Autor: PKujath

geboren 1972, seit 1995 Mitarbeiter des Bayerischen Rundfunks, von 2007 bis 2013 ARD Hörfunkkorrespondent für Ostasien mit Sitz in Tokio, seit August 2014 langsamer Rückzug in den Bayerischen Wald
Die Weidesaison hat begonnen

Die Weidesaison hat begonnen

Glückliche Schafe, wenn wir ihnen frisches Grün anbieten

und die Schafe sind zufrieden – zumindest dann, wenn wir ihnen neues Grün abgesteckt haben. Ein Zwei- Zäune-Areal reicht allerdings nur für einen Tag, ehe wieder aus voller Kehle gebäht wird. Denn das Gras spriest noch nicht wirklich üppig auf der Wiese. Aber es scheint besser zu schmecken, als das staubige Heu, das es die letzten vier Monate über zu essen gab.

Hier waren die Schafe schon

Jetzt während der Eisheiligen war die Kälte vor allem den Lämmern mehr als willkommen. Denn die haben noch ihre Wolle auf dem Rücken und wenig Lust auf die heißen Sonnenstrahlen und auch nicht auf Insekten. Als es Mitte April schon beinahe sommerlich anmutete, fanden das die Mücken und Fliegen prima, so dass die Schafe mit gesenktem Kopf herum standen und genervt mit den Klauen aufstampften, während sie das wenige Gras und die vielen Buschwindröschen am Waldrand abfraßten.

Jetzt ist die Strecke von ihrem Schafstall zur Kleinen Ohe deutlich zu erkennen, die sie bereits abgeweidet haben. Seit dem Regen Ende April trägt unsere Feuchtwiese ihren Namen wieder zurecht. Da die Schafe lieber auf trockenem Boden schlafen, suchen wir für den Wagen, der als ihr Unterstand dient, immer eine passenede Stelle. Solange es in Richtung Kleine Ohe ging, konnten wir den Wagen per Hand ziehen, zurück Richtung Haus geht es leicht bergauf und es empfiehlt sich den Traktor vorne anzuhängen.

Frostschaden

Während die Schafe die Kälte genießen, war der Frost in den letzten Nächten für unsere Kartoffelpflanzen zu viel. Temperaturen unter Null sind einfach ihre Sache nicht. Ich hoffe sehr, dass die Kartofffelstückchen unter der Erde noch genügend Kraft haben für einen weiteren Trieb. Sonst fällt die Ernte im Herbst spärlich aus.

Erbsen und dicke Bohnen hingegen haben die kalten Nächte ebenso gut überstanden wir unsere beiden Rhabarber-Blättchen, die hoffentlich im nächsten Jahr ausreichend groß sind zum Ernten.

Haru und die Hühner interessieren sich nicht besonders für das Wetter. Beide Tierarten machen ihr Ding, auch wenn Haru für eine Katze erstaunlich anhänglich ist sie deshalb bei unserem abendlichen Picknick auf unserer Bank am Waldrand auf jeden Fall dabei sein wollte. Wir müssen zugeben, sie ist auch viel besser geeignet als Jackson oder Hanabi für so eine Aktion. Die beiden mussten – in getrennten Zimmern – drinnen bleiben, während wir Mitte April die belegten Brote, Karotten und Oliven in der warmen Abendsonne genießen konnten. Haru interessierte sich mehr für Streicheleinheiten, die Kamera, aber nicht für unser Essen – wie angenehm im Vergleich zu unseren Hunden, die sich entweder für das bereits erlegte Essen auf unseren Tellern oder das noch frei herumlaufende, potentielle Essen im Wald hinter uns intressieren, aber kaum eine Sekunde still sitzen können, obwohl Hanabi mit ihren 17 Jahren eigentlich ihre wilde Zeit hinter sich haben müsste.

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Grablegung Jesu

Grablegung Jesu

Irgendwie haben wir es nicht übers Herz gebracht, Jesus wieder ans Kreuz zu nageln.

Stattdessen haben wir seinen sterblichen Überresten ein kleines Grab geschaufelt.

Es war Silke und mir einfach ein Bedürfnis, der gequälten, leiblichen Hülle Jesu eine Pause und am Ende irdische Ruhe zu verschaffen, nachdem wir hier so häufig der ans Kreuz genagelten Figur begegnen. Aus unserer Sicht hat es Jesus nicht verdient, oft nur als Leidender in verdrehter, schmerzverzerrter Haltung wahrgenommen zu werden. Er ist so viel mehr.

