Maggy (8 Jahre), Miss Marple und Elb (beide 6 Monate alt)
Unsere neuen Gäste im Schafsstall und auf unseren Wiesen
Aber dann:
Wir waren erst seit ein paar Tagen stolze Hüter von drei Waldschafen, als das Leitschaf Maggy an einer schweren Lungenentzündung erkrankte. Der Tierarzt kam und maß 41 Grad Celsius Fieber. Er formulierte vorsichtig die Möglichkeit, dass die alte Maggy diesen schweren Infekt vielleicht nicht überleben würde. Das schwer atmende Schaf bekam homöopathische und konventionelle Medikamente und nun galt es abzuwarten, ob und wie sie die Nacht überstehen würde.
Am nächsten Morgen maß ich bei Maggy nur 38,6 Grad und die Erleichterung war riesengroß.
Die anhaltende schwüle Hitze setzte dem schwachen Schaf weiterhin zu und so kam der Tierarzt am Nachmittag noch einmal und auch am Abend des folgenden Tages. Jetzt nach einer Woche und endlich kühlerem Wetter ist Maggy über den Berg, wie man so sagt, und fit genug, um mit den beiden anderen Schafen regelmäßig auf der Wiese zu grasen.
Nebenwirkung des ganzen ist, dass mir Maggy mittlerweile so weit wie möglich aus dem Weg geht. Da kann ich noch so mit köstlichen Himbeerblättern winken oder Pellets im Eimer klappern. Der Tierarzt hatte mir zur Aufgabe gegeben, mindestens zwei Mal am Tag beim Schaf Fieber zu messen und den Wert telefonisch durchzugeben, um dann jeweils über das weitere Vorgehen zu entscheiden. Also musste ich Maggy an den drei kritischen Tagen mehrfach von ihren Mitschafen trennen, zum Stillhalten drängen und ihr ein Fieberthermometer in den Allerwertesten stecken. Da könnte ich mich auch nicht mehr leiden. Klar.
Mal sehen, wenn alle gesund und die Lage ruhig bleibt, wird das Misstrauen vermutlich nachlassen.
Ausblick: Schafe sind Herdentiere und eine Gruppe zu dritt ist eigentlich zu klein, um sich als Schaf wohlzufühlen. Maggy, Marple und Elb scheinen gut miteinander klarzukommen, aber früher oder später sollten wir die Gruppe erweitern, damit sich die einzelne Tiere in einer größeren Herde sicherer fühlen können. Mal ganz abgesehen von unseren Wiesen, die noch ein paar wollende Rasenmäher mehr gebrauchen könnten. Aber das muss warten. Peter und ich, wir beiden menschlichen Schafshüter, und vor allem auch Maggy brauchen erstmal eine Pause von der ganzen Aufregung der letzten Woche.
Es wächst und wächst und wächst. Einmal gemäht, heißt nicht, dass wir jetzt Ruhe hätten. Die Natur treibt ungerührt ihre Blüten oder besser Grashalme. Gut, dass bald die Schafe kommen und hoffentlich den ein oder anderen Halm zurecht stutzen.
Erst kamen die Frösche zur Paarung
Dann die Kaulquappen
und mit ihnen die Ringelnattern
Doch es bleibt genügend Grün übrig, dass von Hand wie hier rund um unseren Klärteich gekürzt werden muss. Der Abhang hin zur kleinen Ohe war das vorletzte Stück, das noch nicht von uns einmal in Angriff genommen wurde.
Der Kreiselmäher mähte eine Schneise in den Urwald. Ich bin mir nicht sicher, ob wir es ein zweites Mal versuchen werden.
Es gibt für unsere Möglichkeiten und Ausrüstung einfach zu viel Grünfläche und die Wiese oberhalb unseres Grundstück, die wir in Absprache mit dem aktuellen Pächter mähen bzw. als Weidegrund für die (drei;-) Schafe nutzen dürfen, ist zumindest ein wenig einfacher abzumähen und war der letzte Teil, der noch nicht von uns „angefasst“ wurde.
