Schlagwort: Lamm

Jetzt sind es schon Drei

Jetzt sind es schon Drei

Nach Courage ist Aiko danieder gekommen. Zwillinge: Mavis und Denisovic. Das Mädchen ist noch etwas zurückhaltender, aber nach zwei Tagen auf der Welt wird schon fast so viel herumgetollt wie Caesar.

Noch geht es bei den drei nur um Muttermilch und darum die Welt zu entdecken. Ungestört beobachten können wir die Lämmer am besten, wenn die Mütter und Tanten abgelenkt sind und sich die Mägen mit Heu vollschlagen. Die Aussicht auf frisches Grün ist angesichts des Schnees, der gestern und heute gefallen ist, wieder vorbei – aber wir haben ja auch erst Anfang Februar, auch wenn man das nach fünf Tagen Dauerregen und milden Temperaturen fast vergessen konnte. Das viele Nass hat unsere Quelle übrigens wieder zum Sprudeln gebracht.

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Kommt der Schnee, kommt auch das erste Lamm

Kommt der Schnee, kommt auch das erste Lamm

Keine vereiste sondern eine zugeschneite Quelle

Zwei Tage befriedigte der Schnee das allgemeine idealtypische Gefühl des Winters; zwei Tage durfte/musste ich die Wege rund ums Haus frei schippen, die Solarzellen vom Schnee befreien und den Platz vor den Garagen mit dem Traktor freiräumen; zwei Tage nutzten die Kinder in Neuschönau, Forstwald oder Haslach die rund 15 Zentimeter weißen Pulvers, um mit den Schlitten die kleinen Hänge hinunter zu düsen und den Berg wieder hinauf zu stapfen. Ab heute Nacht ist es wohl vorbei mit der weißen Pracht. Es soll die nächsten fünf Tage durch regnen.

Es ist nicht so, dass der Boden im Nationalpark Bayerischer Wald nicht dringend Wasser gebrauchen könnte; unsere Quelle läuft nur noch als kleines Rinnsal in den Wasserbottich – meist unter dem Eis hindurch, da dieser die meiste Zeit zugefroren war. Angesichts der Temperaturen in der Nacht in der Regel weit unter dem Gefrierpunkt war bish jetzt auch die Erde hart wie Eis und konnte deshalb kein Wasser aufnehmen. Wenn es also die nächste Woche so ausgiebig regnen muss, dann doch bitte bei echten Plusgraden, die den Boden auftauen und für das Wasser empfänglich werden lässt.

Die Tanten und potentiellen Mütter

Mit der ersten, richtigen Menge Schnee in diesem Winter kam auch unser erstes Lamm der diesjährigen Saison (spät aber doch;-). Vielleicht hat den kleinen Bock der Schnee interessiert, so dass er in der Nacht die sichere, aber schon ein wenig enge Bauchhöhle der Mutter verlassen hat. Courage, das Mutterschaf, benimmt sich wie eine vorbildliche Mutter, nachdem es bei den letzten Geburten nicht so einfach verlaufen ist. Mal sehen, welche der Mütter die nächste ist; oder ob unsere Geduld erneut auf eine ausgiebige Probe gestellt wird. Wir werden sehen…

Frisch „geschlüpft“

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Ein kurzer Frühlingsmoment

Ein kurzer Frühlingsmoment

Vor vier Tagen hat es noch so stark geschneit, dass ich insgesamt gut zehn Zentimeter von den Solarpanelen herunterschieben musste – denn die Sonne ist stark genug, um für ein wenig Strom zu sorgen, auch wenn es regnet -, dann schüttete es einen Tag und eine Nacht ununterbrochen, und heute schien die Sonne so stark vom Himmel, dass man sich schon im späten Frühling wähnte angesichts von 15 Grad. Dabei haben wir Mitte März und nicht April.

Der Sturm tobte zudem um unser Haus, wie wir es in den vergangenen Jahren noch nicht erlebt hatten. Zum Glück blieben alle Bäume am Waldrand stehen. Lediglich ein paar Äste sind herabgestürzt und haben den Ladewagen leicht beschädigt.

Reste des Schneerutschfängers

Die Dachziegel sind hingegen bereits von den herunterrutschenden Schneemassen beschädigt worden. Eine Ladung Eis riss den hölzernen und schon ziemlich morschen Schneefänger mit sich. Das kleine Loch im Dach liegt glücklicherweise so weit oben, dass „nur“ ein zehn Liter Eimer bis oben gefüllt wurde, als der Regen hernieder prasselte.

