hatten wir vorsichtshalber schon einmal angeworfen; und nach ein bisschen Starthilfe sprang er sogar an.

Schnee auf dem Rosenkohl

Der erste Wintereinbruch passte mit unserem Timing gut zusammen. Der Holzwagen als Sommerunterstand für die Schafe ist an seinem Winterplatz, die Blätter zusammengerächt und die hochgeschossenen Bambusstangen sind abgeschnitten und verräumt. Im Gemüsegarten stehen neben dem Rosenkohl nur noch ein paar Salatpflanzen und trotzen dem ersten Schnee.

Die Hühner im Winterstall

Die Hühner sind vor ein paar Tagen freiweillig in ihr Winterquatier gewechselt. Der alte Stall mit Mauern aus großen Steinen schließt unmittelbar ans Haus an und bietet der kleinen Hühnerschar mehr Wärme als der hölzerne Sommerverschlag. Angesichts ihrer Mauser und der letzten Erfahrung mit dem Habicht hat das liebe Federvieh in den vergangenen Tagen auch ohne Schneeflocken wenig Lust verspührt, nach draußen zu gehen. Die Eierproduktion fällt zur Zeit dementsprechend spärlich aus.

Jackson nach dem Morgenspaziergang

Nur Jackson will – ob Schnee oder Regen – auf seine morgendlichen und abendlichen Runden nicht verzichten, um danach so richtig schön schlafen zu können. Denn am Morgen oder im Laufe des Vormittags brennt dann auch im Ofen ein knackendes Feuer, das langsam die Küche und das Wohnzimmer erwärmt.

Rauch aus dem Kamin

Irgendwie ist alles im Moment ganz stimmig, wenn wir es schaffen, uns nicht von den vielen Kleinigkeiten stressen zu lassen. Denn der nahende Winter verbreitet neben Feuchte und Kühle auch eine angenehme Behaglichkeit.

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Goldener Oktober

Goldener Oktober

Es ist mit 20 Grad und nur einem leichten Schleier am Himmel einfach zu warm für Ende Oktober. An den meisten Orten in Deutschland regnet es oder hat es zumindest geregnet laut den Wetternkarten in den Nachrichten. Nur in einem kleinen Dorf im Osten Bayerns… Unsere Feuchtwiesen machen ihrem Namen kaum noch Ehre und unsere Quelle schickt das Wasser lediglich Tropfenweise in das Auffangbecken.

Neun sind zu viele für so ein Bild, aber das ist nicht allein der Grund, warum wir reduziern wollen

Immerhin sind die Schatten der Bäume schon so lang, dass die Schafe neben ihrem Wagen auch vom Waldrand her Schatten haben. So wie sie sich auf das verbliebene Grün der Wiesen stürzen, das wir ihnen alle zwei bis drei Tage frisch abgestecken können, rechnen sie wohl mit einem langen, harten Winter und schlagen sich noch einmal ordentlich die Bäuche voll. Zum Wiederkäuen bleibt da kaum Zeit und so torkeln sie mit ihren riesigen Mägen über die ausgetrockeneten Entwässerungsgräben, als wären sie Schiffe in hoher See.

Irgendwie schafft es die Wanze sich auf dem Fensterglas festzuhalten

Die Nächte sind in unserem Kälte-Tal im Gegensatz zu den Orten auf der Kuppe der Hügel ordentlich kalt. Das hilft den Schafen durchzuschnaufen und vertreibt all die Fliegen, Wespen, Mariechenkäfer und Wanzen, die in Heerscharen rund um unser Haus (wie hier an der Fensterscheibe draußen und als zahlreiche Exemplare auch im Haus) zu finden sind. Raureif hat die Grashalme zwar schon an einigen Morgenden überzogen, aber die letzten Nächte blieb das Thermometer drei, vier Grad über dem Gefrierpunkt.

Es fällt uns zwar nicht ganz leicht, aber die Anfrage kam im richtigen Moment. Ein uns aus dem Verein Zeitwende e.V. bekanntes Pärchen möchte wieder eine Schafsherde gründen. Also haben wir ihnen zwei von unseren sicher schon trächtigen Tieren angeboten. Denn wir wissen, dass die Tiere bei ihnen in guten Händen sind. Auf diese Weise können wir gleichzeitig unseren Tierbestand reduzieren. Vielleicht der Einstieg in den Ausstieg.

