Autor: PKujath

geboren 1972, seit 1995 Mitarbeiter des Bayerischen Rundfunks, von 2007 bis 2013 ARD Hörfunkkorrespondent für Ostasien mit Sitz in Tokio, seit August 2014 langsamer Rückzug in den Bayerischen Wald
Heuernte

Heuernte

Abendstimmung mit viel Heu

Die letzten beiden Juli-Tage waren dann doch noch von beständig schönem Wetter. Deshalb quillen Scheune und Schafstall auch über vor Heu. Der Ertrag von einer Wiese muss noch eingefahren werden, aber es sieht so aus als ob bei uns im Osten die Gewitter erst am Ende des ersten Augusttages ankommen werden. Die Reihen haben also noch Zeit zu trocknen. Die verbliebenen Grasflächen können die Schafe abweiden, ebenso wie die gemähten Flächen, die längst nicht so ordentlich von mir gemäht wurden, wie es hätte sein können. Was soll’s. Die Schafe freuen sich.

Die Sonne steht schon wieder tiefer. Die Sonnenwende liegt fast anderthalb Monate zurück. Deshalb erreichen ihre wärmenden und vor allem Wasser entziehenden Strahlen die Wiesen am Waldrand erst ab Mittag. Ich muss die Reihen dort also lange zum Trocknen liegen lassen. Es bleiben gerade einmal fünf Stunden volle Strahlung, ehe die Kraft der Sonne auch schon wieder nachlässt, obwohl das Licht noch bis abends um acht auf die Halme fällt. Immerhin wissen die Schafe den kühlen Schatten am Waldrand zu schätzen, – jetzt da das Thermometer tatsächlich einmal auch bei uns an die 30 Grad Marke heranreicht.

Auch die Wiese hinter dem Haus den Hügel hinauf ist abgemäht und lädt ein, barfuß über das kurzgeschnittene Gras zu wandern. Allerdings sind die Stümpfe der zahlreichen Diesteln durch den Kreiselmäher keineswegs unschädlich gemacht worden, so dass die Wanderung zum Mental-Training werden kann. Nach der langen, meditativen Arbeit des Heu-Rechens ist der Dornenweg allerdings leicht zu bewerkstelligen. Ich bin aber mehr als froh über den Ladewagen. Denn die Heuernte per Hand ist für mich zu anstrengende. Respekt denjenigen in früheren Zeiten, die das zu stemmen hatten. Das Gefühl, die wogenden Wiesen-Meere zurückgedrängt zu haben, bleibt aber auch in halb-handwerklicher Tätigkeit ein Schönes.

Morgen geht es weiter

Wenn Patrick, unser Schafsbock, seine Arbeit schon gemacht bzw. bis zum 30. August abgeschlossen hat, kann das geerntete Heu neben den voraussichtlich fünf verbleibenden Schafen auch wieder einige Lämmer ernähren. Schauen wir mal, wann und ob dieses Jahr Nachwuchs kommt. Der Hühner-Nachwuchs gedeiht und benimmt sich in Bezug auf das Fressen schon wie die alten Hennen. Wir wissen immer noch nicht, wie viele Hennen und Hähne uns der Zufall beschert hat, aber es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis sich die männlichen Exemplare durch die ersten Kräh-Versuche zu erkennen geben werden.

Jackson würde mit den oftmals wild herumfliegenden Chicklingen so gerne auf seine Art spielen, aber sein ehemaliges Prison ist jetzt ein sicherer Hühner-Hort und die von ihm verschmähte Hundehütte beherbert über Nacht die vier kleinen Hühner, nachdem wir eine Schlafstange eingebaut haben. So erfüllt das Haus doch noch einen Zweck.

Die Entenküken haben übrigens nicht überlebt. Genauso wenig wie unser Hahn, dem wir allerdings eigenhändig seinem erfüllten Leben ein Ende gesetzt hatten. Am 30. August kommt dann auch wieder Biebl, unser ruhiger Landmetzger, und holt die restlichen Lämmer sowie unsere zwei Böcke. Bleibt noch die Ernte von Erbsen, Bohnen, Kohlrabi und den Kartoffeln im Boden, nachdem ich die Pflanzen bereits wegen der Kartoffelfäule entfernen musste. Dann ist der Sommer und wieder ein Jahreszyklus vorbei.

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Unbeständiges Wetter

Unbeständiges Wetter

Jackson schläft nach dem Morgenspaziergang noch eine Runde

Es ist Mitte Juli und von Sommer kann noch keine Rede sein. Gestern und heute hatte es gerade einmal fünf Grad, als ich gegen halb sieben die morgendliche Runde drehte. Da hilft nur eine Weste mit Kapuze. Unseren Waldschafen ist die Kälte mehr als willkommen, verschafft sie ihnen doch eine Pause im täglichen Kampf mit den Mücken und Bremsen. Den Wespen scheinen die Gegebenheiten dieses Jahr hingegen nicht zugutezukommen. Es gibt kaum Nester am Haus und nur wenige Tiere fliegen auf der Suche nach Nahrung an die Fenster.