Die schmalen Bahnen des Kreiselmähers verlieren sich fast auf der Wiese
Das gilt übrigens auch für das Haus. Rund um die Garagen und den künftigen Schafsstall lagerten viele Dinge, die vielleicht noch einmal zu gebrauchen sind oder auch nicht. Ein Teil wanderte auf den Sperrmüll. Ein Teil hat nur seinen Platz gewechselt wie der alte Anhänger mit dem man gefällte Bäume transportieren könnte, wenn wir denn welche zum Fällen hätten;-)
Ein noch funktionstüchtiges Museumsstück
Der Heuschnupfen macht nach der Traktorfahrt mit Mundschutz und dem Reihen-Rechen seinem Namen alle Ehre. Und der Heustadl hat schon fast keinen Platz mehr für die Schafe. Immerhin dürften sich die Tiere angesichts des sie umgebenden Heus wie im Schlaraffenland fühlen.
Dahinter verbergen sich zwei Fenster
aber die Verschläge für die Schafe sind wohl leichter zugänglich
Noch ist der Auslauf klein, aber es steht reichlich Wiese zur Verfügung
Ein wenig geht es uns auch so, obwohl wir unser grünes Schlaraffenland mit den Schnecken teilen müssen, die regelmäßig eingesammelt werden und über einen der Gräben fliegen, damit sie wenig später wahrscheinlich schon wieder auf unseren Kartoffelpflanzen herumkriechen. Es ist faszinierend wie radikal diese Nacktschnecken die kleinen Pflänzchen, ob Radischen, Salat oder Kohlsorten, abfressen.
Von einigen Saat-Versuchen ist einfach nichts übrig geblieben. Da hilft nur das Gewächshaus, das mittlerweile zur Hälfte von den Tomatenpflanzen ausgefüllt ist. Wenn wir das mit dem Timing noch hinbekommen, dann steht dem Wohlgefühl einfach in den Garten gehen zu können, um den Salat fürs Abendessen herauszuziehen nichts mehr im Wege – solange die Saison reicht.
Salat unter Tomaten
Die Möhren tun sich etwas schwer
Der Boden im Vorgarten muss wohl mit unserem Kompost etwas aufgebessert werden
Die Erbsensträuche haben ihren Dienst schon fast eingestellt. So gut die selbstgepflückten Schoten schmeckten, finanziell ist der Anbau (vor allem da es das erste Mal war) ein echtes Verlustgeschäft.
Ich will nicht verhehlen, dass mich hin und wieder das Gefühl beschleicht, dass ich in der Betonwüste der Stadt besser aufgehoben sein könnte, aber der Blick aus dem Fenster, von der Terasse oder beim Gang über die Felder wischt diese Frage schnell wieder weg. Gestern zog ein Falke seine Kreise über unseren Wiesen, um immer wieder rüttelnd in der Luft zu stehen, ehe er sich terassenförmig gen Boden bewegte. Beim zweiten Mal flog er dann mit seiner Beute in den Fängen zu den Bäumen. Wenig später war er schon wieder da. Wahrscheinlich hatte er/sie die Maus (oder den Maulwurf) dem Nachwuchs geliefert.
In der Mitte saß der Falke, aber ich hatte natürlich keine Kamera zur Hand;-)
Der nächste Fang lies nicht lange auf sich warten, wurde dann aber auf der Spitze einer der Fichten am Wiesenrand direkt verspeist.
Dieser Nachbar brütet im Giebel des künftigen Schafsstall
All das hat etwas Beruhigendes und Unmittelbares. Diese Erlebnisse sind kein Ersatz für Kultur oder die Beschäftigung mit der Welt, aber ein für uns gerade idealer Ausgleich. Also machen wir weiter mit unseren kleinen Farm. Nächsten Samstag holen wir unsere drei neuen Mitbewohner…
Angesichts unserer vielen Mäuse haben wir uns eine große Katze zugelegt…
dekorativ an unserer Einfahrt
vielleicht gibt es auf der anderen Seite etwas zu essen
vielleicht auch nicht
Wenn ich an die Hühner denke, die zum Glück schon im Hühnerstall auf der Stange schlafen, ist das vielleicht doch keine so gute Idee. Und die Schafe sind ja auch bereits ausgesucht.