Alle Schafe in Position (bis auf Buddy und Elvira)…

Auch die beiden Böcke werden am Ende der Weidesaison in ein Winterquatier kommen. Dann haben die Schafsweibchen ihre Ruhe und können ungefährdet ihre Lämmer zur Welt bringen – zumindest rechnen wir auch an diesem Weihnachten mit einer nicht jungfräulichen Geburt in unserem Stall. Gleichzeitig leisten Patrick und Buddy mit ihrem angenehmen Wesen einem Freund von uns im Winter auf seinem Grundstück Gesellschaft.

…es geht ein Hund (mit Frauchen an der Leine) vorbei

Unsere Hühnerschar wurde von der Natur reduziert und ist im Moment sehr zurückhaltend. Der Habicht war zu Besuch und hat zum Glück dann doch von seinem Vorhaben Abstand nehmen müssen. Vorsichtshalber bleiben die Hennen mit ihrem Hahn aber lieber die meiste Zeit drinnen. Nur mit dem Lockruf, der unsere Reis- oder Nudelreste verheißt, lassen sie sich auf die Wiese lotsen. Dann sind sie aber einfach Fotogen.

Jackson hat genau die richtige Tisch-Höhe

Nicht minder Fotogen ist Jackson, wenn er mit Unschuldsmine seinen Blick über die Tischplatte schweifen lässt. Das ist der Vorteil, wenn man so groß ist. Im Haus fühlt sich Jackson ebenso wohl wie vor dem Haus. Aber am liebsten ist er noch immer Wald und so bleibt uns nichts anderes übrig als den Jagdhund ggf. auch doppelt anzuleinen.

Jackson stört das wenig, so lange wir mit ihm herumtollen und er morgens seinen ausgedehnten Auslauf hat. Das lässt sich einrichten…

Es gibt immer etwas zu tun rund ums Haus, auch wenn die Käfer-Bäume an unserer Grundstücksgrenze bzw. wieder etwas Gipfelholz in diesem Jahr noch nicht abgefallen sind. Den einzigen, ergiebigen Regenguss habe ich genutzt, um die Entwässerungsgräber auszuheben. Das geht aber nur, wenn der Boden wenigstens ein bisschen feucht ist. In unserem Klärteich ist angesichts unseres Wasserverbrauchs zum Glück beständig der gleiche Wasserspiegel – findet zumindest das Grünzeug, das sich in diesem Jahr auf der Oberfläche angesammelt und auch ein paar Enten zum Verweilen eingeladen hat.

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Kreislauf der Nährstoffe

Kreislauf der Nährstoffe

Der 1. Oktober war noch einmal ein richtig schöner Herbsttag. Die Sonne geht mittlerweile rechts vom Lusen auf und lässt den Bergrücken mit seinen Bäumen auf dem Grad gelb erstrahlen, während sich der Himmel eisblau präsentiert. Bei diesem Wetter lohnt es sich am Morgen mit Jackson die St. Oswald-Runde zu gehen. Denn nach dem Anstieg hat man von dort den besten Blick hinüber zum Lusen.

Da die Brunft der Hirsche im vollen Gang ist, war es nicht überraschend, dass ein kapitaler Bursche unseren Weg kreuzte und gemählich davon lief. Wie gerne wäre Jackson ihm hinterher, aber das ist leider der Grund, warum wir den großen Hund wohl niemals ohne Leine am Haus lassen dürfen.

Jackson im Gras vor dem Schafstall

Die Sonne wärmte vor allem am Nachmittag, aber der Wind erinnerte einen daran, dass es Herbst ist. Die richtige Zeit also, um den Gemüsefeldern die Nährstoffe zurückzugeben, die sie mehr oder minder erfolgreich in das Wachstum von Blumenkohl, Kohlrabi, Chinakohl, Fenchel, Salat, Möhren, Pastinaken, Kartoffeln, Erbsen, Bohnen, Mais, Zwiebeln, Knoblauch, Mangold, Spinat, Salat und jetzt zum Schluss noch Rosenkohl gesteckt haben. Die Ausbeute inklusive des Gewächshauses mit Zucchini, Gurken und Tomaten war dieses Jahr zwar in der Menge eher bescheiden, aber in der Auswahl reichlich.

