Trockenheit

Trockenheit

Vor kurzem schaute mich eine gute Freundin überrascht an, als ich ihrem Blick gen Himmel folgte, aber zu einem ganz anderen Schluss kam. Während sie vom Fernblick und dem blauen Himmel schwärmte, erwiderte ich nur kurz, dass es ruhig einmal wieder regnen könne.

Es ist nur noch ein dünnes Rinnsal, das da aus dem Rohr kommt
Es ist nur noch ein dünnes Rinnsal, das da aus dem Rohr kommt

Der Betrachtungswinkel hat sich verschoben, seitdem wir aufs Land gezogen sind und tatsächlich mit dem Gemüseanbau im Kleinen und der Tierhaltung im ganz kleinen Stil begonnen haben. Damals, als wir vor dem Kauf dieses kleinen Bauernhauses über die Wiesen gegangen sind, konnten wir das nur mit Gummistiefeln.

Die Feuchtwiese machte ihrem Namen alle Ehre. Der letzte Winter brachte zwar wieder etwas Schnee, aber nicht in den vorhergesagten Mengen. Immerhin fiel etwas Nass, sonst wäre wohl schon im Frühjahr unsere Quelle versiegt.

...und bald wird wohl nichts mehr fließen
…und bald wird wohl nichts mehr fließen

Dabei können wir das Wasser, das beständig aber mittlerweile nur mehr als dünnes Rinnsal in den Beton-Bottich vor unserer Haustür fließt, zur Bewässerung der Pflanzen und Tiere gut gebrauchen. Hühner, Schafe, Obstbäume, Karotten, Salate und Gartenmelde brauchen durchaus viel Wasser, wenn die Natur lediglich von ein bisschen Tau benetzt wird. Der Sommer blieb trocken und die paar Regentage im Herbst reichten nicht aus, um den Wasserspeicher wieder zu füllen. Unsere Wiesen sind auch im November, der eher einem goldenen Oktober gleicht, trocken und die Kleine Ohe, die am Rand unseres Grundstücks entlang fließt, führt kaum noch Wasser mit sich.

Dabei galt ihr Wasser-Einzugsgebiet am unteren Rand des Lusen einst als regenreichstes Gebiet in Deutschland. Die Zeiten ändern sich und wir mit ihnen.

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