Maggy und Marple
Marple vor dem Klauen schneiden
und ein kleiner Bock: Elb
Manchmal kommt es mir vor, als ginge das alles doch etwas zu schnell. Aber wir wollten das ja unbedingt einmal ausprobieren – sagt Silke;-)
Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass wir im Nationalpark leben – wenn auch am Rand – dann hat ihn uns der Luchs geliefert.
ein wenig gebräuchliches Wort: heuen. Aber eine bessere und zutreffendere Beschreibung gibt es nicht – zumindest, wenn man dieses Duden-akzeptierte Verb in Google eingibt und sich gleich weiter zu den Bildern klickt. So sahen und sehen wir auch aus;-)
Wenden und Reihenbilden in Handarbeit
Angesichts der gigantischen Auswahl an landwirtschaftlichen Maschinen, die es mittlerweile möglich machen würden, unsere gut einen Hektar große Wiese mit überdimensionierten Kreiselmähern links, rechts und vorne am doppelt-mannshohen Traktor in zwei, drei Bahnen fertig zu machen, kommt uns unser kleiner Traktor mit dem kleinsten Kreiselmäher auf der rechten Seite fast verloren vor. Der große Bruder fährt oft genug an unserem Haus vorbei, um von den Mäh-Gründen in St. Oswald nach Altschönau zu wechseln, und uns jedes Mal angesichts der schieren Größe zu beeindrucken.
Der Dritte Teil von Sieben steht an
Wir haben bei unserem ersten Versuch leider längst nicht alle Grashalme erwischt und mussten lernen, welche Spur zu halten, die beste Wahl ist. Aber die nächsten Anläufe gestalteten sich deutlich effektiver und unsere große Sorge, dass sich die Reifen in die Grasnarbe hineinfressen, hat sich bisher nicht bewahrheitet. Allein die vielen Fahrten auf und nieder mit dem Traktor dauern, bereiten aber durchaus Vergnügen, wie man sehen kann.
Damit ist in Bezug auf das Heuen allerdings nur der Anfang gemacht; und das noch dazu mit Diesel-getriebenen Pferdestärken. Faszinierend wie unmittelbar die Dinge an so einem Traktor sind (zumindest an unserem;-), wie die Kraft einer Kurbelwelle umgesetzt wird in die Umdrehungen der Mähblätter. Hier wäre nebenbei bemerkt ein Heuwender, eine Häufelmaschine und ein Gerät zur Erstellung von Heuballen unproblematisch anschließbar.
Auch im Kleinformat für Anfänger Ehrfurcht einflössend
Hinauf in die Steuerzentrale
Wie ging das noch einmal mit den Hebeln und Knöpfen
Genug des Fotografierens : ich muss mich konzentrieren
Na dann mal wieder los
Allerdings wollten wir bewusst alles weitere von Hand machen, um ein Gefühl dafür zu entwickeln, wie viel Heu eigentlich auf unseren Feuchtwiesen zusammenkommt. Und es ist jetzt schon klar – obwohl wir auch nach dem zweiten Wochenende noch nicht fertig sind – es ist viel, viel Heu, das per Hand mit den noch von den Vorvorgänger im Stadl zurückgelassenen hölzernen Rechen (vielen Dank dafür) gewendet und in Reihen aufgehäuft werden muss, ehe der Traktor den alten und ebenfalls von den Vorvorgängern zurückgelassenen Holzwagen (vielen Dank auch dafür) zum Beladen auf die Wiese zieht.
