Streichelzoo

Streichelzoo

Vielleicht sollten wir umsatteln. Der Streichelzoo für gestresste Städter wäre eine nachgefragte und weniger blutrünstige Alternative. Und da Hühner derzeit gerade schwer IN sind, gibt es sicher mehr Menschen, die einmal eine Henne (am besten sogar einen Hahn) auf dem Arm halten wollen.

Unsere Küken sind mittlerweile 2 1/2 Monate alt und eigentlich keine Küken mehr. Glücklicherweise ist es bei der geschlechtlichen Verteilung von zwei Hähnen zu drei Hennen geblieben. Damit dürfte die Eier-Produktion gesichert sein. Die drei alten Australorps-Hennen haben die Ei-Produktion nach drei Jahren endgültig eingestellt.

Einer der beiden Hähne kommt gleich nach Krawall-Susi nicht nur wegen der Federn an den Füßen. Er fixiert seine Umwelt und geht dann unbeirrt seinen Weg. Von Angst oder Zurückhaltung keine Spur. Da er schon jetzt ziemlich groß ist im Vergleich zu seinen Altersgenossen, dürfte das ein stattlicher Hahn werden. Vielleicht hätte er eine Überlebenschance, wenn er sich streichen lassen würde. So aber ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass er als Hähnchenbrust endet.

Genau umgekehrt zum „Krawall-Susi-Hahn“ verhält sich der gesperberten Hahn, der lieber ausweicht und sich versteckt, als in eine Konfrontation zu geraten. So etwas brauchen wir (und nicht unsere beiden Australorps-Streithähne, die sich noch immer im Krähen übertreffen wollen).

Wahrscheinlich werden wir dem Testosteron-Wettkampf ein Ende bereiten, wenn ich ab Mitte August Urlaub habe. Zumal die beiden mittlerweile angefangen haben, auch uns zu hüten bzw. in ihre Hühnerschar eingemeinden zu wollen. Dem ist zwar leicht Abhilfe zu schaffen, wenn man einen Besen oder Stecken in die Hand nimmt. Im Winter auf engerem Raum muss dieser Machtkampf aber definitiv nicht mehr sein. Statt Streicheln steht dann Ausnehmen und Rupfen auf dem Urlaubsplan.

Bis dahin geht die alte, schon stark geschrumpfte Hühnerschar in den alten Stall, während die junge Mischung in dem ehemaligen Bröselstall Quartier bezogen hat. Die Küken oder besser Junghühner haben ebenfalls auf einer der von uns kontruierten Stangen Platz genommen.

 

Und die Schafe? Die haben weiterhin ihren Platz unter ihrem Wagen, wenn die Sonne sticht. Ansonsten fressen sie sich über unsere Wiesen, verschmähen aber die Stellen, die zwar üppig grün anmuten (Schafskot ist ein guter Dünger), aber für die Schafsnase wohl noch zu stark an ihre eigenen Hinterlassenschaften erinnern. Übrigens lassen sich auch die Schafe kraulen (jedoch nicht auf den Arm nehmen), wenn man ein wenig Brot oder Pellets bei sich hat. Ein Lammbock ist noch Teil der Herde, den zweiten Bock haben wir zusammen mit seiner Mutter vor zwei Wochen in den Kreislauf des Lebens zurückgeführt.

 

Share

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.