RiP

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Geschafft

Geschafft

Selfie vor dem Marathon

10 Jahre nach dem Marathon in Tokyo und 5 Jahre nach meiner Teilnahme in Pjöngjang stand heute der Dreiburgenland-Marathon auf dem Programm. Wer Lust hat auf Wald- und Feldwege und nur wenig Asphalt, sich außerdem nicht durch Massen von Läufern drängeln will, dem sei dieser Marathon/Halb-Marathon oder die 12km-Variante am Rande des Naturparks Bayerischer Wald ans Herz gelegt. Allerdings hilft auch die schönste Gegend nicht gegen schwere Beine. 😉

Dass das Ganze einen etwas anderen Charakter hat als ein Stadtmarathon, wurde mir spätestens bei der Startnummern-Abholung klar, die auch kurz vor dem Start noch erledigt hätte werden können. Ich war zwei Stunden vor dem Start und deutlich zu früh da. Während bei offiziellen Strecken der großen Veranstaltungen in regelmäßigen Abschnitten Zwischenzeiten genommen werden, indem man mit seinem Chip über einen entsprechenden Sensor läuft und damit auch keine Abkürzungen nehmen kann, wird die Einhaltung der Strecke beim Dreiburgenland-Marathon angesichts der übersichtlichen Teilnehmerzahl per Hand und Auge an jeder Verpflegungsstation überprüft. Die Helfenden reichen nicht nur Getränke (leider auch hier in Plastikbechern) sondern rufen dem oder der Schriftführerin die Startnummer des Vorbeilaufenden zu, damit diese auf einer Liste abgehakt wird. Beim Zieleinlauf gibt es eine Lichtschranke, die eine Zeitmessung auslöst. Das Ergebnis wird dann wiederum von Hand der betreffenden Nummer zugeordnet. So einfach kann das sein, wenn die Teilnehmerzahl gering genug ist und sich nicht zwei Wettkämpfer ein Duell auf Foto-Finish-Ebene liefern wollen. Als ich die Ziellinie überquerte, war zumindest keiner vor oder hinter mir zu sehen.

Die Strecke verläuft durch die wunderschöne Landschaft rund um Thurmansbang. Wer den kompletten Marathon absolvieren will, muss die Runde zweimal laufen – ausgeschildert und dirigiert von vielen Helfenden an den Straßenkreuzungen. Denn die Strecke ist nicht komplett gesperrt, d.h. die wenigen Autos auf den offiziellen Straßen fahren zwar langsam, aber man sollte sich links halten. Auf den Schotterwegen zum Beispiel rund um den Dreiburgensee kommen einem manchmal “normale” Urlauber in die Quere, oder man überholt Einheimische, die mit ihren Hunden Gassi gehen und zumindest uns Laufende anfeuern. Es gibt aber auch viele “stille” Streckenabschnitte, die sofern noch ausreichend Energie vorhanden ist, einladen, die gerade sprießenden Buchenblätter zu bewundern, die Häuser am Rand des Museumsdorfs oder die Englburg und das Schloss Fürstenstein beim Vorbeilaufen zu betrachten. Interessanterweise ist der Wettkampfgeist eher angestachelt durch die geringe Teilnehmerzahl. Zumindest bildeten wir schnell eine ca. fünf Läufer starke Gruppe, die zwei Drittel der Strecke eine ähnliche Geschwindigkeit einhielten. Dann zog sich auch unser kleines Feld deutlich auseinander. Die kurzen, freundlichen Gespräche untereinander konnten nicht darüber hinweg täuschen, dass der eine doch gerne vor dem anderen durchs Ziel laufen wollen würde.

Was man auf keinen Fall unterschätzen sollte, sind die Höhenmeter, die auf den 2mal 21,1km überwunden werden müssen. Während einer Runde kommen gut 220 Höhenmeter zusammen, so dass man neben der Marathonstrecke zusätzlich auch noch 440 Höhenmeter schaffen muss. Obwohl ich durchaus älter geworden bin, lag meine Zeit kanpp unter der für den Tokyo-Marathon. Ein Glück, dass die Ausdauer-Sportarten auch im reiferen Alter noch gute Ergebnisse zulassen, so dass meine Zeit sogar knapp unter der für den Tokyo-Marathon lag. Wer genaueres wissen will, hier geht es zur Ergebnisliste des 18. Dreiburgenland-Marathons.

Wer sich nicht fürs Laufen interessiert, der findet vielleicht Gefallen an den Tierporträts, die Silke angefertigt hat.

