Fertig!?

Fertig!?

…ist man zwar nie, wenn man ein Häuschen, Tiere und etwas Land drum rum hat, aber irgendwie haben wir das Gefühl, jetzt wirklich unser Waidlerhaus am Rande der Bergerau in Besitz genommen zu haben.

Nachdem wir beinahe alles einmal angefasst, umgedreht, ausgetauscht, versetzt, umfunktioniert, geputzt, aufgeräumt oder eben angemalt haben, ist der Vorgang der Aneignung oder weniger kapitalistisch ausgedrückt des Freundschaft-Schließens abgeschlossen. Heimisch fühlen wir uns schon länger hier am Rande des Nationalparks Bayerischer Wald. Die Freundlichkeit der angeblich so grumeligen Waidler hat viel dazu beigetragen; die Lage zwischen zwei Orten an der verbindenden Straße ohne direkte Nachbarn sicher auch.

Altes, neues Haus 4
Altes, neues Haus 4

Wir waren lange unschlüssig, was die Farbe anging und haben es ein Stück weit auch dem fachkundigen Rat des Maler-Teams überlassen. Es hat sich gelohnt – aus unserer Sicht und auch angesichts der bisherigen Rückmeldungen. Schwarze Schindeln, schwarz lasierte Holzverschalung (die je nach Lichtverhältnissen anthrazit wirkt) mit roten (Fenster-)Elementen sieht man nicht oft in der Gegend, aber es passt. Das Weiß der Front hin zur Straße ist ebenso geblieben wie rund um den Stall, so dass die Veränderung zwar spürbar aber auf den ersten Blick gar nicht so leicht zu identifizieren ist. Und auch das passt: denn wir wollen das Anfang der 1930er Jahre gebaute Haus in seiner Erscheinung auf jeden Fall erhalten, auch wenn das bedeutet, dass wir im Winter wieder mehrere Lagen Kleidung übereinander tragen müssen und das Verlassen des Wärme-Radius der einzelnen Öfen mit einem massiven Temperaturgefälle verbunden ist.

Schafe beim Chillen
Schafe beim Chillen

Als wärmendes Hilfsmittel haben sich die Schafsfelle bereits bewährt und so fällt es uns ein klein wenig leichter, die vier ausgewählten Tiere auch wirklich nächstes Wochenende dem Landmetzger mitzugeben.

Schafe machen Pause
Schafe machen Pause

Die fünf Lämmer und fünf Schafe machen einen ganz zufriedenen Eindruck, wenn sie sich über das für Mitte Oktober immer noch satte Grün hermachen. Wir haben sie gestern bewusst einmal frei über die Wiesen laufen lassen, damit sie sich selbst die besten Stellen heraussuchen können. Schafs-like wurde zunächst das nähere Umfeld abgegrast, immer wieder wurde lange überlegt, um dann plötzlich doch in geballter Mannschaft und schubsend das Gras in unmittelbarer Nähe zum Haus abzumähen. Ein paar Minuten später standen dann alle im Hühnerstall und guckten aus dem Fenster bzw. machten sich über die verbliebenen Hühnerpellets her, bis kein Krümmel mehr in der Schüssel war. Mit kugelrunden Bäuchen ließen sie sich gut zurück in ein abgezäuntes Areal direkt am Heustadl treiben, um erst einmal ausführlich wiederzukäuen und sich von den Abenteuern zu erholen.

Schafe machen Pause 2
Schafe machen Pause 2

Die Hühner haben sich derweil im angrenzenden Wäldchen versteckt – noch immer beeindruckt von ihrem Erlebnis mit dem Falken. Dieser hatte es zwar weniger auf unsere großen Australorps abgesehen als auf die Küken, versetzte aber die ganze Population in Aufregung.

Im Ergebnis bleibt festzuhalten, dass allein die Glucke mit ausgebreiteten Schwingen die Verteidigung übernommen hat (erfolgreich übrigens, wenn auch mit Unterstützung von Silke, die gerade rechtzeitig aus der Tür herausgeeilt war). Arnie, unser Macho-Hahn, hat sich verdrückt. Eier legt derzeit übrigens keines unserer Hühner; die einen sind wohl schon zu alt, die anderen noch zu jung – und außerdem ist jetzt eh Herbstmauser angesagt. Unsere landwirtschaftlichen Geräte sind bereits für den Winter gerüstet.

Winterfest
Winterfest

Dann üben wir uns mal wieder in Geduld.

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