Winterstall und GaragenWintersonne wirft lange SchattenHeustadl und Winterstall
Die Januarsonne steht tief und schafft es auch mittags nur knapp über die hohen Bäume. Lange Schatten auf der Nordseite von Haus, Garagen und Winterstall.
Einfahrt ist frei geschaufelt.
Flächendeckend Schnee am Haus, auf unseren Wiesen und in der Bergerau. Schön schaut’s aus und hellt die kurzen Tage und langen Nächte auf.
Für Bewegungsfreiheit schaufeln wir uns Pfade durch den Schnee ums Haus herum.
Der Pfad auf der Südseite des Hauses führt zu Hühnerstall, Garagendach, Batterieraum und Schafstall. Die Hühner schauen nur zeitweise raus aus ihrem Winterstall. Hund Jackson rollt sich nach einer Tour durch den Schnee auf seinem Kissen in der warmen Küche zusammen. Katze Haru liegt in der Hausscheune gerne auf einem Schaffell oder in einem Heuhaufen. Die Schafe finden kaltes Winterwetter absolut prima und wissen doch auch ihr trockenes Heubett im Stall zu schätzen.
Soweit eine Momentaufnahme vom Januar 2026. Im und ums Waidlerhaus wird es noch viele Wochen weitergehen im Wintermodus. Doch die Sonne wird nach und nach auf höheren Bahnen kreisen und die Tage länger werden. Und dann wird es Frühling.
Vier Nächte hintereinander hatte es jetzt minus 18 Grad, als Jackson und ich unseren Morgenspaziergang absolvierten. Eingepackt in mehreren Schichten und mit viel zu langen, aber dafür wärmenden Haaren trotzten wir der Kälte. Allerdings musste ich zu Beginn immer erst einmal den Schnee aus den Zwischenräumen seiner Pfoten massieren, ehe wir schnellen Schrittes über harschen Schnee bedeckt von einer fluffig leichten Flockendecke unsere 45 Minuten Runde absolvieren konnten. Zurück am Haus bedeckte regelmäßig eine Eisschicht Jacksons Schnauze und meinen Jackenkragen.
Viel Schnee liegt nicht, aber der ist tiefgefroren
Die Kleine Ohe ist teilweise von Eis bedeckt
und so hat der Biber derzeit kein leichtes Leben
Mit dem schnellen Aufwärmen in der Stube war es nach unserer morgendlichen Rückkehr aber erst einmal nichts. Denn die frostigen Außentemperaturen ließen auch in der Wohnküche und auf Jacksons Schlafsofa die Temperaturen auf knapp über 12 Grad fallen, nachdem die Glut im Herd in der Nacht erloschen war. Also hieß es morgens wieder einheizen, ehe sich der Hund ein wenig aufwärmen konnte. (Ich hatte das Glück, in die Schlafküche im ersten Stock wechseln zu dürfen, wo ich mich vor den wärmenden Pelletofen stellen konnte, der sich redliche Mühe gab, die einstelligen Temperaturen im Schlafbereich auf ein erträgliches Maß anzufeuern.) Ganz so bedrohlich, wie es sich bisher lesen mag, war es dann aber doch nicht. Wir haben in der letzte Woche immer alle Öfen angeschmissen und innerhalb von zwei Stunden abgesehen vom Flur (und gewollt der Speisekammer) das Haus einigermaßen warm bekommen. Allerdings durften wir in unseren Bemühungen nicht nachlassen, was wiederum zur Folge hatte, dass ich mit dem Zersägen und Spalten der großen Baumstücke kaum hinterhergekommen bin. Aber noch ist Käferholz hinter den Garagen übrig und wird bis zum Frühsommer reichen.
