Herbst in der Bergerau und der Fels-Kanzel

Herbst in der Bergerau und der Fels-Kanzel

Schafe im Gegenlicht der gar nicht herbstlichen Sonne

Der Blick aufs Thermometer lässt einen eher an Anfang September denken – zumindest am Nachmittag, denn trotz gegenteiliger Behauptung der Wettervorhersage bedeckt in der Bergerau jeden Morgen Raureif das Gras, sind die Zäune bei den Schafen von einer dünnen Eisschicht bedeckt. Dann allerdings zeigt die Sonne eine ungewohnte Kraft für Mitte Oktober, und wie schon seit Monaten ist am Himmel kein Wölkchen zu finden, von Regen ganz zu schweigen. Das Gras reicht gerade noch für unsere genügsamen Schafe, vertrocknet aber langsam.

 

Sommerlicher Herbstanblick

Die Blätter an den Bäumen waren vorgestern noch grün, gestern gelb und heute sind sie bereits vom Wind durch die Luft gewirbelt, um es etwas überspitzt zu formulieren. Die Trockenheit beschleunigt den Wechsel von Herbst auf Winter, während gefühlt noch nicht einmal der Sommer zu Ende ist. Jackson hatte bisher wenig Grund in seine Hundehütte zu gehen, die wir mittlerweile hinters Haus gestellt haben, damit er die Hühner bzw. den Fuchs besser im Blick hat. Das setzt aber voraus, dass sich das liebe Federvieh nicht wieder an den Waldrand begibt. Denn von dort wurde vor kurzem eines der Küken weggeholt. Wir wissen nicht, ob es der Habicht oder der Fuchs gewesen ist. Eine Spur war diesmal nicht zu entdecken, aber am Abend fehlte eines der vier. Ich bin versucht zu sagen: immerhin war es ein Hahn, da sich das Geschlechterverhältnis mehr und mehr bei eins zu drei stabilisiert. Das heißt, auch für uns gibt es bald Hähnchenbrust.

Das nächste Projekt – aber nicht mehr in diesem Jahr

Rund ums Haus ist vieles für den Winter vorbereitet. Das Gipfelholz stapeln wir derzeit im alten Hühnerstall. Die Idee, die kleine Empore vor den Garagen mitsamt ihren Steinen abzutragen, um einen Lagerplatz für das Holz und die Äste zu haben, diese Idee haben wir ins nächste Jahr verschoben. Kein weiteres Projekt mehr – neben Studium und den bestehenden Herausforderungen! Dafür zwischendurch auch mal Zeit für einen längeren Spaziergang in der erstaunlich steinigen Bergwelt im sogenannten Felswandergebiet in unserer selbst gewählten Heimat.

Jackson noch etwas unsicher auf Fels

Das Felswandergebiet ist von uns aus nur zehn Minuten mit dem Auto entfernt. Jackson musste erst davon zu überzeugt werden, auf der Rückbank unseres kleinen blauen Autos Platz zu nehmen. Als einer von uns zuerst ins Auto geklettert war, kam er aber bereitwillig nach. Und er sah im Rückspiegel ganz zufrieden aus. Durch den Wald zu galoppieren, liebt er mittlerweile heiß und innig, aber auf glattem Fels mit seinen langen Beinen unterwegs zu sein, war eine neue Herausforderung.

Der Rundweg über die kleine und große Kanzel dauert nicht länger als zwei Stunden, ist aber gerade im abendlichen Herbstlicht extrem schön. Ohne das wir es bräuchten, aber so gibt es wieder einen Grund mehr, warum es sich lohnte, hierher zu ziehen.

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