Drei von vier Chicklingen

Die Chicklinge habe ihr Revier voll in Beschlag genommen. Die Hundehütte speichert genug Wärme, so dass wir sie trotz der Temperaturen draußen schlafen lassen können. Der Zaun hält den Fuchs ab und der Habicht oder Falke hat die Beute bisher noch nicht entdeckt. Noch passen die Küken durch die Gitterstäbe und so ist schon zweimal eines oberhalb des Maschendrahts nach draußen entwischt. Ich nehme an, es war auf jeden Fall ein Hahn. Ansonsten schwanken unsere Geschlechtsschätzungen zwischen 3 zu 1 respektive 1 zu 3 und hälftig Hennen bzw. Hähne. Noch ein paar Wochen dann werden uns die ersten Kräh-Versuche zeigen, wer wer ist.

Das wird wohl nicht trocknen

Bisher hatten wir nur an zwei Tagen über 25 Grad und kaum zwei Tage hintereinander ausschließlich Sonne. Deshalb ist das Heuen zum Glücksspiel mutiert. Die erste Wiese war zwar einigermaßen trocken. Dann hat es aber in der Nacht doch geregnet und am Ende mussten wir das Heu auf dem Zwischenboden des Schafstalls mühsam aufschütteln, um die Restfeuchte aus den Halmen zu bekommen. Die andere Wiese jenseits der Straße blieb für zwei Tage von Regen verschont, aber die trockene Hitze fehlte und der Schatten der Bäume angesichts der bereits wieder kürzer werdenden Tage verhindert, dass das Gras vollständig zu Heu werden konnte. Auch hier galt es, die Ladung in der Scheune noch einmal zu wenden. Ich denke aber, die Hilfsmaßnahmen waren erfolgreich und so haben wir immerhin schon ein bisschen Futter für den Winter ansammeln können.

Der Schafstall ist mittlerweile ausgemistet und bereit für die nächste Saison. Nachdem wir unsere beiden Böcke zurück aus dem Winterquartier geholt haben, tummeln sich wieder neun Schafe rund um den Wagen. Das sind definitiv zu viele. Also kommt wohl bald wieder unser Landmetzger. Wir sind vor allem über das Lammhackfleisch happy und Jackson frisst mit großer Begeisterung Schaf in jeder Variante. Damit schließt sich der Kreislauf. Bei Jackson bin ich mir immer noch nicht sicher, ob es sich bei ihm nicht doch um ein Schaf im Wolfspelz handelt. Denn wenn er sich nicht in die Enge gedrängt fühlt, nimmt er lieber Reißaus und hat noch immer vor vielen Dingen Angst. Ansonsten scheint er sich aber recht wohl zu fühlen.

Hausrotschwanz-Nachwuchs

Das gilt auch für die Entenmutter, die sich unseren Klärteich als Brut- und Aufzuchtstation ausgesucht hat. Es ist das erste Mal, dass sich geschützt vom hohen Gras rund um den Teich und dem schon etwas ramponierten Zaun bei uns niedergelassen hat. Zwei Küken schwammen auf einmal in der Mitte des Teichs. Life is going on. Das gilt auch für die Hausrotschwänze, die bereits zum zweiten Mal Junge aufziehen. Offentlich sind die Kleinen Nestflüchter, da sie mit ihrem breiten Schnabel und reichlich Flaum auf dem Holzstapel, dem Gewächshaus oder dem Zaum rund um das Gemüstebeet sitzen und sich füttern lassen. Wir haben das Gefühl, die Eltern werden immer knochiger.

Haru hat die Küken genau im Blick

Haru hat sich bisher bei den Küken zurückgehalten, Jackson würde so gerne mit ihnen spielen und scheint auch ein wenig eifersüchtig zu sein, nachdem sie in sein ehemaligen Gehege eingezogen sind. Aber seine Hundehütte wollte er ja nie benutzen. An einer langen Leine kann er hinter dem Haus oder am Schafstall Wache schieben. Der Fuchs war natürlich wieder da, als Jackson gerade woanders weilte. Allerdings stieben die Hühner so wild auseinander, dass er verwirrt und erfolglos zurückblieb. Da ich gerade auf dem Weg zum Kompost war, konnte ich die Szene zufällig beobachten. Es war sicher nicht der letzte Versuch des Fuchses.

Ein nachgewachsenes Blatt bei der Buche gegenüber unserem Haus

Das unbeständige Wetter bisher muss nicht als Zeichen gesehen werden, dass der Klimawandel ausfällt, aber es macht mir wieder deutlich, dass Durchschnittswerte und statistische Angaben keine Aussagekraft hinsichtlich des Einzelfalls haben. Da wir aber jeder in seiner eigenen aktuellen Welt leben, sind die großen Zahlen oft nicht mit dem persönlichen Erleben in Einklang zu bringen. Die „Wunden“, die Eisheiligen dieses Jahr hinterlassen haben, sind übrigens kaum verheilt. Oberhalb von Waldhäuser haben die Buchen nur vereinzelt leuchtend grüne Blättchen nachproduziert. Viele Äste tragen noch die braunen, vertrockneten Blättter. Wollen wir hoffen, dass die Bäume einfach nur ein Jahr aussetzen.