Zweimal nur konnte ich kurz in der Sonne sitzen
Interessanterweise war es mit dem Schnee dieses Jahr ganz anders als erwartet. Bei uns hatte sich knapp ein Meter angesammelt, ehe der Regen die weiße Pracht dahinschmelzen ließ. Dabei hätte ich gewettet, dass wir dieses Jahr bis Ostern auf die Frühlingsblüten hätten warten müssen. Dann kam die Kälte, die vor allem im Norden Deutschlands Schneemassen mit sich brachte und bei uns nur für einen weißen, flauschigen Belag sorgte, der kaum ausreichte, um die Loipen wieder in Form zu bringen. Allerdings ging die Waldhäuser-Runde immer. Der Frost über die letzten fünf Tage hat zwar das Wasser in der Bergerau teilweise zum Erstarren gebracht und für ungewöhnliche Eisfälle der Kleinen Ohe unter unserer überdimensionierten Straßenbrücke gesorgt, aber viel Neuschnee war bei uns nicht hinzugekommen, auch wenn es in der Luft so aussah. Denn der Wind blies wiederholt die leichten, unverklumpten Schneeflocken aus ihrer Ruheposition wieder in die Luft oder von den Bäumen.
Eisfälle an der Kleinen Ohe
Die Sonne lockt alle ins Freie
so auch unsere Hühner
Und schon war sie wieder weg
Glasfaseranschluss am Haus
In den Nächten war es meist sternenklar, während tagsüber Wolkenschleier die wärmenden Sonnenstrahlen nur als diffuses Licht bei uns ankommen ließen. Die Möglichkeit, sich vor den schwarzgestrichenen Schindeln in die Sonne zu setzen, war rar. Wenn gegeben aber herzlich willkommen. Kein Wunder, dass ich bei meinem Sonnenbad im Gemüsegarten nicht lange allein blieb und die Hühner zumindest überprüfen wollten, ob nicht etwas Essbares für sie abfallen könnte. Ihre Arbeit im Gewächshaus haben sie bereits verrichtet und den dortigen Boden ordentlich umgekratzt und von allen Schneckeneiern befreit. Das passt gut, denn die Pflanzsaison im geschützten Rahmen steht angesichts des Wetterumschwungs unmittelbar bevor.
Glasfaseranschluss im Haus
Den Dieselgenerator haben wir in diesem Winter bestimmt schon ein Dutzend Mal anwerfen müssen, sonst wäre es mit dem Strom im Haus nicht weit her gewesen. Wir haben zwar keinen Stromanschluss aber mittlerweile Glasfaser. Dem Homeoffice steht also nichts mehr im Wege. Dabei dürfen aber die Tiere nicht vergessen werden. Heute haben wir wieder einen Teil des Heus in der Scheune durch das große Tor mit einer Plane zum Schafstall transportiert. Wenn meine ursprüngliche Befürchtung mit dem anhaltenden Schnee tatsächlich wegschmilzt, dann müsste es reichen. Haru hat übrigens in ihrer Katzenkiste auch ein Schaffell und eine Pelzdecke dazu. So kann sie es trotz der Temperaturen in der Scheune gut aushalten.
Reste der Holzverarbeitung und des Heu-Transports
Haru hat die Scheunentür wieder für sich
Haru guckt aus ihrem Loch
Den Schafen waren die frostigen Temperaturen nur recht angesichts der juckenden Wolle und die Lämmer gedeihen prächtig. Davon abgesehen merkt man den Älteren an, dass die Weidesaison bitte bald beginnen sollte. Denn sie sind unleidig und weder durch Heu noch durch Pellets lange zu beruhigen. Vor allem Elviras forderndes Gebähe (sie ist nicht umsonst das schwarze Schaf) ist kaum auszuhalten. Die Pläne für die diesjährige Schlachtsaison stehen deshalb schon fest. Und dann ist erst einmal Pause mit Schaf-Nachwuchs. Bei den Hühnern sind wir uns nicht so sicher, ob wir nicht doch im Frühsommer den Brutapparat anwerfen sollen/müssen, weil unsere vier Hennen sich nicht einsperren lassen und damit leider auch Fuchs und Habicht freien Zugriff haben…
Nichts ahnend war heute Morgen, 28. Februar, lautes, aber sehr hohes Gebähe neben all den bekannten Tönen aus dem Schafstall zu hören. Überraschenderweise stand neben Elvira ein weiteres Lamm. Klein und ziemlich wackelig hat es schon mehrmals verucht bei Mama zu trinken, aber so richtig viel Milch schient auch Elvira nicht zu geben. Wie mir scheint, hat die Kleine jedoch einen extremen Lebenswillen. Denn sie hält sich wacker auf ihren dünnen Beinen. Was die Farbe von Lamm Nr. 6 (Ellie) angeht, so bleibt Elvira das einzige, schwarze Schaf in der Familie;-) Quinta entwickelt sich zwar langsam aber stetig. Möge das auch für Ellie gelten. Wir bleiben optimistisch.