Häufeln
Mit Heugabel, oder Rechen auf den Wagen
es geht auch mit den Händen
Dann mit den Händen festdrücken und in regelmäßigen Abständen festdrücken
Und schnell stellt sich heraus, dass der Wagen für die Menge an Heu viel zu klein ist. Da hilft das Zusammenpressen, das ich auf dem Wagen – stehend oder auf allen Vieren (zum Glück gibt es davon kein Bild;-) – praktiziere, leider auch nicht viel. Und ähnlich sieht es dann aus, wenn es ums Einbringen in den Stadl, der im Herbst zum Schafstall werden soll.
Mit der Heugabel hinein gestochen…
…der Nachteil des gepressten Heus ist die Schwere…
…und jetzt mit Schwung in das kleine Loch oben links
Wenig überraschend war auch der Dachboden schnell voll: um genau zu sein füllten bereits zwei Teile unserer Wiese die über die Balken gelegten Bretter, so viel Mühe ich mir beim Verteilen auf dem dunklen Dachboden auch gab.
Jetzt ist die große Frage, wohin mit dem ganzen Heu
Natürlich hätten wir auch den Bauern, der bisher die Wiesen gepachtet hatte und auch die Wiesen in unserer Nähe aberntet, fragen können, ob er schnell mit seinem großem Gerät über unsere Grashalme fährt, aber die Arbeit des Rechens hat etwas Beruhigendes – zumindest für eine gewisse Zeit, ehe ich unweigerlich an Sisyphos denken muss. Gerade am Abend mit kaum noch Autoverkehr und dem Vögelgezwitschere, den kreisenden Greifvögeln und dem besonderen Abendlicht wirken die wiederkehrenden Bewegungen meditativ. Allerdings muss ich einschränkend zugeben, dass ich noch nie meditiert habe.
Die drei Stadien des Heuens
Am nächsten Morgen mit aufgehender Sonne stellt sich dann endgültig ein Gefühl der Befriedigung ein, was die rechte Hälfte mit unserem frisch gepflanzten Bergahorn angeht. Die Mitte verheißt durchaus noch Arbeit, und die linke Seite liefert gleich den Urzustand mit, der sich bald ändern soll.
Weitere Wiesen-Stücke warten auch noch hinter dem Haus auf unseren Bewegungsdrang. Dafür müssen wir aber zuerst die Frage beantworten: wohin mit dem Heu. Unsere nette Nachbarin hat schon vorgeschlagen, dass wir uns ihre Schafe leihen können. Vielleicht vergrößern wir aber auch dauerhaft unseren Tierbestand noch vor dem Herbst um ein paar Wiederkäuer.
…oder sollte ich besser von Reifen-umdrehung sprechen. Nach anfänglichem Zögern hatten wir uns doch entschlossen, das alte Gefährt aus dem künftigen Schafsstall mit Muskelkraft herauszuholen und an den neuen Traktor anzukoppeln.
der Anhänger sieht mal wieder Licht
die erste Fuhre
die erste Fuhre 2
Immerhin lag hier schon eine erste Fuhre Heu drauf, die an anderer Stelle abgeladen werden sollte (und dann noch zwei Mal)
…zurück zum Stall Nachschub holen
Insgesamt mussten wir drei Mal durch das mittlerweile schon recht hohe Gras fahren, um ausreichend Heu auf die Kartoffeln packen zu können. Knie hoch soll der Heuhaufen werden – so der Tipp vom Fleckenhof in Altschönau, wo wir überhaupt das erste Mal von Heukartoffeln gehört haben. Immerhin sparen wir uns so das Umgraben und Furchenziehen. Ob sich die Saatkartoffeln aber wirklich durch diese Masse an Halmen und Stengeln durchzwängen können.
Ladung fast gelöscht, aber was macht denn der Dackel da
…jetzt aber weg
Hühner, ein Hund und das Heukartoffelbeet
Wir werden es in ein paar Wochen sehen. Wir haben auf jeden Fall unsere Arbeit getan und zugleich auch das Zusammenspiel zwischen uraltem Anhänger und neuem Traktor geübt. Hat erstaunlich gut geklappt. Es ist nur dringend an der Zeit, die Anhängerreifen wieder mit ausreichend Luft zu versehen.