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Kleine Veränderungen

Kleine Veränderungen

Vielleicht wächst unser Bergahorn ja dieses Jahr einmal ein ordentliches Stück

Ein Wochenende mit 15 Grad und Sonnenschein luden dazu ein, fleißig rund ums Haus zu puzzeln. Die Ergebnisse sind nicht unbedingt auf den ersten Blick sichtbar, führten aber dazu, dass wir uns wieder einmal so richtig wohl gefühlt haben mit dem Haus, der Lage, den Aufgaben und uns. Und genau das waren ja die Gründe warum wir aufs Land, an den Rand, in den Nationalpark gezogen sind. Jetzt Mitte der Woche versucht es der Winter noch einmal und bestäubt die Wiesen mit Zucker.

Gestern habe ich sogar ein wenig Schnee von den Solarpanelen geschoben, wie ich es im Winter oft machen musste. Der wäre jetzt wohl im Laufe des Vormittags von selbst heruntergerutscht, denn die Frühlingssonne hat mittlerweile selbst durch die Wolken ausreichend Kraft, um Energie für unsere Batterie bereitzustellen und die Solarpanelen zu erwärmen. Aber das wollte ich sofort nutzen können. Denn, wie es scheint, hat der Dieselgenerator tatsächlich Pause bis zum November oder Dezember.

Morgens ist es ganz dringend…

Bei all den wärmenden Frühlingsgedanken kann der Wind noch ziemlich kalt sein und der morgendliche Spaziergang mit Jackson erinnert mich daran, dass der Winter nicht lange zurückliegt. Die Wege durch den Wald sind noch voller Schneereste, die für nasse Schuhe sorgen. Die vom Nationalpark angelegten Teiche (so viel zum Konzept: die Natur sich selbst überlassen;-) bergen noch immer einen Kern aus Eis in ihrer Mitte und auch vor unserem Haus liegen etliche Schneereste herum.

Silke auf ihrem neuen Lieblingsplatz

Angesichts der Sonne, die bei diesem Aprilwetter zum Glück auch regelmäßig zu Gast ist, haben wir die Bänke herausgeholt und aufgestellt. Silke hat jetzt endlich auch einen Platz draußen. Denn das Gewächshaus bietet zumindest etwas Schatten. Mein neuer Platz, da wir die baufällige Holzveranda ja im Herbst abgerissen haben, ist entweder im Gemüsegarten – geschützt vor den Hühner bzw. dem Hühnerpup – oder an der Hauswand zwischen Steintreppe und Steinhaufen.

Steintreppe und Steinhaufen haben wir am Wochenende angelegt und ziemlich geflucht. Denn die schweren Steine sind wenig überraschend unhandlich und kaum zu bewegen, aber sie erfüllen ihren Zweck. Der Weg aus der Terassentür schnell zum Gewächshaus oder dem Hühnerstall ist wieder offen. Der Steinhaufen deckt endlich in einer ansprechenden Weise die Abflussrohre ab, die anstatt der Sickergrube nachträglich nicht besonders formschön verlegt worden waren.

Der ehemalige Aufgang zum Podest vor der Garagenwand

Die Steine stammen übrigens von der Rampe an der Seite unseres Garagengebäudes. Es ist ja leider so, dass wir alles einmal selbst angefasst und verändert haben müssen, bevor wir mit dem Anwesen einverstanden sind. Also haben wir einen kleinen Teil des Podest abgetragen, auch um “Jacksons Prison” mit der Mauer abschließen zu lassen. Auf diese Weise hat er den Überblick in fast alle Richtungen, wenn wir denn einmal fertig damit sind. Da sein Jagdinstinkt eher zugenommen hat, bleibt uns nichts anderes übrig als ihn für die unbeaufsichtigte Zeit draußen in seiner Freiheit zu beschneiden. Bei unseren morgendlichen Spaziergängen würde er so gerne hinter den Rehen her saußen, lässt sich zum Glück mittlerweile aber schnell wieder beruhigen, so dass die Leine bisher noch nicht gerissen ist.

Die restlichen Steine habe wir am Waldrand aufgetürmt, um zu überlegen, wie wir sie weiter verwenden wollen. Früher war ein Teil benutzt worden, um den Vogelbeerbaum zu stabilisieren, der sich in diesem Winter angesichts der Schneelast weit zu Boden geneigt hat. Mit einem Seil und einer Ratsche haben wir ihn an den dicken Fichtenstamm angebunden und ein wenig nach oben ziehen können. Lange wird er sich aber nicht halten.

