Sommer Ausklang

Sommer Ausklang

Die erste Kartoffel-Ernte in diesem Jahr liegt bereits in unserer Speisekammer

Dieses Jahr sind die Kartoffeln aus unserem Garten vor dem Haus besonders groß. Vielleicht hat die lockere Erde und das Häufeln dazu beigetragen. Pro Pflanze waren dafür bisher aber nur wenige, große Knollen aus der Erde zu holen. Immerhin sind die ersten Säcke in der Speisekammer bereits gefüllt.

Die Bohnen und der Mangold wachsen fröhlich vor sich hin; auch der Salat-Anbau funktioniert gut. Ausgewachsene, erntereife Karotten hingegen konnte ich auch in diesem Jahr an einer Hand abzählen. Irgendwie will dieses Wurzelgemüse in unserem Garten nicht. Das gilt ebenfalls für diverse Kohlsorten, deren Blätter von Löchern durchsetzt sind, bevor sich die Pflanze richtig entwickeln kann. Die Erbsen-Stauden haben zwar für drei, vier Mahlzeiten gereicht, sind dann aber immer gleich gelb geworden. Und die Wühlmaus hat bei vielen Pflanzen den Stengel ohnehin gleich zu Beginn gekappt.

Blick in den Garten vor dem Haus Mitte August

Es regnet mittlerweile wieder häufiger. In den Monaten Mai, Juni, Juli ist bei uns in der Bergerau nur wenig Wasser aus dem Himmel getropft, so dass sich unsere Feuchtwiese zwischenzeitlich in einen Magerrasen verwandelt hat. Die Schafe fraßen auch dieses Grün, waren aber von den vielen Sonnentagen wenig angetan.

Letztes Wochenende haben wir den Gasofen angeworfen. Mit zwölf Grad am Samstag kühlte es sich auch im Haus schnell auf 18 Grad ab. Reichlich Tau am Morgen erinnert ebenfalls an den kommenden Herbst, und die Sonne braucht länger, die Halme zu trocken. Zudem hat sie Mitte August dafür nur mehr so viele Stunden wie Ende April.

Wenn es noch einmal zwei, drei Tage hintereinander trockenes Wetter gibt, werden wir einige unserer Wiesen erneut mähen. Dann dürfte das Heu für die derzeit zehn Schafe reichen. Wahrscheinlich reduzieren wir den Tierbestand aber vor Einsetzen des Winters noch. Unser verbliebener Bock ist dabei, all seine Damen zu beglücken, so dass Anfang nächsten Jahres wahrscheinlich wieder mit Nachwuchs zu rechnen ist.

Auch wenn wir uns hier sehr wohl fühlen und immer noch viel entdecken und ausprobieren wollen, kommen dennoch die Erinnerungen an Japan in regelmäßigen Abständen hoch – gepaart mit etwas Wehmut und dem Gefühl, dass wir irgendwann dorthin zurück gehen werden. Das Essen, die Gemeinschaft (die nur auszuhalten ist, wenn man wie als Ausländer nicht dazugehört), die Landschaft sind einfach großartig. Auch das Meer fehlt hier.

Während einer unserer morgendlichen Hunde-Spaziergänge entdeckte ich die Lamellen eines Pilzes, die sich weiß aus der dunklen Erde schoben. Noch etwas schlaftrunken musste ich an die Barten eines Wals denken, die das Meerwasser bis zur Oberfläche nach Plankton durchpflügen. Pilze und im Wasser lebende Säugetiere haben wenig gemein. Das gilt auch für den trockenen Boden am Rand einer Straße durch den Nationalpark Bayerischer Wald im Hinblick auf die Weiten der Ozeane. Aber irgendwie konnte ich mich den ganzen Vormittag nicht von diesem aberwitzigen Vergleich befreien. Ungeachtet dessen ist der Pilz, der es schafft mit seiner Kappe (oder wie in diesem Fall mit den Lamellen) durch beinahe jeden Untergrund zum Tageslicht zu gelangen und mit seinem Myzel-Wurzelwerk zu den größten Lebenwesen der Erde zählt, ein faszinierendes Lebenwesen.

 

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