Die Schafsmatte, die wieder zu Erde geworden ist

Die Schafsmatte der vergangenen Jahre haben wir zwar nicht so gewendet, wie das in den vielen Land- oder Permakulturbüchern vorgeschrieben ist, aber die untere Schicht ist trotzdem dunkel und dicht besiedelt von Regenwürmern. Also gilt es mit dem Spaten, die Schubkarre zu füllen und den eigenen Dünger an die richtigen Orte zu bringen: eine Schubkarre für den übriggebliebenen Betonring, der den Karotten und Zwiebeln einen einigermaßenen Schutz gegen die Wühlmaus geboten hat, neun Schubkarren auf den Kartoffelacker, der im nächsten Frühjahr die Erbsen und Bohnen beherbergen soll, und sieben Schubkarren in den Gemüsegarten. Gut, dass es ab morgen regnen soll und nicht nur die Natur Zeit zum Regenerieren hat.

In Jacksons Prison blühen die Astern

Jackson hat das alles von seiner Position vor dem Schafstall aus interessiert verfolgt. Die freie Sicht ist ihm lieber als sein Prison; und der Aufenthalt an der Leine dort wirkungsvoller gegen den Fuchs, der uns vor einer Woche wieder einmal ein Huhn gestohlen hat. Dieses Mal war es Gerda, von der am Wegesrand nur noch Federn übrig blieben. Jackson bellte ordentlich, aber wir kamen zu spät. Das hätte nach dem Tod von Hanabi eigentlich nicht sein müssen.

Die restlichen Hühner bei der Arbeit

Jackson hat sich übrigens gut eingerichtet als “Allein-Hund” und dreht vor allem im Haus ein wenig auf. Jetzt ist es nur noch an uns, ihn wenn nötig in die Schranken zu weisen und vom Sofa fern zu halten. Aber das klappt eigentlich ganz gut. Die Schafe sind noch gut beschäftigt, das verbliebene Gras abzuknabbern und gerade zum dritten Mal in dieser Saison an unserem Klärteich angelangt. Jetzt wächst aber kaum noch etwas nach. Der Rasen vor und hinter unserem Haus, der vor drei Wochen abgeweidet wurde und noch immer Rasenmäher kurz aussieht, ist dafür ein gut sichtbarer Beleg. Die Zeichen stehen auf Herbst. Die Birken haben die meisten ihrer Blätter schon verloren, die Buchenblätter sind bereits braun, da sie in diesem Jahr generell etwas schwächeln und die Ahornbäume übergeben ihre großen gelb verfärbten Blätter dem Wind. Dabei hat unsere Anpflanzung aus der Anfangszeit überraschend lange durchgehalten und ist zum ersten Mal ein klein wenig gewachsen. Wir werden sehen, wie das im nächsten Jahr wird. Davor kommt aber erst einmal der Winter. Unser Holzvorrat dürfte reichen, auch wenn der Ofen in der Küche bereits eifrig genutzt wird.

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Urlaubszeit – Taschentücherzeit

Urlaubszeit – Taschentücherzeit

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Das Ende der Heusaison

Das Ende der Heusaison

Die als letztes gemähte Wiese

Es war wohl das letzte Zeitfenster gestern, das ausreichend Sonne und Wärme bot, damit das Gras und das lange schilfartige Gestrüpp (wir tippen auf Gilbweiderich) auf der hinteren Wiese den Abhang hinauf gemäht werden und trocknen konnte. Also haben wir am Donnerstagmittag den Kreiselmäher angeworfen, um am Freitag mit dem Holzrechen den Schnitt zu wenden und am Ende des Tages mit dem Ladewagen aufzusammeln. Ich weiß nicht, wie wir das in den ersten beiden Jahren ohne motorisierte Hilfe geschafft haben.

Schafe vor dem Fenster und der sich spiegelnden Tür

Es bleibt anstrengend genug, mit der Seilwinde das getrocknete Gras auf den Dachboden des Schafstalls oder mit der Heugabel ins Innere zu befördern. Wie im ersten Jahr unserer Hobby-Landwirtschaft ist dieses Mal alles richtig trocken geworden. Die Schafe dürften den Winter über also ausreichend zu fressen, und wir kaum Verluste durch schimmelndes Heu haben. Noch können die vierbeinigen Rasenmäher sich aber draußen statt fressen. Zum Beispiel vor unserem Haus.