Ein neues Stück in unserem Ensemble
Das Leiden Christi

Da hilft wohl auch kein Wunder unseres Christus’, der vorübergehend gegenüber dem Briefkasten einen Platz bei uns in der Bergerau erhalten hat. Der leidende Jesus am Kreuz begleitet einen hier allzu oft, so dass man sich fast Seiner erbarmen möchte…

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Ein kurzer Frühlingsmoment

Ein kurzer Frühlingsmoment

Vor vier Tagen hat es noch so stark geschneit, dass ich insgesamt gut zehn Zentimeter von den Solarpanelen herunterschieben musste – denn die Sonne ist stark genug, um für ein wenig Strom zu sorgen, auch wenn es regnet -, dann schüttete es einen Tag und eine Nacht ununterbrochen, und heute schien die Sonne so stark vom Himmel, dass man sich schon im späten Frühling wähnte angesichts von 15 Grad. Dabei haben wir Mitte März und nicht April.

Der Sturm tobte zudem um unser Haus, wie wir es in den vergangenen Jahren noch nicht erlebt hatten. Zum Glück blieben alle Bäume am Waldrand stehen. Lediglich ein paar Äste sind herabgestürzt und haben den Ladewagen leicht beschädigt.

Reste des Schneerutschfängers

Die Dachziegel sind hingegen bereits von den herunterrutschenden Schneemassen beschädigt worden. Eine Ladung Eis riss den hölzernen und schon ziemlich morschen Schneefänger mit sich. Das kleine Loch im Dach liegt glücklicherweise so weit oben, dass “nur” ein zehn Liter Eimer bis oben gefüllt wurde, als der Regen hernieder prasselte.

Anders sah es aus auf der Seite des Daches oberhalb unserer Küche aus. Hier waren zwei Dachziegel horizontal zerbrochen und so floss das Wasser in die aus Holzbalken bestehende Wand und färbte unsere eine Mauer in der Küche gelb dank des mit Stroh durchsetzenden Dämm- und Putzmaterials. Das hatten die Menschen vor knapp 100 Jahren bei der Errichtung unseres Waidlerhauses verwandt und es tut bis heute erfolgreich seinen Dienst. Es blieb uns also nichts anderes übrig, als bei leicht nachlassendem Regen einmal mit Leiter erfolgreich den defekten Dachziegel auszutauschen und einmal ebenso erfolgreich mit einem anderen zu verfahren, den ich aus der Gaube hängend gerade so erreichen konnte. Danach lief das Wasser wieder in die Regenrinne und nicht mehr in unsere Außenwand. Zum Glück – angesichts der Wassermassen, die dann noch kamen.

Die Kleine Ohe füllt ihr Bachbett

Die Kleine Ohe ist schon wieder auf dem Rückzug, hat das Ufer aber ordentlich überflutet. Wie in den vergangenen Jahren auch drückt das Wasser in unseren Feuchtwiesen die Plane unseres Klärteichs nach oben – aber alles kein Grund zur Beunruhigung, meinte der zuständige Mann aus der Gemeinde. Immerhin schickt unsere Quelle jetzt wieder ordentlich Wasser in unser Auffangbecken. So einen Strahl hatten wir lange nicht mehr.

Lämmer-Parade

Jetzt aber zurück zu den schönen Seiten und dem heutigen Frühlingstag. Die Schafe und Lämmer stellten sich angesichts der Sonne wie zur Parade in ihren kleinen Auslauf. Auch ihnen war es zwischenzeitlich zu nass außerhalb des Stalls – und als der Schnee erneut die Wiesen bedeckte, schienen sie glatt ein wenig verzweifelt. Denn es geht einfach nichts über frisches Gras.

Hast Du was?

Selbst Buddy ist mittlerweile ordentlich gewachsen, bleibt aber der Kleinste der Lämmer. Die Muttertiere bähen uns täglich die Ohren voll, wenn sie nicht neben ihrer Ration Heu auch die Portion Pellets bekommen, die wir ihnen für die Milchproduktion gerne gönnen. Das Heu im Schafstall ist aufgebraucht, der gebrochenen Bretter auf dem Heuboden bereits ausgetauscht und alles für die nächste Saison vorbereitet. Aus der Scheune haben wir fünf, sechs Ladungen heute herüber getragen, aber es ist definitiv noch genügend da.

Federn im Schnee aber keine Spur

Jackson verfolgte das alles aus seinem gesicherten Aufenthaltsort draußen, wenn wir nicht auf ihn aufpassen können. Aber von dort kann er nicht hinter den Schafstall schauen, so dass er wohl unschuldig ist an dem Drama, das sich heute Vormittag abspielte und in dem eine von unseren Henne ordentlich Federn lassen musste.