Anders sah es aus auf der Seite des Daches oberhalb unserer Küche aus. Hier waren zwei Dachziegel horizontal zerbrochen und so floss das Wasser in die aus Holzbalken bestehende Wand und färbte unsere eine Mauer in der Küche gelb dank des mit Stroh durchsetzenden Dämm- und Putzmaterials. Das hatten die Menschen vor knapp 100 Jahren bei der Errichtung unseres Waidlerhauses verwandt und es tut bis heute erfolgreich seinen Dienst. Es blieb uns also nichts anderes übrig, als bei leicht nachlassendem Regen einmal mit Leiter erfolgreich den defekten Dachziegel auszutauschen und einmal ebenso erfolgreich mit einem anderen zu verfahren, den ich aus der Gaube hängend gerade so erreichen konnte. Danach lief das Wasser wieder in die Regenrinne und nicht mehr in unsere Außenwand. Zum Glück – angesichts der Wassermassen, die dann noch kamen.

Die Kleine Ohe füllt ihr Bachbett

Die Kleine Ohe ist schon wieder auf dem Rückzug, hat das Ufer aber ordentlich überflutet. Wie in den vergangenen Jahren auch drückt das Wasser in unseren Feuchtwiesen die Plane unseres Klärteichs nach oben – aber alles kein Grund zur Beunruhigung, meinte der zuständige Mann aus der Gemeinde. Immerhin schickt unsere Quelle jetzt wieder ordentlich Wasser in unser Auffangbecken. So einen Strahl hatten wir lange nicht mehr.

Lämmer-Parade

Jetzt aber zurück zu den schönen Seiten und dem heutigen Frühlingstag. Die Schafe und Lämmer stellten sich angesichts der Sonne wie zur Parade in ihren kleinen Auslauf. Auch ihnen war es zwischenzeitlich zu nass außerhalb des Stalls – und als der Schnee erneut die Wiesen bedeckte, schienen sie glatt ein wenig verzweifelt. Denn es geht einfach nichts über frisches Gras.

Hast Du was?

Selbst Buddy ist mittlerweile ordentlich gewachsen, bleibt aber der Kleinste der Lämmer. Die Muttertiere bähen uns täglich die Ohren voll, wenn sie nicht neben ihrer Ration Heu auch die Portion Pellets bekommen, die wir ihnen für die Milchproduktion gerne gönnen. Das Heu im Schafstall ist aufgebraucht, der gebrochenen Bretter auf dem Heuboden bereits ausgetauscht und alles für die nächste Saison vorbereitet. Aus der Scheune haben wir fünf, sechs Ladungen heute herüber getragen, aber es ist definitiv noch genügend da.

Federn im Schnee aber keine Spur

Jackson verfolgte das alles aus seinem gesicherten Aufenthaltsort draußen, wenn wir nicht auf ihn aufpassen können. Aber von dort kann er nicht hinter den Schafstall schauen, so dass er wohl unschuldig ist an dem Drama, das sich heute Vormittag abspielte und in dem eine von unseren Henne ordentlich Federn lassen musste.

Da keine Spuren zu der Stelle des Verbrechens führten, gehen wir mal davon aus, dass der Habicht nach dem tagelangen Regen ausgehungert versucht hat, ein Huhn zu erbeuten und nicht der Fuchs schon wieder zugeschlagen hat. Vielleicht habe ich ihn gestört, als ich die heruntergefallenen Äste einsammeln wollte, vielleicht ist Jackson oder der Hahn seiner Pflicht nach gekommen. Tatsache ist, dass unsere achtköpfige Hühnerschar heute Abend wieder zufrieden auf der Stange in ihrem Stall saßen. Glück gehabt.

Spinat jung und letztjährig

Glück hatten wir auch, dass der Sturm unser Gewächshaus stehen gelassen hat. Allerdings mussten wir fünf Platten wieder einsammeln, einsetzen und mit den vorsorglich gekauften Clips befestigen. Eine Plastikplatte war zerbrochen, aber auch dafür hatten wir erfreulicherweise Ersatz auf Vorrat. So mussten die Salat- und Spinatpflänzchen nicht allzu lange im nass-kalten Wetter ausharren und wir konnten heute doch tatsächlich schon ein wenig frischen Salat aus dem eigenen Garten ernten.