Abladen bitte
Abladen 1
Abladen 2
Denn als nächstes steht das Mähen auf dem Programm. Wir warten nur noch auf den Kreiselmäher; und dann auf hoffentlich ausreichend schöne Tage, damit das Gras trocknen kann, ehe wir es per Hand auf den Anhänger laden müssen, und der Traktor diesen schwer beladen zurück in den Stall ziehen soll. Aber bis dahin werden noch ein paar Tage vergehen.
Geschlüpft und aufgewachsen bei Familie Lochner in Altenbuch in Niederbayern und nun umgezogen in die Höhen des Bayerischen Walds. Bei uns ist es etwas kühler, aber ich hoffe, sie werden sich mit der Zeit daran gewöhnen.
Eine kleine Anzeige im Internet gefunden, ein Anruf, eine Fahrt nach Altenbuch zur Besichtigung der Hühnerschar und die Sache war klar: eine Gruppe von einjährigen Australorps würden bei uns einziehen. Sieben Hühner und ein Hahn.
Und nun sind sie da:
Erster Abend im neuen ZuhauseErster Ausflug nach draußen
An den vergangenen vier Wochenenden hatten wir uns mit dem alten Hühnerstall beschäftigt. Außen ein frischer Lasuranstrich, drinnen ausgeräumt, saubergemacht, Betonplatten verlegt, Fenster eingebaut, Spanplatten verschraubt, Fensterläden gebastelt, Legebatterie gebaut, Sitzstangen montiert, Futter und Futternäpfe besorgt, Streu ausgelegt, Außengehege abgesteckt und Zaun aufgestellt.
Hühnerstall vorher:
[Bilder werden noch nachgereicht]
Hühnerstall im Umbau:
Hühnerstall fertig:
Was wird nun unser Hund zu den neuen, gefiederten Mitbewohnern sagen und wie schnell werden die Füchse merken, was wir hier leckeres haben. Das werden wir nun alles herausfinden.
An einigen Stellen ums Haus sind schon frische Grashalme zu sehen. Dann werden wir also den Rasenmäher aus dem Winterschlaf holen und unserem Federvieh eine Portion frisches Grün mähen. Ob sie es uns mit ein paar gelegten Eiern danken? Auch das werden wir herausfinden.
P.S.: Nächstes Projekt: Schafstall aufräumen, saubermachen, Stallboden bauen, Boxen basteln. Außerdem mit dem Kreiselmäher üben und überhaupt überlegen, wie das mit dem Heuen unserer großen Wiese werden soll. Never boring.
Folgenden Witz habe ich vor kurzem von einer Schafshalterin gehört: „Määääh!“ sagt das Schaf. Sagt die Schafshalterin: „Mäh doch selber.“
Es sah ja schon einmal so aus, als ob sich die Sonne gegen den Schnee durchsetzen würde. Und die ersten Frühlingsboten ließen nicht lange auf sich warten.
Krokus im Rasen
Schneeglöckchen im noch kargen Frühlingsbeet
März im Gewächshaus
Die Wärme verleitete uns zur ersten Aussaat im Gewächshaus, auch wenn ich noch nicht recht überzeugt aussehe. Aber das hatte weniger mit einer zutreffenden Einschätzung der Witterung zu tun, als mit einer ordentlichen Skepsis und Unsicherheit, was die ersten selbst in die Erde gebrachten Samen angeht. Angesichts meiner fehlenden Erfahrung konnte/kann ich dabei auch erst einmal nur alles falsch machen. Immerhin habe ich mittlerweile die kleinen Salatschößlinge umpflanzen können. Über Ostern kam dann aber zuerst einmal der Winter zurück.
Ohne Photo – Schneebilder gab es nun wirklich genug
Eine Woche später ist der Spuk zum Glück vorbei und dieses Mal kommt der Frühling hoffentlich wirklich. Zumindest ist es jetzt an der Zeit, größere Pflanzen willkommen zu heißen.