Da keine Spuren zu der Stelle des Verbrechens führten, gehen wir mal davon aus, dass der Habicht nach dem tagelangen Regen ausgehungert versucht hat, ein Huhn zu erbeuten und nicht der Fuchs schon wieder zugeschlagen hat. Vielleicht habe ich ihn gestört, als ich die heruntergefallenen Äste einsammeln wollte, vielleicht ist Jackson oder der Hahn seiner Pflicht nach gekommen. Tatsache ist, dass unsere achtköpfige Hühnerschar heute Abend wieder zufrieden auf der Stange in ihrem Stall saßen. Glück gehabt.

Spinat jung und letztjährig

Glück hatten wir auch, dass der Sturm unser Gewächshaus stehen gelassen hat. Allerdings mussten wir fünf Platten wieder einsammeln, einsetzen und mit den vorsorglich gekauften Clips befestigen. Eine Plastikplatte war zerbrochen, aber auch dafür hatten wir erfreulicherweise Ersatz auf Vorrat. So mussten die Salat- und Spinatpflänzchen nicht allzu lange im nass-kalten Wetter ausharren und wir konnten heute doch tatsächlich schon ein wenig frischen Salat aus dem eigenen Garten ernten.

Auch die Krokusse sind heute ein ordentliches Stück gewachsen und haben ihren Blüten geöffnet. Die Kräuterkeimlinge sind im Zimmer gewachsen und durften heute draußen die Frühlingssonne genießen.

Die schöne Pflanze mit dem zweifelhaften Namen

Die Pestwurz hat sich bereits vor einigen Tagen an der geschützten Stelle rund um unseren Quellwassergraben aus dem Boden geschoben. Ihr machten weder Schnee noch Dauerregen etwas aus. In Japan gab es die jungen Pestwurz-Triebe in Tempura-Teig ausgebacken als Vitamin C haltigen Frühjahrsimbiss. Da meine Kochkünste sich eher auf Lamm und heimisches Gemüse beziehen, erfreuen wir uns an dem zarten Grün.

Der Ameisenhaufen, der oberhalb des Quellwassergrabens liegt, ist hingegen ein wenig reparaturbedürftig, aber dafür war heute zum Glück ausreichend Zeit. In der Nacht ist dann vorbei mit dem guten Wetter (der Sturm hat schon eingesetzt) und es soll wieder schneien, ehe übermorgen der Frühling zurückkehrt – hoffentlich.

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April im März

April im März

Aprilwetter im März

Sonne, Schnee, Regen, Graupel und Wind – das Wetter scheint sich um einen Monat vertan zu haben. Dem Wetterbericht zufolge soll es so bleiben, aber wieder ein wenig kälter werden. Das lässt hoffen, dass dann im April bereits der Mai Einzug hält. 😉

Aprilwetter im März

In den letzten Tagen ist der Schnee merklich zusammengeschmolzen. Vor allem der Regen hat die kompakte Masse auf weniger als 30 Zentimeter schrumpfen lassen. An den sonnigen Stellen schaut bereits der Waldboden oder wie im Bild rechts das Frühlingsbeet unseres Gemüsegartens heraus. Wenn ich bei meinen morgendlichen Spaziergängen mit Jackson einmal nicht allzu tief einsinken will, bleibt nur die Straße oder die Langlaufloipe als Alternative übrig. Letztere ist zum Glück über die Wochen so fest zusammen gedrückt, dass man zwar nicht mehr mit Skiern darauf laufen aber gut zu Fuß gehen kann.

Da war doch der Hirsch

Ende Februar waren Jackson und ich auf hart gefrorenem Schnee die Bergerau hinein in den Wald gestapft und haben den Hirsch wieder getroffen, den unser Hund vor ein paar Wochen beschlossen hatte, im Wäldchen hinter unserem Haus zu stellen – danach und sicher auch die nächste Zeit war Jackson immer an der Leine und so verlief das Wiedersehen in der Bergerau ziemlich kurz und undramatisch. Damals musste ich mit den Schneeschuhen hinter ihm her stapfen, um ihm am Ende dazu zu bekommen, sich hinzusetzen und mit der Leine zurück zum Haus führen zu lassen.

Wann gibt es endlich etwas?