Auch die Krokusse sind heute ein ordentliches Stück gewachsen und haben ihren Blüten geöffnet. Die Kräuterkeimlinge sind im Zimmer gewachsen und durften heute draußen die Frühlingssonne genießen.

Die schöne Pflanze mit dem zweifelhaften Namen

Die Pestwurz hat sich bereits vor einigen Tagen an der geschützten Stelle rund um unseren Quellwassergraben aus dem Boden geschoben. Ihr machten weder Schnee noch Dauerregen etwas aus. In Japan gab es die jungen Pestwurz-Triebe in Tempura-Teig ausgebacken als Vitamin C haltigen Frühjahrsimbiss. Da meine Kochkünste sich eher auf Lamm und heimisches Gemüse beziehen, erfreuen wir uns an dem zarten Grün.

Der Ameisenhaufen, der oberhalb des Quellwassergrabens liegt, ist hingegen ein wenig reparaturbedürftig, aber dafür war heute zum Glück ausreichend Zeit. In der Nacht ist dann vorbei mit dem guten Wetter (der Sturm hat schon eingesetzt) und es soll wieder schneien, ehe übermorgen der Frühling zurückkehrt – hoffentlich.

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Alle Lämmer sind schon da…

Alle Lämmer sind schon da…

Die zwei Nachzügler

Am 10. und 11. Februar kamen die beiden Nachzügler zur Welt. Damit sind es insgesamt fünf Lämmer, die gemeinsam durch den Stall toben. Wie oft haben wir in diesem Winter am Morgen die Stalltür geöffnet in der Erwartung, dass Nachwuchs eingetroffen ist. Und wie oft mussten wir feststellen, dass wir mal wieder zu ungeduldig waren. Nachdem das Lammmädchen und der kleine Lammbock die letzten Tage schon ein wenig gewachsen sind, ist die Spannung beim morgendlichen Füttern der Freude gewichen, dass unsere Schafe mit einer Ausnahme alle gute Mütter sind. Courage hatte leider als erste ein totes Lamm geboren.

und die restlichen drei Lämmer

Es bleibt auch nach dem vierten Mal faszinierend, dass die Natur es vermag, aus dem mageren Heu und Wasser fertige Lämmer hervorzubringen, die von ihren Müttern trocken geleckt sofort der Kälte des Winters trotzen können. Allerdings finden sie es in der Sonne durchaus auch schön.

Dürfen wir auch mitessen

Das schwarze Lamm bevorzugt einen Platz auf dem Rücken eines liegenden Schafs, wenn dieses zufrieden wiederkäut. Aber natürlich nicht wenn der Fotoapparat in der Nähe ist. Dafür wird zumindest schon so getan, als ob man am Heu partizipieren wollte.

Und wer noch nicht genug von Lämmer-Bildern hat…

Kommst Du nicht nach?

Dabei haben wir auch noch andere Tiere, die ihre Aufmerksamkeit haben wollen. Jackson würde am liebsten wie im Sommer auch über die Wiese tollen und mit uns Frisbee spielen, aber im Gegensatz zu ihm sinken wir einfach zu tief ein. Morgens beim langen Spaziergang durch die Winterlandschaft habe ich mit Schneeschuhen immerhin eine ähnliche Gewichtsverteilung hinsichtlich der aufliegenden Fläche, aber es ist wohl keine Frage wer wen zieht.

Hier bin ich und warte

Wenn man aber mal seine Hilfe braucht oder besser die seiner großen Pranken, dann wird nur alibihalber ein bisschen mit der Vorderpfote gekratzt. Dabei haben wir immer noch reichlich Schnee, den die Frühlingssonne aber anfängt aufzuweichen.

Die Aufgabe: einen Weg zum Gewächshaus schaufeln

Ich würde sagen, auch im zusammengesackten Zustand beträgt die Schneehöhe noch gut einen Meter rund ums Haus. Vor zwei Tagen musste ich noch einmal mit Traktor und Schneeschaufel zehn Zentimeter Neuschnee beseitigen. Und die Solarpanelen musste ich in diesem Winter so oft von Schnee befreien wie in den vergangenen vier Jahren nicht. Dafür haben die letzten beiden Sonnentage ausgereicht, unsere Batterie wieder auf 100 Prozent zu bringen. Die Hühner sind angesichts des Schnees zurückhaltend und bewegen sich vor allem rund ums Haus auf den geschippten Wegen.