Blick zur kleinen Ohe…
Bei der Baumschule Fröml in Sonndorf hatten wir bereits im Herbst unsere kleinen Obstbäume ausgesucht, zum Waidlerhaus gebracht und eingepflanzt. Noch fehlen Blätter, aber wir sind zuversichtlich, dass sie austreiben werden. Da in den Monaten September, Oktober, November unsere nette, alte Brücke über die kleine Ohe (dank der Fördermittel aus Brüssel) in ein Beton- und Stahlkoloss mit ausgeprägter Leitplankenkultur verwandelt wurde,
der Grund für einen Baum ist hinten rechts zu erkennen
braucht es dringend einen Kontrapunkt. Passend zur Umgebung wollten wir einen Bergahorn und den gab es tatsächlich mit 10 Jahren in einer bereits stattlichen Größe. Allerdings wirkt er auf den Weiten unserer Feuchtwiese dann doch etwas verloren. Angeliefert von der Firma Fröml lag es „nur noch“ an uns, den Baum in ein selbst gegrabenes Loch zu rollen.
so sieht das Loch ganz unscheinbar aus
Schwerstarbeit vollbracht
Es sieht nach wenig aus, aber das Loch war wohl einen halben Meter tief und der Boden an dieser Stelle nicht gerade weich…
die richtige Grundlage zum Wachsen II
die richtige Grundlage zum Wachsen
die richtige Grundlage zum Wachsen III
Einen Baum zu pflanzen, hat ja angeblich eine ähnliche Bedeutung wie ein Kind zu zeugen – behaupten einige. Uns wurde zumindest bewusst, dass wir wahrscheinlich den Moment gar nicht mehr erleben werden, wenn das dichte Blätterwerk „unseres“ Bergahorns tatsächlich die Brücke über die kleine Ohe verdecken wird. Aber vielleicht gibt es in 40 Jahren die Straße auch gar nicht mehr, weil der Individualverkehr tatsächlich abgeschafft wurde.
jetzt noch gegen den Sturm sichern II
jetzt noch gegen den Sturm sichern III
jetzt noch gegen den Sturm sichern IV
jetzt noch gegen den Sturm sichern
Während unserer Aktivitäten buddelte Hanabi ihre eigenen Löcher und ich will nicht wissen, wie viele Mäuse unser Hund verspeist hat.
Ihre Pfoten sahen auf jeden Fall so aus, als ob das Pflanzloch für unseren Baum allein auf ihr Konto gegangen wäre. Die nächsten Monate heißt es also wieder Füße sauber machen, bevor es im Haus etwas zu fressen gibt.
Dafür ist unsere kleine Quelle vor der Haustür ideal. Der Hund wird zum Wassertreten kurz hinein gehalten und dann abgetrocknet. Beides nicht wirklich zu Hanabis Vergnügen.
Rotwild, Rehwild, Dachs, Fuchs, Fischotter, Biber, Hase, Kaninchen, Eichhörnchen, Marder, Wiesel, Waldmäuse durchstreifen die Wälder und Auen rund um unser Haus. Sichtungen sind selten, Spuren im Schnee umso häufiger.
Dachsfährte
Dachspfotenabdruck
Unser Nachbar, der Biber, ist extrem fleißig und so haben wir unsere drei Obstbäume in großem Abstand zum Gewässer gepflanzt und auch der geplante neue Bergahorn wird auf jeden Fall nicht in der Nähe der Kleinen Ohe seinen Platz finden.
Füchse ziehen selbstbewußt und in aller Ruhe ihre täglichen Runden in Sichtweite zum Haus – ohne uns eines Blickes zu würdigen. Nun, das wird sich vermutlich ändern, wenn in unserem Stall Hühner wohnen.