Immerhin lässt sich der Fuchs nur noch in der Früh blicken, und so genießt unsere Hühnerschar unter den wachsamen Augen des Hahns ihren Auslauf auf den bereits grünen Wegen ums Haus. Ob Winter oder Sommer am meisten taugt es ihnen, wenn sich die Tür zur mittlerweile nicht mehr vorhandenen Terrasse öffnet und Silke oder ich die Reste vom Mittagessen mit ihnen teilen. Dann fliegt die ein oder andere Henne schon einmal quer über den Schnee zur Fütterungsstelle.

Geteilte Freude ist in diesem Fall achtfache Freude

Das laute Bähen der Schafe, sobald man sich dem Stall nähert und sie nicht unmittelbar zuvor, eine Ladung Heu oder Pellets verpasst bekommen haben, lässt vermuten, dass auch unsere Schafe sich auf die Zeit der grünen Wiesen freuen. Ansonsten geht es allen auch den fünf Lämmern ziemlich gut. Hanabi hingegen hat mit ihrer Niereninsuffizienz zu kämpfen. Die Inkontinenz ist dank der Hormontabletten aber besser und ermöglicht uns allen wieder ein Durchschlafen in der Nacht. Kurzzeitig sah es so aus, als ob sie ihren 17. Geburtstag am 5. April nicht mehr erleben würde. Jetzt wirkt sie beim kurzen Spaziergang aber wieder ganz munter.

Die ersten grünen Stengel in unserem Gemüsegarten deuten auch bei uns auf den Beginn des Frühlings hin. 27 Mal haben wir in diesem Winter den Dieselgenerator anwerfen müssen. Ich bin zwar oft zum Schneeschieben aufs Dach zu den Solarzellen, aber der Dezember und Januar waren ziemlich dunkel mit viel Schnee. Wir sind gespannt, ob wir in den nächsten Monaten mit der Batterie ohne Generator über die Runden kommen. Der Februar war diesbezüglich schon recht vielversprechend.

Es ist also einiges schon fast Routine. Was liegt also näher als wieder eine Herausforderung zu suchen. 😉 An den Orten, die ich in meinem bisherigen Leben etwas näher kennenlernen durfte, ob München, Tokio, Seoul oder Pjöngjang, hat sich immer die Möglichkeit eröffnet einen Marathon zu laufen. Warum also nicht einmal die 42km-Runde im Wald ausprobieren:

Angemeldet bin ich, und die Zeit reicht zum Glück nicht mehr aus, um sich so richtig vorzubereiten. Das nimmt den Druck – hoffe ich. Wir werden sehen…

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Alle Lämmer sind schon da…

Alle Lämmer sind schon da…

Die zwei Nachzügler

Am 10. und 11. Februar kamen die beiden Nachzügler zur Welt. Damit sind es insgesamt fünf Lämmer, die gemeinsam durch den Stall toben. Wie oft haben wir in diesem Winter am Morgen die Stalltür geöffnet in der Erwartung, dass Nachwuchs eingetroffen ist. Und wie oft mussten wir feststellen, dass wir mal wieder zu ungeduldig waren. Nachdem das Lammmädchen und der kleine Lammbock die letzten Tage schon ein wenig gewachsen sind, ist die Spannung beim morgendlichen Füttern der Freude gewichen, dass unsere Schafe mit einer Ausnahme alle gute Mütter sind. Courage hatte leider als erste ein totes Lamm geboren.

und die restlichen drei Lämmer

Es bleibt auch nach dem vierten Mal faszinierend, dass die Natur es vermag, aus dem mageren Heu und Wasser fertige Lämmer hervorzubringen, die von ihren Müttern trocken geleckt sofort der Kälte des Winters trotzen können. Allerdings finden sie es in der Sonne durchaus auch schön.

Dürfen wir auch mitessen

Das schwarze Lamm bevorzugt einen Platz auf dem Rücken eines liegenden Schafs, wenn dieses zufrieden wiederkäut. Aber natürlich nicht wenn der Fotoapparat in der Nähe ist. Dafür wird zumindest schon so getan, als ob man am Heu partizipieren wollte.

Und wer noch nicht genug von Lämmer-Bildern hat…

Kommst Du nicht nach?

Dabei haben wir auch noch andere Tiere, die ihre Aufmerksamkeit haben wollen. Jackson würde am liebsten wie im Sommer auch über die Wiese tollen und mit uns Frisbee spielen, aber im Gegensatz zu ihm sinken wir einfach zu tief ein. Morgens beim langen Spaziergang durch die Winterlandschaft habe ich mit Schneeschuhen immerhin eine ähnliche Gewichtsverteilung hinsichtlich der aufliegenden Fläche, aber es ist wohl keine Frage wer wen zieht.