Unsere Ahornbäume direkt vor dem Haus und auf der Wiese hingegen haben einen Wachstumsschub hingelegt, wie noch in keinem Jahr zuvor. Vor allem der Bergahorn scheint endlich Wurzeln geschlagen zu haben. Seitdem wir ihn vor fünf Jahren als Sichtschutz für die überdimensionierten Leitplanken bei der Brücke gepflanzt haben, wurde er kleiner statt größer. Jetzt haben die frischen Äste die vertrockneten verschwinden lassen und bieten den Hausrotschwanz-Eltern einen günstigen Stützpunkt, um Insekten für den Nachwuchs heranzuschaffen. Die Kartoffelpflanzen zeigen sich ebenfalls von der vielen Feuchtigkeit begeistert und erreichen vor allem auf der ehemaligen Schafsmatte eine ungeahnte Höhe. Ein paar habe ich mir bereits aus dem Erdreich stipitzt, und sie schmeckten köstlich.

Vor dem Haus mussten wir erst drei Wühlmäuse unschädlich machen, ehe sich die Kartoffelpflanzen auch hier ungehindert entfalten können – ungehindert insofern als per Hand dem Unkraut seine Grenzen aufgezeigt werden müssen. Das gilt auch für den Boden rund um die Erbsen, Bohnen, Salalte, Karotten, Mangold, Kohlrabi, Topinambur und noch sehr zurückhaltend den Maispflänzchen. Mal sehen wer mit dem unbständigen Wetter wie zurechtkommen wird.

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Circle of Life

Circle of Life

Beim dritten Mal hat es geklappt. Nachdem unsere Eier trotz unseres stolzen Hahns offenbar nicht befruchtet sind, haben wir bei Bekannten Brutei-Anleihe genommen. Die ersten beiden Küken sind gestern im Brutapparat geschlüpft, Nummer 3 kam heute hinterher und es piepst noch immer laut und vernehmlich aus wenigstens einem weiteren Ei. Lautstärke und Schnäbelgröße lassen vermuten, dass es sich um Hähne handeln könnte. Das würde bedeuten, dass sich der Kreislauf des Lebens bald noch ein Stück weiter drehen muss.

Aber vielleicht sind es ja auch alles Hennen und wir haben ab Herbst noch mehr Eier. Denn unsere verbliebende Hühnerschar legt gerade fleißig. Den besonderen Geschmack der Eier können wir uns nur erklären mit ihrem Auslauf. Denn sie dürfen weiterhin ihre Kreise ums Haus und über die Wiesen ziehen. Das ergibt eine abwechslungsreiche Kost aus Grünzeug, Insekten und manchmal auch etwas Tierischem, das Haru übriggelassen hat.

Haru on the move

Während die braune und schwarze Henne brav in der Nähe des Hahns bleibt, geht die Gesperberte gerne ihrer eigenen Weg. Keiner der Hühner traute sich allerdings mehr in den Wald und ist beim ersten Anzeichen eines Raubvogels unter dem nächsten Busch. Folglich haben sie die letzten zwei Monate alle auch gut überstanden. Allerdings ist die Wachsamkeit des Hahns vor Fuchs, Marder oder Habicht manchmal schon etwas nervig. Denn sein ohrenbetäubender Warnschrei gellt schon beim leisesten Anzeichen einer möglichen Gefahr über die Bergerau. Gut, dass wir keine Nachbarn haben. Am Abend ist die kleine Schar dann rechtschaffen müde und gerne gemeinsam auf der Stange.

Die Küken können sich gleich an den Lärm gewöhnen. Denn sie haben ihr Quartier aus dem Brutapparat mit Hilfe einer Transportkiste in den neuen Hühnerstall unter der Wärme des Rotlichts bezogen. Getrennt sind sie tagsüber nur durch Gitter von der Außenwelt. Der Hahn bringt seine Damen zum Sandbaden gerne in die Ecke daneben und so kann zumindest schon Kommunikation stattfinden. Jackson haben wir vorsichtshalber hinter dem Fliegengitter im Wohnzimmer gelassen. Er ist zwar vorsichtig mit seinem Maul (wenn es sich nicht um einen Mann handelt und der von uns nicht entsprechend eingeführt wurde), aber so ein Küken wäre vielleicht doch ein willkommener Snack am Abend.

Jackson am Abend hinter dem Fliegengitter

Nach dem ausführlichen Regen ist es Zeit, die Schafe auch wieder die Wiese vor und hinter dem Haus abweiden zu lassen. Nur einen schmalen Streifen mähe ich selbst, damit wir ohne allzu nasse Füße am besten barfuß ums Haus gehen können. Für einen Tag war es eine echte Sommeridylle. Heute regnet es schon wieder. Das Wetter entspricht dami unserer Stimmung. Denn heute Abend kommt der Metzger.

Schafe im Schatten unter dem Wagen

Bei den gestrigen 25 Grad und strahlender Sonne haben sich die Schafe deshalb in den Schatten des Wagens zurückgezogen und träumen wiederkäuend vielleicht vom nächsten Winter. Den werden allerdings nicht alle erleben. Denn während die Küken schlüpfen, gehen einige der Lämmer (und auch ein älteres Schaf) den Weg allen Irdischen. Elf Tiere sind einfach zu viel und die Tiefkühltruhe ist leer. Außerdem fangen die beiden Böcke an, sich allzu sehr für die weiblichen Tiere zu interessieren. Also haben wir heute Vormittag die Bande zurück in den Schafstall gebracht und den jungen Tieren ihre Ohr- bzw. Schlachtmarken verpasst. Das geht wie beim Ohrlochstecken auch ganz ohne Blut und Schmerzen vonstatten (sofern man denn die richtige Stelle trifft – was, das sei vorausgeschickt, geklappt hat). Aber der Vorgang gepaart mit dem nahenden Abschied bleibt aufregend.