Winterhaus mit Hühnern

Man muss allerdings schon sehr genau hinschauen, um rechts am Haus den Hahn vor der Stalltür zu entdecken. Dafür ist die Ansicht von unserem Haus in schwarz und rot in der Winterlandschaft einfach schön.

Vorgarten versunken im Schnee

Bei meinem kurzen Spaziergang mit Hanabi konnte man zudem den Rauch aus dem Kamin kerzengerade in den Himmel steigen sehen, während der halbe Mond schon über dem Waldrand stand. Hanabi hält sich am liebsten oben im Bett auf. Dank eines Östrogen-Präparats ist ihre Inkontinenz auch deutlich zurückgegangen.

Da noch Schnee auf dem Dach liegt, hat Haru wenig Sonne und zieht es ohnehin vor nachts auf Mäusejagd in der Scheune oder im Schafstall zu gehen. Deshalb sei ihr an dieser Stelle unser Dank ausgesprochen 😉

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Es ist ein Lamm geboren

Es ist ein Lamm geboren

Schafstall an Weihnachten

…eigentlich sind es ja zwei und die kamen schon am 22.12. – aber alles andere erinnert schon sehr an Weihnachten; nicht unbedingt an das christlich-historische, denn der Schafstall im Jahre 0 unserer Zeitrechnung war ja angeblich eine Höhle und Schnee gab es im damaligen Bethlehem sicher auch nicht; das Bild mit Schaf, Esel, Krippe, Maria und Josef im winterlichen Schafstall hat sich jedoch bei uns durchgesetzt.

 

Schnee gibt es noch in der Bergerau. Aber auch wir haben seit drei Tagen Plus-Grade, so dass die Schicht von knapp einem Meter auf nur mehr zwanzig Zentimeter zusammengesunken beziehungsweise hinweg geschmolzen ist. Immerhin kann man jetzt wieder mit Gummistiefeln und Hanabi durch den Wald stapfen, ohne dass einem der Schnee in den Schaft hinein fällt.

Da im Laufe der Zeit immer wieder Schnee vom Dach gerutscht ist, hat sich vor dem Hühnerstall eine kleiner Berg entwickelt. Den frei geschippten Weg rund ums Haus benutzt das liebe Federvieh allerdings gern – und hinterlässt überall seine Haufen. Wer wollte bloß Hühner;-)

Ansonsten geht das Leben seinen schon fast gewohnten Gang: Frühschicht im Pflegeheim für Silke, da in diesem Monat Praxis und erst im nächsten wieder Schule ansteht; das bedeutet aufwachen um vier Uhr. Tiere versorgen am Morgen (Hund, Katze, Hühner, Schafe), Haus und Kochen sind derzeit meine Aufgaben kombiniert mit Langlaufen oder Joggen; der Haushalt wird gemeinsam gestemmt und die Besuche bei den Lämmern natürlich auch.

Der einzig warme Platz denkt sich Hanabi

Mit den Hühnern geht es dann meist ins Bett – vielleicht doch ein bisschen später. Denn Louie und seine Damen sitzen angesichts der Kürze der Tage schon um 17 Uhr auf der Stange. Hanabi hat sich auf jeden Fall auch tagsüber den wärmsten Platz ausgesucht. Im Alter braucht man Wärme, Fressen, Zuneigungen und vor allem seine Ruhe.

 

Weihnachtstisch

Ein bisschen Weihnachten mit einem Geschenktisch gibt es bei uns übrigens auch.

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Kleine Jedi-Ritter

Kleine Jedi-Ritter

Hier ein paar Eindrücke von unseren kleinen Jedi-Rittern, die sich tapfer der dunklen Seite entgegenstellen. So wird die Macht der Schafe stets mit uns sein!

 

 

Und wenn die kleinen Racker, eeh, Ritter doch mal Hilfe brauchen, dann gibt es ja noch

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SUPERSCHAF !!

 

 

 

 

 

 

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Reine Nervensache

Reine Nervensache

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Sind sie nicht süß?! Superviecher und überhaupt.

Aber manchmal

möchte ich die Tierhaltung aufgeben. Es kann so anstrengend und nervenaufreibend sein. Obwohl anstrengend ist nicht das Problem. Nervenaufreibend ist das, was mir zu schaffen macht. Vor allem zur Zeit.