Hier bin ich und warte

Wenn man aber mal seine Hilfe braucht oder besser die seiner großen Pranken, dann wird nur alibihalber ein bisschen mit der Vorderpfote gekratzt. Dabei haben wir immer noch reichlich Schnee, den die Frühlingssonne aber anfängt aufzuweichen.

Die Aufgabe: einen Weg zum Gewächshaus schaufeln

Ich würde sagen, auch im zusammengesackten Zustand beträgt die Schneehöhe noch gut einen Meter rund ums Haus. Vor zwei Tagen musste ich noch einmal mit Traktor und Schneeschaufel zehn Zentimeter Neuschnee beseitigen. Und die Solarpanelen musste ich in diesem Winter so oft von Schnee befreien wie in den vergangenen vier Jahren nicht. Dafür haben die letzten beiden Sonnentage ausgereicht, unsere Batterie wieder auf 100 Prozent zu bringen. Die Hühner sind angesichts des Schnees zurückhaltend und bewegen sich vor allem rund ums Haus auf den geschippten Wegen.

Winterhaus mit Hühnern

Man muss allerdings schon sehr genau hinschauen, um rechts am Haus den Hahn vor der Stalltür zu entdecken. Dafür ist die Ansicht von unserem Haus in schwarz und rot in der Winterlandschaft einfach schön.

Vorgarten versunken im Schnee

Bei meinem kurzen Spaziergang mit Hanabi konnte man zudem den Rauch aus dem Kamin kerzengerade in den Himmel steigen sehen, während der halbe Mond schon über dem Waldrand stand. Hanabi hält sich am liebsten oben im Bett auf. Dank eines Östrogen-Präparats ist ihre Inkontinenz auch deutlich zurückgegangen.

Da noch Schnee auf dem Dach liegt, hat Haru wenig Sonne und zieht es ohnehin vor nachts auf Mäusejagd in der Scheune oder im Schafstall zu gehen. Deshalb sei ihr an dieser Stelle unser Dank ausgesprochen 😉

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Das Warten hat ein Ende

Das Warten hat ein Ende

Eigentlich hatten wir mit dem ersten Lamm kurz vor Weihnachten gerechnet. Gedulden mussten wir uns jedoch bis gestern Nachmittag. Da lagen sehr unterschiedliche Zwillinge im Stall, als ich mit frischem Wasser zum Füttern hinein kam.

Aiko benimmt sich auch dieses Mal wieder wie ein Musterschaf und kümmerte ich um den kleinen weißen Bub ebenso fürsorglich wie um das dunkle Mädchen, das schon nach knapp 24 Stunden den ganzen Stall auskundschaften will. Dann schauen wir mal, welche der anderen Damen als nächstes “lammt”.

Angesichts des schönen Winterwetters waren wir heute Mittag (zusammen mit ganz vielen anderen Leuten – natürlich nur im Verhältnis zu der Einsamkeit des Walds;-) auf dem Höhenwanderweg in St. Oswald spazieren. Jackson zeigt sich gegenüber anderen Menschen immer noch sehr ängstlich. Da half es auch nichts, dass Hanabi trotz ihres biblischen Alters mutig und selbstbewusst den Weg entlang schritt. Insofern waren wir alle froh, als wir zurück in unserem kleinen Tal auf unserer kleinen Farm waren.

Das war das erste Mal Probesitzen Anfang Januar

Auf dem einen Bild kann man den Rauch aus unserem Kamin aufsteigen sehen. Silke hat das Bild bei ihrem Morgenspaziergang mit Jackson gemacht. Angesichts von minus 15 Grad bleibt einem nichts anderes übrig, als sofort nach dem Aufstehen den Küchenofen einzuheizen. Denn auch Jackson liegt mittlerweile am liebsten im Wohnzimmer auf den Tatami-Matten. Einmal durfte er ausprobieren, wie es sich anfühlt, wenn man als großer Hund zum Schoßhund wird – aber das war dann (zum Glück für uns) doch nicht das Richtige.

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Schnee, Schnee, Schnee

Schnee, Schnee, Schnee

Gerade war aus St. Oswald wieder die Sirene zu hören. Zum x-ten Male wird jetzt schon die Freiwillige Feuerwehr zum Einsatz gerufen, um umgestürzte Bäume zu zersägen und so die Straße wieder frei zu bekommen. Bisher haben wir Glück gehabt und konnten wenn nötig die Kreisstraße vor unserem Haus benutzen – vorausgesetzt wir hatten zuvor die lange Auffahrt geräumt.