Ganz auf Gemüseanbau umzusatteln, ist für uns aber auch keine Alternative. So gut der Rhabarber oder Kohlrabi, die Radieschen, Salate und Karotten auch geschmeckt haben. Es ist eine mühsame Angelegenheit. Das Wetter diktiert den Ablauf. Dieses Jahr machten die Eisheiligen ihrem Namen alle Ehre. Erbsen und Bohnen war es im Feld beim Holzstapel bisher zu kalt und allein das Unkraut gedeiht prächtig. Über die Kartoffelpflanzen im Gemüsegarten hat sich die Wühlmaus schon wieder her gemacht. Gut, dass es mittlerweile einen weiteren Kartoffelacker oberhalb des Schafstalls gibt und im Gewächshaus der Drahtwurm die Zucchini nicht anrührt. Manchmal kann Gift ganz schön verführerisch sein. Oder aber man akzeptiert, dass die Ausbeute einfach deutlich unter den Möglichkeiten bleibt, übt sich in Gelassenheit und lässt einfach alle teilhaben. Ein lohnenswertes Ziel, aber noch ein weiter Weg.

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Das Erbe der Eisheiligen

Das Erbe der Eisheiligen

Nein, das ist kein Herbstbild vom Parkplatz Waldhausreibe unterhalb des Lusen. Die Eisheiligen sind zwar vorüber, aber ihre Hinterlassenschaften werden uns wohl noch eine zeitlang (wenn nicht den ganzen Sommer) erhalten bleiben. Während es bei uns im Tal in den Nächten der Eisheiligen mit einem Grad knapp oberhalb des Gefrierpunktes geblieben ist, erstarrte das Wasser in den jungen, frischen Buchentrieben ab 1100 Meter Höhe zu Eis. Ein paar Tage später sieht der Buchenwald unterhalb des Lusen-Gipfels aus wie im Herbst. Viele Buchen haben komplett ihr Laub an den Frost verloren. Bei anderen sind es nur einzelne Äste, deren Blätter braun geworden sind und sich zu Staub zerkrümmeln lassen. Manchmal sind auch nur die Spitzen der Buchenblättchen braun geworden und der Rest erinnert noch neongrün daran, wie es eigentlich aussehen müsste.

Der Weg von Waldhäuser zur Waldhausreibe ist zwar immer noch schön, aber es erinnert wenig an Frühling. Seitdem wir hier wohnen, hat es das schon ein-, zweimal gegeben, aber die Frostschäden waren lokal. Einige Bäume haben im Laufe des Sommers neue Blätter gebildet, andere mussten mit dem spärlichen Laub auskommen. Ich bin gespannt, wie es dieses Jahr angesichts der flächendeckenen Erfrierungen ausgehen wird.

Bei uns in der Bergerau beginnt hingegen so langsam das große Wachsen. Die Kartoffelpflanzen haben ihre Frostschäden von vor zwei Wochen überstanden und Blätter nachgeschossen. Allerdings ist es unterhalb der Rasenschicht noch immer viel zu trocken.

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Herdentrieb im Kleinen und Großen

Herdentrieb im Kleinen und Großen

Maßnahmen zu Covid19 – eine Glaubensfrage?

Ich halte nichts von Verschwörungstheorien, auch wenn sich die aktuelle Situation rund um das Corona-Virus für deren Entwicklung hervorragend eignet. Aber der politische Umgang mit der Krise und die mannigfaltigen Informationen, die nur selektiv wahrgenommen werden (können), animieren zum Gedanken-Treiben-Lassen. Es ist interessant, dass das Prinzip des Herdentriebs nicht nur auf Menschen, sondern offensichtlich auch auf Staaten angewandt werden kann. Während wir Klopapier, Wein oder Kondome horteten, überboten sich die wiedererwachten Nationalstaaten mit ihren Ausgangsbeschränkungen und Verboten.

Wiedererwachte Nationalstaaten

Einer machte den Anfang (ich glaube, es war der österreichische Kanzler Kurz) und wie die Dominosteine fielen die anderen nacheinander um und verpassten ihrem Land eine ähnliche Abschottung und (Teil-)Schließung. Die, die sich wie die schwedische oder zu Beginn die niederländische Regierung dagegenstemmten, wurden argwöhnisch beäugt, und je weiter die Krise fortschritt, desto größer wurde der mediale und (im Sinn einer Staatengemeinschaft) öffentliche Druck, den Sonderweg zu beenden beziehungsweise als Irrweg zu verteufeln.

Frage der Alternative

Ich will damit nicht sagen, dass die Einschränkung des sozialen Lebens z.B. in Italien falsch gewesen ist. Angesichts der Situation des Gesundheitssystems dort musste gehandelt werden. Die ersten Erfolge im Kampf gegen die Pandemie lassen vermuten, dass die Maßnahmen etwas gebracht haben. Ob es auch anders gegangen wäre, wird sich – wenn überhaupt – erst später herausstellen.