Auch die Heukartoffeln waren vor der Wühlmaus nicht sicher

Der Blick aus dem Fenster auf die weißen Schafe (und ein Schwarzes) hat etwas Beruhigendes – vor allem wenn man dabei noch die Rupf-Geräusche der Mäuler hören kann. Ende Juni hat die Heu-Saison begonnen und Mitte August ist die letzte Wiese abgeerntet. Im Gegensatz zu den anderen Bauern rundherum muss ein Schnitt pro Feld reichen. Die lange Trockenperiode hat das Gras nicht allzu üppig werden lassen, auch die Johannisbeeren wollten bei uns nicht recht reifen. Die Kartoffelpflanzen wurden in regelmäßigen Abständen von der Wühlmaus gekillt oder blieben angesichts des fehlenden Wassers klein. Hinzu kommt noch der Kartoffelschorf (es ist immer noch zu wenig Schafsmist auf dem neuen Stück Ackerland), der die Erdäpfel ziemlich unerfreulich aussehen lässt. Aber sie schmecken gerade mit Schale hervorragend.

Magere Kartoffelernte

Das gilt auch für die Tomaten, Zucchini und Gurken (Premiere in diesem Jahr) aus dem Gewächshaus oder die Kohlrabi, Salate, Erbsen, Bohnen, Radieschen, Zwiebeln, Knoblauch, Karotten (dieses Jahr überraschend reichlich) und den Mangold. Es hat etwas für sich, wenn man weiß, wie das Gemüse entstanden ist oder besser was alles nicht dazu getan wurde. Aber der Ertrag ist ziemlich übersichtich, weil man sich die Ernte mit Mäusen, Kohlweißlingen, Wespen, Drahtwürmern und sonstigem Getier oder Unkraut teilen muss. Auf rein biologische Weise eine Weltbevölkerung von knapp acht Milliarden Menschen ernähren zu wollen, ist aus meiner Sicht unrealistisch.

Ende des Sommers

Die Welt ist ungerecht. Das gilt allein schon für den Prozess des Alterns. Zumindest können wir das unserem alten Hund (Hanabi) anmerken, der ziemlich wackelig auf den Beinen noch immer den jungen Hund (Jackson) bei jeder Gelegenheit anknurrt. Dabei kann Hanabi so gut wie nichts mehr sehen und hören. Jackson hat sich an die zeternde Alte gewöhnt und lässt sie bei Bedarf ins Leere laufen. Und solange Jackson nicht in den 1. Stock des Hauses kommt und Hanabi aus ihrem (eigentlich unserem) Bett vertreibt, ist auch das alte Leben gar nicht so schlecht. Der Herbst kann kommen.

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Das Heuen beginnt

Das Heuen beginnt

Das erste Stück ist geschafft, wenn auch etwas holprig
Das erste Stück ist geschafft, wenn auch etwas unregelmäßig

Eine Woche strahlender Sonnenschein sind vorhergesagt bei über 30 Grad. Also machen auch wir das, was alle um uns herum teilweise schon zum zweiten Mal tun: Heuen. Der nasse Mai hat die Gräser – manche Kuh würde sagen das Unkraut – sprießen lassen. Unsere Waldschafe hingegen begnügen sich auch mit Diesteln, Acker-Wicke oder Hahnenfuss.

Den Kreiselmäher an den Traktor zu montieren, war wie jedes Jahr eine echte Qual. Es fehlt die Routine mit den landwirtschaftlichen Geräten und so ist die Anspannung bei den ersten Reihen groß – zumal sich das Mähwerk nach der Winterpause erst wieder einspielen muss, und so bleibt zwischen den abgeschnittenen Grasgaben oft ein Rest stehen. Zum Glück haben wir ja unsere Schafe, die bei ihrem Appetit diesen Fauxpas ordentlich abfressen werden.

Wir hatten die Schafe bereits einmal am Waldrand entlang zur Kleinen Ohe ein Stück Wiese abweiden lassen. Dieses Mal durften sie den Entwässerungsgraben kahl fressen und sich erneut über das Gras im Schatten der Büsche hermachen, die ebenfalls von unten her gestutzt werden. Etwas Abwechslung muss auch bei rein pflanzlicher Kost sein.

Die beiden Lammböcke haben vor zwei Tagen ihre Schlachtmarken bekommen. Es hilft nichts, aber der Austausch für unsere Herde ist zwingend geboten. Und so gibt es bald wieder Lamm und Schafshack, denn auch zwei ältere Damen werden wohl dran glauben müssen. Auf diese Weise haben Jackson und wir zumindest wieder ausreichend zu essen.