Es ist Frühling, die Lämmer putzmunter, die Wiesen werden grün und alle Schafe wollen nichts anderes als raus aus dem Stall und hinein ins Land der köstlichen Wiesengräser und Kräuter. Und so lernte eines unserer Schafe plötzlich, wie man über Zäune springt. Drei Lämmern gelang es, unter dem Weidezaun hindurchzuschlüpfen.

Unser Hürdenspringer-Schaf ließ sich nach zufriedenstellendem Ausflug stets wieder zurückführen. Manchmal gelingt es einem, den Zaun für die Rückkehr des Ausbrecherschafs zu öffnen, die Zaunelemente rechts und links mit den Armen festzuhalten, gleichzeitig mit beiden Beinen und Hintern den Rest der Schafsbande davon abzuhalten, die Gelegenheit für ebenfalls einen Ausflug nach draußen zu nutzen und dann den Zaun wieder schnell genug zu schließen. Manchmal gelingt es einem weniger und die Hälfte der Schafe haut ab, um eine Runde ums Haus zu drehen auf der Suche nach Fressbarem.

Nun, das ist im Grunde alles nicht so schlimm. Wenn man diese Geschichten hier und da erzählt, kommt es einem vielleicht auch ganz lustig vor.

Weniger lustig ist,

wenn z.B. ein Lamm beim Grasfressen und Stöbern nach noch besserem Grünzeug jenseits der Weidezaunmaschen versehentlich unter dem Zaun durchrutscht, nach einer Weile die Lage begreift, dass es nun alleine da draußen ist und plötzlich nichts dringenderes im Sinn hat, als wieder zurück zu den anderen zu kommen. Das endet dann mit einem Sprung blindlings hinein in den Zaun. Das Lamm bleibt hängen, zappelt und verwickelt sich in den Maschen. Nun, das passierte und zufällig waren Peter und ich in der Nähe, um den kleinen Bock wieder aus dem Zaun zu puzzeln.

Absoluter Mist ist es,

wenn z.B. mal vorübergehend kein Strom auf dem Zaun ist und ein Lamm die Gelegenheit nutzt, den Kopf durch die Maschen zu stecken, um die köstlichen Gräser jenseits der Weidenbegrenzung zu mampfen. Denn the grass is always greener on the other side. Sehr schwierig wird es, wenn das Zurückziehen des Kopfes nicht richtig gelingt und wenn das Lamm es dabei auch noch eilig hat. So geschehen letzte Woche Donnerstag. Das Lamm verhakte sich derart im Zaun, dass es Sekunden später stranguliert und bewusstlos in den Zaun gewickelt auf der Wiese lag.

Zufällig war ich gerade in der Nähe und zufällig hatte ich auch noch ein Taschenmesser dabei, was nicht oft der Fall ist, aber ab sofort öfters der Fall sein wird. So konnte ich ebenfalls in Sekunden die beiden Weidezaundrähte, die um den Hals des Lammes gespannt waren, durchschneiden und das Lamm befreien. Wiederum Sekunden später stand es wieder bei den anderen Schafen, als wäre nichts gewesen. Minuten später hatte es das alles schon vergessen.

Beneidenswert. Ich habe es bis jetzt nicht vergessen und werde auch noch eine Weile brauchen, mich von all dieser Schafsaction in der letzten Zeit zu erholen.

Aber Erholung ist nur das eine,

denn wichtiger ist es, dass ich weiter übe, zurechtzukommen mit all diesen Dingen – zu akzeptieren, dass sie passieren und meinen Einsatz fordern, ob im Schaf- oder Hühnerstall, mit unserem Hund, im und ums Waidlerhaus oder in unserem Leben jenseits von Haus, Hof und Tieren. Denn irgendwas ist immer. Garantiert.

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Frühling 2016

Frühling 2016

3. April 2016 – es ist unser zweiter Frühling in der Berger-Au. Der Schnee hat sich endgültig zurückgezogen. An einigen Stellen ist schon etwas grün auf den gelb-braunen Wiesenflächen zu entdecken.