Wie eine Herde bestärken sich die Nationalstaaten weltweit in ihrer Stampede. Nur durch äußere Faktoren kann so ein Galopp in seiner Richtung geändert oder zum Stehen gebracht werden. Aber die äußeren Faktoren sind abhängig vom Blickwinkel und Schwerpunkt, den man setzt. Wenn man einmal den Weg der Beschränkungen eingeschlagen hat, ist es schwer bis unmöglich, die Richtung zu wechseln. Denn dann müsste man eingestehen, dass die eingeforderten und von der Bevölkerung auch erbrachten Entbehrungen umsonst waren.

Öffnungsdiskussionsorgien sind nötig

In der Konsequenz sind die Regierungen auch wenig geneigt, zum jetzigen Zeitpunkt Diskussionen über Alternativen zuzulassen. So kann ich mir zumindest die merkwürdige Haltung der deutschen Bundeskanzlerin hinsichtlich der von ihr titulierten „Öffnungsdiskussionsorgien“ erklären. Da alle Parteien im Bundestag – warum auch immer – sich hinter den Corona-Krisen-Kurs der Regierung gestellt haben, kommt im Parlament keine echte Debatte über andere Krisen-Modelle zustande, wird medial kein ehrlicher Vergleich mit Ländern wie Schweden und ihrem Krisenmanagement gezogen. Da passt es ins Bild, dass über die KoCo2019-Studie in München seit dem Beginn nichts mehr zu lesen ist.

KoCo2019-Studie in München

Am 5. April startete die Befragung von 3000 Haushalten in den Münchner Stadtteilen, um unter anderem die Dunkelziffer der mit SARS-CoV-2 infizierten Menschen zu ermitteln. Auch wenn die Studie als Langzeitprojekt angelegt und angekündigt worden war (die Befragungen sollen in einem Jahr mehrfach wiederholt werden), sollten erste Erkenntnisse bereits nach zwei bis drei Wochen vorliegen. In der Pressemitteilung des verantwortlichen Tropeninstituts der LMU heißt es:

Die Ergebnisse der Studie werden regelmäßig in einem Beratungsgremium, bestehend aus dem Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, dem Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege, dem Referat für Gesundheit und Umwelt der Landeshauptstadt München, der Ludwig-Maximilians-Universität München und dem Helmholtz Zentrum München diskutiert.

Pressemitteilung Tropeninstitut der LMU Stand 24.04.2020

Man ist versucht hinzuzufügen: und je nach Ergebnis der Öffentlichkeit mitgeteilt oder auch nicht. Denn, wenn erste Ergebnisse nicht ins Bild passen, ist es besser zu warten, um den eingeschlagenen Weg nicht in Frage zu stellen.

Die Angst vor einer falschen Entscheidung und der dadurch entfesselte Herdentrieb ist nachvollziehbar. Es geht nicht nur um Menschenleben, sondern auch um Millionen von Existenzen, die vernichtet oder zumindest ihrer Grundlage beraubt worden sind oder noch werden. Da will man als Politikerin oder Politiker keinen Fehler machen und schon gar keinen Fehler zugeben. Und von Fehlern zu sprechen, dafür ist es in der Tat noch viel zu früh.

Einordnung in 50 Jahren möglich

Was man hätte anders tun können, wird sich erst nach 50 Jahren herausstellen, wenn die HistorikerInnen all die Langzeitfolgen untersucht und diskutiert haben. Mich stört, die bewusste oder durch den Herdentrieb unbewusst verursachte Einengung der Perspektive verbunden mit dem Ausblenden von anderen Möglichkeiten und Hinweisen. Noch einmal: die getroffenen Maßnahmen haben für Deutschland ihre Wirksamkeit bewiesen: viele Intensivbetten sind leer, die Krankenhäuser auf einmal nicht mehr voll ausgelastet und die Rehabilitationskliniken müssen wie viele andere Unternehmen große Einkommensverluste verkraften und fordern staatliche Unterstützung.

Vergleich mit der Weltwirtschaftskrise der 1920er Jahre

Auch hier gilt das Herdenprinzip in Kombination mit der Logik der Pendelbewegung. Viele erinnern sich an die im Nachhinein als kontraproduktiv ausgewiesenen Maßnahmen zur Behebung der Weltwirtschaftskrise in den 1920er Jahren. Deshalb versucht man dieses Mal der selbst herbeigeführten, weltweiten Wirtschaftskrise mit großen Hilfspaketen zu begegnen. Am Ende muss auch diese der Steuerzahlende begleichen. Wieder überbieten sich die erwachten Nationalstaaten mit ihren Maßnahmen, und es gelingt kaum ein abgestimmtes Vorgehen in einem multilateralen Organismus wie der EU zu vereinbaren. In 50 Jahren werden wir mehr wissen und uns gegebenenfalls wundern, warum man damals (heute) nur so kurzsichtig war.

Der richtige Umgang mit den Zahlen

Interessant ist, dass in der Krise die Macht der Zahlen noch einmal gewachsen ist. Dabei ist eine Null oder Eins nichts ohne den Zusammenhang. Jedes Medium präsentiert den neusten Stand der Infizierten und der Toten. Der monoton vorgetragenen Beipackzettel zu den Zahlen wird ausgeblendet, weil er ohnehin nur Verwirrung stiftet. Welche Zahl ist jetzt noch einmal entscheidend? Die Fallzahl oder die Reproduktionszahl? Und was ist mit der Übersterblichkeitsrate? Jeden Tag werden die Todeszahlen „in Verbindung mit Covid19“ – wie es mittlerweile heißt – vorgetragen, aber nicht eingeordnet. Denn wer weiß schon, wie viele Menschen täglich in Deutschland sterben, und ob die Covid19-Toten dazugezählt werden müssen oder bereits ein Teil davon sind.