Trotz der Größe nur zur Dekoration

Dabei hätte Jackson eigentlich gar kein Essen verdient. Denn der Fuchs hat sich mal wieder eine Henne geschnappt: direkt vor seinen müden Augen nur einen Meter entfernt vom “Jackson Prison”; fast so als wüsste Meister Reinecke, dass der große Hund nicht durch die Gitterstäbe passt. Das Bellen setzte erst ein, als der Hahn seinen Warnruf ausstieß und ich aus der Balkontür trat, um den Fuchs mit der Henne im Maul gerade noch am Waldrand zu erblicken. Silke ist dann mit Jackson hinterher – vergeblich.

Am nächsten Tag tauchte er dann am Nachmittag gleich noch einmal auf. Dieses Mal saß ich auf der Bank, als der Hahn erneut Laut gab, weil sich der Fuchs auf leisen Sohlen gerade in Richtung der kleinen Hühnerschar bewegte, mich aber nicht gesehen hatte. Nach kurzem Zögern nahm er reißaus, als ich ein bisschen fassungslos aus dem Schatten der Hauswand auf ihn zustürmte.

Krawall-Susi gluckt mal wieder trotz ihres biblischen Alters von mindestens fünf Jahren

Mal sehen, ob die Idylle trügerisch bleibt oder sich der Fuchs mit dem einen erbeuteten Huhn zufrieden gibt. Tags zuvor hatte sich Krawall-Susi doch noch zum Glucken entschlossen. Die ersten Probe-Sitzungen dauerten nur einen Nachmittag. Jetzt sitzt sie schon drei Tage auf den Eiern, die wir ihr nach und nach untergeschoben haben. Die restlichen Hühner sind umquartiert in den Sommerstall. Denn bei dem Gerangel um den besten Legeplatz musste Krawall-Susi ihre Kuhle so energisch verteidigen, dass ein, zwei Eier zu Bruch gegangen sind. Eigentlich keine gute Ausgangsbasis für das Gelege. In rund 20 Tagen wissen wir mehr.

Dieses Jahr haben wir früher mit dem Heuen begonnen als die Jahre zuvor. Das Rechen der Reihen mit dem Holzrechen bleibt eine anstrengende, aber meditative Beschäftigung. Ein bisschen graut mir vor dem Verstauen auf dem Bretterboden oberhalb des Schafstalls. Das werden sicher wieder an die fünfzig Säcke Heu, die mit dem Flaschzug nach oben gehievt und dort verteilt werden müssen. Aber dafür haben unsere bähenden Freunde im Winter wieder ausreichend zum (Wieder-)Kauen.

Gemüsegarten zum Sommer-Start

Eigentlich hatte ich mich ja darauf gefreut, keinen Zeitdruck gerade hinsichtlich der Heusaison zu haben, wenn ich meinen Job als festangestellter Mitarbeiter des BR vorübergehend an den Nagel hänge, aber wie es der Zufall so will, bin ich Donnerstag und Freitag zu meinem Einarbeitungsdienst im Studio Deggendorf als freier journalistischer Mitarbeiter eingeteilt. D.h., wir müssen mit der ersten Runde Heuen am Mittwochabend fertig sein. Dann kann ich mich wie früher am Schreibtisch erholen;-)

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Waldschafe im Wäldchen

Waldschafe im Wäldchen

…und während die Schafe zwischen den Bäumen Schatten suchen können, müssen wir uns um die im Winter entstandene Schafsmatte kümmern.

Das ist körperliche Schwerstarbeit, denn das zusammengepresste mit den Ausscheidungen der Schafe versetzte Heu ist über die Wintermonate sicher 30 Zentimeter dick geworden. Reihe für Reihe werden also mit der Mistgabel die Lagen zuerst in die Erdschaufel des Traktors und dann aus der Erdschaufel auf den neuen Platz zwischen Komposthaufen und Flieder transportiert, der extra von Büschen und Gestrüpp befreit wurde.

Im letzten Jahr haben wir noch keine entdeckt

Der Mai war dieses Jahr nass und kalt – und wohl so kalt, dass die alte Bauernregel: “ist der Mai kühl und nass, füllt er des Bauern’s Scheun und Fass” wohl nicht greifen dürfte. Die Maiglöckchen am Waldrand sind in diesem Jahr eher Juni-Glöckchen. Und auch das Marillenbäumchen hat erst wenige Blätter und Blüten produziert. Das kann allerdings auch an der Wühlmaus liegen, die mal wieder rund um die Wurzeln ihre Gänge verlegen musste. Wo ist Haru, wenn man sie einmal braucht…

Besser spät als gar nicht – wie die Jahre zuvor 😉
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