Schnüffelt und lässt sich Zeit,
der Fuchs vorm Haus
Auch das Rehwild zieht regelmäßig durch den nahen Wald – doch mehr nach dem Motto „how not to be seen“. Wir erkennen manchmal das Leuchten ihrer Augen im Schein der Taschenlampen beim Spaziergang mit Hanabi an dunklen Winterabenden oder wenn sie die Straße überqueren. Eines Mittags lief ein Reh eilig aus dem Schatten des Waldrands auf unsere Wiese und blieb eine kleine Weile in der Mitte stehen, bevor es sich für eine neue Laufrichtung entschied und zwischen Bäumen wieder verschwand. Ob auf Erkundungstour, auf der Flucht, verwirrt, verlaufen, man weiß es nicht. Wir konnten es jedenfalls für einen Moment in Ruhe anschauen, erleichtert, dass Hanabi gerade drinnen auf dem Sofa schlief.
Rotwild ist ein seltener Gast in der nahen Umgebung und Peters Sichtung eines Rothirschen 300 Meter vom Haus entfernt ein Glücksfall.
So wie das Rotwild, bevorzugt auch der Luchs den inneren und ruhigeren Bereich des Nationalparks in ein paar Kilometern Entfernung. Die letzte Wolfssichtung war vor ca. 8 Jahren, aber sicher ist, der nächste Wolf kommt bestimmt.
Das Bildmaterial von Wolf, Luchs und Fischotter wurde im Tierfreigelände des Nationalparks aufgenommen. Der Wolf wirkte alt und müde, der Luchs entspannt und die Fischotter sowieso. Hanabi ist zwar alt, aber bei den Spaziergängen im Tierpark weder müde noch entspannt 😉
Wegen fester Einzäunung und Leinengebot lassen sich die Fischotter auch nicht aus der Ruhe bringen von unserem verhinderten kleinen weißen Jagdhund.
(sorry wegen der 90 Grad Verdrehung)
Bleiben noch zu erwähnen: der Uhu, dessen regelmäßiger Ruf laut aus dem Wald über unsere Lichtung schallt – die kleinen Fledermäuse, die nach dem Winterschlaf wieder rund um unser Hausdach auf Insektenfang gehen werden – die zahlreichen Maulwürfe, die unseren Rasen rund ums Haus zerwühlen – Blaumeisen, Kohlmeisen, Tannenmeisen, Hausrotschwanz, Gartenrotschwanz, Fichtenkreuzschnabel, Eichelhäher, die diesen Winter tagsüber auf den Birken vorm Küchenfenster herumturnen und angebotenes Vogelfutter verspeisen – Falke und Habicht, die ihre Kreise am Himmel ziehen.
…dann muss es weitergehen – geradeaus der Schnauze nach, auch wenn die schon fast 13 Jahre zählt…
…draußen bin ich ein Terrier; schlafen kann ich drinnen…
…wenn nur die Leine nicht wäre.
Und wenig Menschen aber viel Landschaft
einige der Wanderwege sind auch im Winter gut begehbar
…und bieten immer wieder wunderbare Ausblicke
Aber welcher Hügel gehört eigentlich zu welchem Ort?
Schnee vom Wind zu Wellen geformt oder passen Schneedünen besser?
Oder ist es doch Elmberg? Nach einem halben Jahr fehlt uns noch die komplette Orientierung
Anfang Februar wird es zum Glück nicht mehr ganz so früh dunkel
zwei Schatten allein unterwegs
Morgen soll es angeblich wieder schneien…
Rückblick: Kurz nach dem Schneefall…
Schnee bietet viele Arten des Vergnügens;-)
Fairer Weise muss man sagen, dass der Schneepflug schon einmal unterwegs war. Sonst hätten wir auch mit unserem Yeti die Straße weg von unserem Haus kaum bewältigen können
…konnte man endlich genussvoll Langlaufen
Und als die Sonne dazu kam, war die Begeisterung bei Mensch und Hund groß
Wärmende Sonnenstrahlen – das gab es ja lange nicht mehr…
…und diese Aussicht…
…aber ein bisschen hell ist schon.
Und lockte zu Ausflügen
Ich will hinter dem nächsten Reh her und nicht auf den Arm!