Wie hoch ist die Sterblichkeit wirklich

Vielleicht ist die Gesamtzahl der Toten gar nicht viel höher als in den Monaten vor der Krise. Für Deutschland scheint das zumindest der Fall zu sein. Normalerweise sterben hierzulande auf Grund verschiedener Ursachen täglich rund 2.500 Menschen. Im März sind in NRW die täglichen Todeszahlen trotz des Corona-Ausbruchs in Heinsberg nicht angestiegen. Angeblich zeichnet sich auch für den April keine deutliche Erhöhung ab. Es könnte sein, dass viele der Menschen, die an Covid19 gestorben sind, unter normalen Umständen an einer anderen Krankheit gestorben wären. Vielleicht führen die Ausgangsbeschränkungen zu weniger Verkehrstoten oder tödlichen Arbeitsunfällen. All dies und noch vieles mehr muss bei der Interpretation von Statistiken berücksichtigt werden.

Die Macht der WissenschaftlerInnen

Dass uns noch viele wesentliche Daten fehlen, räumen auch die WissenschaftlerInnen ein, die (un)freiwillig einen Teil der Macht in diesem Land übernommen haben. Und das ist ein weiteres Problem. Denn die gewählten Volksvertreterinnen und Volksvertreter repräsentieren zumindest ein breiteres Bild der Bevölkerung und haben verschiedene Interessen wie Sichtweisen. Die Epidemiologen und Virologen haben als Spezialisten naheliegenderweise den Fokus auf ihrem Fachgebiet. Die Politik hat die zugegebenermaßen schwierige Aufgabe, den Fokus zu öffnen und dabei nicht nur auf die effektivsten Lobby-Vertretenden zu hören. Denn Kinder oder Opfer von häuslicher Gewalt haben keine Lobbyisten in unmittelbarer Nähe zu den Schaltstellen der Macht.

Kommen wir noch einmal zurück zur Sterblichkeitsrate. Die kann nur seriös bestimmt werden, wenn ich die „wahre Zahl“ der Infizierten und nicht nur der positiv Getesteten kenne. Deshalb führt das Tropeninstitut der LMU ja auch die Studie in München durch. Die Standford-University in den USA hat sich ebenfalls bemüht, die tatsächliche Zahl der Infizierten zu bestimmen und über Facebook 3300 Teilnehmende im Landkreis Santa Clara in Kalifornien rekrutiert. Im Ergebnis der Untersuchung kamen die Wissenschaftler auf eine Sterblichkeitsrate von 0,12 bis 0,2 Prozent durch Covid19, was der einer Influenza-Welle entspräche.

Eine Studie für jeden Zweck

Wie bei vielen Studien, die unter Zeitdruck erstellt werden müssen, sind auch bei der Standford-Studie nicht alle wissenschaftlichen Gütekriterien eingehalten worden. Aber da das Ergebnis nicht zu den vom Herdentrieb ausgelösten Maßnahmen passt, wird dieses Manko besonders betont. Und damit wird der Umgang mit der Corona-Krise zu einer Glaubensfrage, die wir bewusst als solche akzeptieren sollten.

Bitte vergessen Sie die gerade in Glaubensfragen so wichtige Toleranz gegenüber Andersgläubigen nicht.

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Blattwachstum

Blattwachstum

Mittwoch 29. April nah

Nach zwei Wochen ist es genug der täglichen Bilder. Die Buchen haben ihre Blätter (und Blüten) wieder auch dank des Regens heute. Hurra!

Mittwoch, 15.4. Nach einer kalten Nacht mit minus sechs Grad am Morgen ist es gut, dass die Buchenblättchen sich noch nicht aus ihrer schützenden Hülle herausgewagt haben. An ein, zwei Stellen schimmert es allerdings schon zart grün.

Jenseits unseres Kältlochs in der Bergerau sind die Buchenblätter schon ein bisschen weiter. Bisher ist es in diesem Jahr ähnlich trocken wie im letzten Frühjahr. Dann wollen wir mal sehen, wann die Blättchen zu Blättern werden. Aufnahmen von 12 Uhr mittags mit Beginn am 15. April. Allerdings nicht ganz aus dem gleichen Blickwinkel, denn ich brauche mein Smartphone auch noch für andere Dinge;-)

Trotz Sonne sind die Veränderungen kaum auszumachen. Vielleicht geht es etwas schneller mit dem Wachstum, wenn es am Wochenende tatsächlich mehr als zwei Tropfen Regen geben sollte.

Es hat übrigens nur wenig geregnet am Samstag. Aber die Buchen haben mit ihren tiefen Wurzeln noch ausreichend Nahrung und das Nass reichte um den Staub der letzten Monaten wegzuwischen. Deshalb leuchten die zarten Triebe jetzt im reinen Hell-Grün. Jenseits unseres Kälte-Tals sind die Buchenblätter übrigens schon viel weiter. Und wenn ich es nicht besser wüsste, dann würde ich diese Nahaufnahme als Blüte titulieren. Dabei sind es nur die eng zusammengepackten, haarigen Buchenblättchen.