Ohne den Traktor wäre der Schnee kaum zu räumen

Beinahe jeden Morgen und oft auch am Abend musste der Traktor seinen Winterdienst verrichten. Das Schneeschild alleine hilft aber nur noch bedingt. Um der Schneeberge gerade vor dem Schafstall Herr zu werden, bedarf es der Erdschaufel, die hinten am Traktor festgemacht ist. So kann ich den Schnee gewissermaßen umparken. Noch. Denn die Höhe der Schneeberge macht es schwer, noch etwas oben drauf zu packen. Und die Fußwege rund ums Haus haben mittlerweile Wände von über einem Meter Höhe, so dass es immer mühsamer wird die Ladung einer Schneeschaufel über den Rand hinaus zu befördern. Zumindest im Vergleich zu unseren vier Wintern, die wir hier verbringen durften, ist das der schneereichste. Es geht aber noch viel mehr, wie die Einheimischen versichern.

Zu Beginn des Winters bat Silke noch darum, dieses Jahr möglichst großzügig den Platz vor den Garagen frei zu räumen, damit das Gefühl der Enge gar nicht erst aufkommt. Angesichts der Schneemassen war das ein weiser Ratschlag.

Vor dem Hauseingang liegen unsere beiden Schneeschuh-Paare griffbereit

Die Fortbewegung jenseits der schmalen frei geschippten Gassen erfolgt am besten mit Schneeschuhen. Hanabi kann mit ihren kürzeren Beinen sich nur noch auf den freigeräumten Flächen aufhalten und zieht es ohnehin vor, im warmen Bett zu liegen, während Jackson mit seinen langen Beinen gerade noch durch den Schnee springen kann. Danach ist er aber ziemlich geschafft und liegt ebenfalls am liebsten auf seiner Decke und den Tatami-Matten (wenn er sich nicht gerade eine Portion Streicheleinheiten abholen will – auch ein Malinois-Mischling ist nur ein Hund;-)

Das war vor zwei Tagen und eigentlich reichte uns da der Schnee schon;-)
Der Birke wurde die Last zu schwer

Einige Äste der Birken vor dem Haus sind bereits unter der Last des Schnees abgebrochen. Der Vogelbeerbaum hat sich entschieden, den Abstand zum Boden drastisch zu verringern und neigt sich mittlerweile gefährlich weit nach rechts. Wahrscheinlich müssen wir ebenso wie die Feuerwehrleute irgendwann mit der Kettensäge anrücken, aber dort wo die Vogelbeere steht, stört sie zumindest niemanden. Der Wind hat wie angekündigt zugenommen und einige der großen Fichten rund um die Bergerau biegen sich bedrohlich. Wenn es heute Nacht tatsächlich den nassen Schnee in Verbindung mit Sturmböen gibt, wird wohl der ein oder andere Baum auch bei uns in der Nachbarschaft dran glauben müssen.

Der schiefe Ast in der Mitte ist eigentlich ein stattlicher Vogelbeer-Baum

Von den Schneemassen abgesehen geht das Leben hier auf unserer kleinen Farm seinen Gang. Die Schafe halten sich mit ihren Lämmern zurück. Nur Courage hat bereits ein Lamm geboren, das es aber leider nicht geschafft hat. Alle anderen mother-to-bes sind zwar kugelrund, aber noch in Wartestellung.

Zum Glück musste ich nur gestern nach München, um meine Prüfung im Teilgebiet Biologische Psychologie zu schreiben. Die Hinfahrt bis zum Bahnhof war schneereich aber unproblematisch und zurück hatte ich das Glück, dass die umgestürzten Bäume gerade beseitigt worden waren, als ich vorbei fahren musste. Allein zu sein hier im Haus mit all dem Schnee ist kaum vorstellbar. Schön, dass wir das zu zweit durchstehen dürfen. Der Diesel-Generator lief bereits 15 Mal und machte uns keinen Kummer beim Anspringen. Die Solarpanelen habe ich zwar in regelmäßigen Abständen freigeräumt, viel Energie ist aber dadurch nicht in die Batterie hinein gekommen. Immerhin war der Ausblick vom Dach zumindest am Freitag dank eines kurzen Moments des Sonnenscheins bezaubernd.

So sah es übrigens an Weihnachten aus – kann man sich gerade gar nicht mehr vorstellen. Nachträglich allen einen guten Start in 2019 und willkommen im Jahr des Schweins.

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