Blick vom Haus entlang der Straße
Blick vom Haus entlang der Straße

Geben wir den Halmen noch etwas Zeit, ehe die kleinen Mäuler der Schafe die grünen Stengel abzwicken werden, um nach diversen Prozessen in ihren Mägen daraus Energie zu ziehen. Unsere fünf Lämmer, die schon gar nicht mehr so klein sind (Ostern ist ja auch schon vorbei) ahmen die älteren Tiere fleißig nach und mampfen morgens, mittags und abends fleißig mit Heu aus den Raufen im Stall. Ich hätte nicht gedacht, dass Schafe mit solcher Begeisterung altes Heu fressen und dass man trotz dieses kargen Mahls überleben kann; und dass diese Nahrung sogar ausreicht fünf Lämmer im Schafsbauch heranwachsen zu lassen. Das jedenfalls war kein Problem. Wir haben unsere fünf Schafe gut über den Winter gebracht. Und die Lämmer gedeihen ebenfalls.

In de Scheune lagert noch ausreichend Heu, so dass am Ende der ersten Saison festzuhalten ist, dass fünf Schafe für die Größe unserer Feuchtwiesen kein Problem darstellt. Wieder etwas gelernt – wie wir fast jeden Tag etwas dazu lernen dürfen. Das liegt durchaus auch daran, dass wir von all den Dingen, die wir jetzt hier versuchen, zu Beginn keine Ahnung hatten. Dazu gehört es auch, in Bezug auf viele kleinere oder größere Aufregungen abzuwarten und sich in Geduld zu üben.

Es ist fast ein Jahr, dass unsere kleine Hühner-Schar bei uns lebt. Angesichts unseres draufgängerischen Hahns (Arnie) hat sich das ein oder andere Huhn schon seinen Fuß verknacks, wenn der schwere Hahn sich auf es setzte, um es zu begatten. War die Sorge zu Beginn groß, so merkten wir bald, dass sich die Verstauchung von selbst wieder einrenkt.

Die eine Hälfte auf dem Weg in den Wald
Die eine Hälfte auf dem Weg in den Wald

Die Hühner haben sich wieder erholt. Das gilt auch für die Mauser, die uns zuerst in große Verunsicherung stürzte. Allein ein Huhn humpelt mittlerweile anhaltend. Da scheint auch unsere (immer noch nicht sehr ausgeprägte) Geduld nichts zu helfen. Aber solange es ab und zu an den Ausflügen unserer Hühner-Schar teilnimmt und begeistert frisst, soll uns das nicht weiter stören. Die Umzäunung ist weg, und so wandert der Hahn mit seinen Hennen über das ganze Grundstück und sucht auch mal im angrenzenden Wald nach Nahrung oder Schatten.

Arnie hält Wache
Arnie hält Wache

Bisher hat sich der Fuchs zurückgehalten – vielleicht schreckt auch ihn die stattliche Erscheinung von Arnie oder der Hunger war noch nicht groß genug…

Es ist zwar schon der zweite Frühling und so kommt uns der Frosch-Zaun mit der wechselnden Mannschaft, die die Eimer entlang des grünen Stoffs kontrolliert und gegebenenfalls die Frösche sicher über die Straße bringt, vertraut vor, aber für Vergleich zwischen den Jahren ist es noch zu früh.

Es braucht Zeit, und wieder ist Geduld gefragt. Letztes Jahr hat das Anpflanzen des Salats überraschend gut funktioniert. Dieses Mal will sich aus den Samen keine Pflanze entwickeln – zuminderst bis jetzt noch nicht (und wir haben es ja nicht so mit der Geduld).

Blick ins Gewächshaus April 2016
Blick ins Gewächshaus April 2016

Alles wiederholt sich einmal im Jahr. Das heißt aber auch, dass ich es nicht einfach so schnell wieder versuchen kann. Ich muss warten. Wenn ich das hochrechne, dann habe ich mit meinen 44 Jahren vielleicht 25 Mal die Gelegenheit das zu beobachten, ehe ich das bis dahin wahrscheinliche Rentenalter erreiche. Das klingt nach viel und ist es doch nicht. Unser Ahornbaum wird die Brücke, die das Landratsamt den Empfehlungen aus Brüssel entsprechend mit reichlich Leitplanken versehen hat, noch nicht in dem Maße verdecken, wie wir uns das ausgemalt haben.

Noch hat unser Ahorn kein Blatt
Noch hat unser Ahorn kein Blatt

Vielleicht hat sich der Umfang verdoppelt, aber seine Lebensspanne ist auf einen viel größeren Zeitraum ausgelegt. Etliche Dinge, die wir begonnen haben, werden ohne uns ihre Entwicklung fortsetzen. Wir sind nun einmal nicht das Maß aller Dinge – und das ist okay.

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