Viel verändert hat sich in den letzten Tagen nicht, wenn ich mir die Reihe der Wochentage so anschaue. Es ist wohl einfach zu trocken, als dass es mit dem Wachstum rasch von statten gehen würde.

In der Nacht vom 23. auf den 24. April fiel das Thermometer noch einmal auf minus zwei Grad. Das Wasser im Eimer der Schafe auf der Weide war fest gefroren. Die Pflanzen haben es wohl alle überlebt, aber die Buchenblättchen wissen schon, warum sie sich so viel Zeit lassen. Die Äste oberhalb meiner Beobachtungsknospen sind übrigens schon weiter. Und die Bäume an den Hängen nach St. Oswald oder Waldhäuser sind auch schon alle neon-grün. Nur wir hier im Tal, in der Bergerau…

Blätter und tatsächlich eine Blüte

Die Tage vergehen, aber vom Wachstum der Blätter merkt man nur wenig. Immerhin ist die Blüte noch ein wenig größer geworden. Ich kann mich erinnern, dass es auch im letzten Jahr bis Anfang Mai gedauert hat, ehe die Blätter der Buchen ihre endgültige Größe erreicht hatten. Und geregnet hat es ja in diesem Jahr auch noch nicht viel. Also Geduld und weitere Bilder einstellen.

Es gibt wieder Pfützen!

Nach zwei Wochen hat es endlich geregnet (und es regnet immer noch). Das Wasser reicht zwar nicht, um dem Boden die notwendige Feuchte zurückzugeben, aber es hilft den Blättern der Buche, sich richtig zu öffnen. Nach zwei Wochen Beobachtungszeit ist es jetzt aber auch genug. Ich habe mal wieder Geduld gelernt und neben den Blätern auch auf die Blüten der Buche zu achten.

Jetzt gibt es wieder eine grüne Wand am Waldrand

Die Buchenblüten haben durch den Regen etwas gelitten. Aber es ist bald wieder Sonne angesagt… Unseren Schafen macht der Regen nicht viel aus. Die Wolle ist bei den Muttertieren schon wieder nachgewachsen und das Wollfett hält verlässlich die Nässe ab. Nur gegen die Gnitzen und Mücken haben die Schafe kein Rezept. Bisher brachten die kalten Nächte mit Minusgraden ein wenig Erholung, aber damit ist es wohl erst einmal vorbei.

Die Schafe haben sich übrigens nach dem Ende der Stallsaison von der Kleinen Ohe am einen Ende unseres Grundstücks, wo das Gras am schnellsten gewachsen ist, schon einmal zurück zum Haus gefressen. Jetzt geht es als nächstes in die Sumpflandschaft auf der anderen Seite.

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Oster-Schur

Oster-Schur

Angesichts der Temperaturen war es dringend an der Zeit. Trotz Corona-Virus ist der Schafscherer heute vorbei gekommen und hat die Muttertiere von ihrer Wolle befreit. Die Lämmer haben noch ein halbes Jahr Ruhe, ehe auch bei Ihnen die Wolle runter muss.

Danach ging es hinaus. Das frische Grün ist angesichts der Trockenheit und kalten Nächte zwar noch nicht üppig, aber ein bisschen Klee auf den Schreck hin tut gut.

Ansonsten geht alles seinen üblichen Gang hier auf unserer kleinen Farm. Den Tieren ist das Corona-Virus reichlich egal und folglich können auch wir am Rhythmus des Hundes, der Katze, der Hühner und der Schafe festhalten.

Jackson gibt die Sphinx

Frohe Ostern 2020

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Und doch noch eins

Und doch noch eins

Nichts ahnend war heute Morgen, 28. Februar, lautes, aber sehr hohes Gebähe neben all den bekannten Tönen aus dem Schafstall zu hören. Überraschenderweise stand neben Elvira ein weiteres Lamm. Klein und ziemlich wackelig hat es schon mehrmals verucht bei Mama zu trinken, aber so richtig viel Milch schient auch Elvira nicht zu geben. Wie mir scheint, hat die Kleine jedoch einen extremen Lebenswillen. Denn sie hält sich wacker auf ihren dünnen Beinen. Was die Farbe von Lamm Nr. 6 (Ellie) angeht, so bleibt Elvira das einzige, schwarze Schaf in der Familie;-) Quinta entwickelt sich zwar langsam aber stetig. Möge das auch für Ellie gelten. Wir bleiben optimistisch.

Morgen soll es übrigens zehn Grad warm werden (und damit wieder grün;-)

Der Grün-Weiß-Wechsel setzt sich übrigens fort. Gestern und heute Nacht sind über 25 Zentimeter Schnee zusammengekommen. Ich musste die Solarpanelen mehrmals und mit ziemlich viel Kraft von ihrer Schneeladung befreien. Dass der kalendarische Winter ab übermorgen (es ist Schaltjahr;-) vorbei ist, merkt man dennoch. Denn trotz Schneefalls war ausreichend Tageslicht vorhande, um die Batterie wieder etwas aufzuladen. Den Dieselgenerator haben wir schon seit einem Monat nicht mehr angeworfen – und insgesamt in dieser Saison drei Mal. Hoffentlich wird es kein weiteres Mal mehr nötig sein. Den Traktor habe ich gestern und heute aber sehr wohl gebraucht. Und so türmen sich zum zweiten Mal nach dem ersten Wintereinbruch Ende November die Schneeberge rund um unsere Einfahrt.

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Das dürften sie gewesen sein

Das dürften sie gewesen sein

Drei Mädchen und zwei Jungs – als letztes Schaf hat Hope vor zwei Tagen ihr Lamm zur Welt gebracht. Damit springen jetzt genauso viele Lämmer durch den Stall wie Schafe an den Raufen fressen. 

Quinta, die Nachzüglerin

Während die vier (Cäsar, Mavis, Denisovic und Ruby) bereits eine stattliche Größe erreicht haben, macht uns der Nachzügler noch ein wenig Sorgen. Die Mutter (Hope) scheint nicht allzu viel Milch abzugeben und so ist Quinta auch am dritten Tag recht wackelig auf den Beinen, obwohl sie ein Einzelkind ist. Silke und ich haben schon abwechselnd beschlossen, dass jetzt die Nuckelflasche herhalten müsste, um uns dann jeweils überzeugen zu können, doch noch etwas zu warten. Denn Trinken darf es bei Mama, aber es kommt wohl nicht so viel aus dem Euter wie bei den anderen Müttern. 

Bisher hatten wir aber bei jedem Wurf ein oder zwei Sorgenkinder, aus denen am Ende dann doch ein mehr oder minder stattliches Schaf geworden ist so zum Beispiel Klein-Buddy. Wir bleiben also optimistisch. Das fällt einem aber nicht immer ganz leicht. Denn die Natur hält nicht immer ein Happy-End bereit, wie Krawall-Susi, unser ältestes Huhn erleben musste. So oft ist sie dem Tod schon von der Schippe gesprungen. Dann holte sie Ende Januar doch der Fuchs.

Drei Hühner und ein Hahn auf der Stange

Vor einiger Zeit stattete der Fuchs uns wieder einen Besuch ab. Die verbliebene, kleine Hühnerschar war angesichts des wenigen Schnees auf dem Weg ins Wäldchen zwischen Schafstall und Straße. Jackson bellte auf einmal laut und anhaltend. Als ich aus dem Küchenfenster blickte, sah ich die schwarze Henne gefolgt vom Fuchs, der wiederum von unserem Hahn verfolgt wurde. Glücklicherweise bog die Henne am Gewächshaus Richtung Jackson ab. Der große Hund an einer dünnen Leine irritierte den Fuchs dann doch, so dass er (vielleicht war es auch eine sie, eine Fähe;-) vorsichtshalber bis an den Waldrand lief, um von dort die Lage einzuschätzen. Erst als ich mit Jackson an der Leine zum Waldrand lief, nahm sie reißaus. Den Federn nach zu urteilen, hat die Fähe zuerst versucht, den Hahn zu schnappen, um sich dann dem vermeintlich leichteren Opfer zuzuwenden.

Ein Hunn tanzt immer aus der Reihe

Als ich mit Jackson durch das Wäldchen patroullierte, konnte ich die zwei anderen Hennen zurück in den Stall scheuchen. Es sind uns also – wohl auch dank des Einsatzes des Hahns – drei Hennen geblieben. Im Moment legen diese drei Hennen ausreichend Eier, aber wir spielen mit dem Gedanken, den Brutapparat herauszuholen und vielleicht sechs Eier ausbrüten zu lassen. Denn der nächste Fuchs kommt bestimmt. Der nächste Schnee übrigens auch. Sooft wie in diesem Winter haben sich grün und weiß rund ums Haus noch nie abgewechselt.

Jackson und die Hühner
Eigentlich sieht Quinta ja ganz munter in die Welt

Elvira, unser jüngstes, schwarzes Schaf, könnte übrigens durchaus noch trächtig sein. Der Bock hatte bis in den November Gelegenheit, eher er mit Buddy in sein Winterquatier gekommen ist. Es bleibt also bis in den April spannend, wenn man zum Füttern in den Schafstall kommt. Quinta wird hoffentlich bald genauso herumtollen wie der Rest der Bande. Dann steht die nächste Herausforderung an. Denn die Lämmer müssen lernen, Abstand vom Weidezaun zu halten. Erst dann kann der Auslauf entsprechend vergrößert werden. Bis dahin werden sich aber wohl noch ein paar Mal grün und weiß abwechseln.

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Jetzt sind es schon Drei

Jetzt sind es schon Drei

Nach Courage ist Aiko danieder gekommen. Zwillinge: Mavis und Denisovic. Das Mädchen ist noch etwas zurückhaltender, aber nach zwei Tagen auf der Welt wird schon fast so viel herumgetollt wie Caesar.

Noch geht es bei den drei nur um Muttermilch und darum die Welt zu entdecken. Ungestört beobachten können wir die Lämmer am besten, wenn die Mütter und Tanten abgelenkt sind und sich die Mägen mit Heu vollschlagen. Die Aussicht auf frisches Grün ist angesichts des Schnees, der gestern und heute gefallen ist, wieder vorbei – aber wir haben ja auch erst Anfang Februar, auch wenn man das nach fünf Tagen Dauerregen und milden Temperaturen fast vergessen konnte. Das viele Nass hat unsere Quelle übrigens wieder zum Sprudeln gebracht.

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