Quinta macht Pause
Stehen geht gerade so
aber nur kurz um bei Mama Elvira zu trinken
Morgen soll es übrigens zehn Grad warm werden (und damit wieder grün;-)
Der Grün-Weiß-Wechsel setzt sich übrigens fort. Gestern und heute Nacht sind über 25 Zentimeter Schnee zusammengekommen. Ich musste die Solarpanelen mehrmals und mit ziemlich viel Kraft von ihrer Schneeladung befreien. Dass der kalendarische Winter ab übermorgen (es ist Schaltjahr;-) vorbei ist, merkt man dennoch. Denn trotz Schneefalls war ausreichend Tageslicht vorhande, um die Batterie wieder etwas aufzuladen. Den Dieselgenerator haben wir schon seit einem Monat nicht mehr angeworfen – und insgesamt in dieser Saison drei Mal. Hoffentlich wird es kein weiteres Mal mehr nötig sein. Den Traktor habe ich gestern und heute aber sehr wohl gebraucht. Und so türmen sich zum zweiten Mal nach dem ersten Wintereinbruch Ende November die Schneeberge rund um unsere Einfahrt.
Zwei Tage befriedigte der Schnee das allgemeine idealtypische Gefühl des Winters; zwei Tage durfte/musste ich die Wege rund ums Haus frei schippen, die Solarzellen vom Schnee befreien und den Platz vor den Garagen mit dem Traktor freiräumen; zwei Tage nutzten die Kinder in Neuschönau, Forstwald oder Haslach die rund 15 Zentimeter weißen Pulvers, um mit den Schlitten die kleinen Hänge hinunter zu düsen und den Berg wieder hinauf zu stapfen. Ab heute Nacht ist es wohl vorbei mit der weißen Pracht. Es soll die nächsten fünf Tage durch regnen.
Es ist nicht so, dass der Boden im Nationalpark Bayerischer Wald nicht dringend Wasser gebrauchen könnte; unsere Quelle läuft nur noch als kleines Rinnsal in den Wasserbottich – meist unter dem Eis hindurch, da dieser die meiste Zeit zugefroren war. Angesichts der Temperaturen in der Nacht in der Regel weit unter dem Gefrierpunkt war bish jetzt auch die Erde hart wie Eis und konnte deshalb kein Wasser aufnehmen. Wenn es also die nächste Woche so ausgiebig regnen muss, dann doch bitte bei echten Plusgraden, die den Boden auftauen und für das Wasser empfänglich werden lässt.
So sieht die Welt also außerhalb aus
Mutter und Sohn
Wer bin ich und was mache ich hier noch mal?
Die Tanten und potentiellen Mütter
Mit der ersten, richtigen Menge Schnee in diesem Winter kam auch unser erstes Lamm der diesjährigen Saison (spät aber doch;-). Vielleicht hat den kleinen Bock der Schnee interessiert, so dass er in der Nacht die sichere, aber schon ein wenig enge Bauchhöhle der Mutter verlassen hat. Courage, das Mutterschaf, benimmt sich wie eine vorbildliche Mutter, nachdem es bei den letzten Geburten nicht so einfach verlaufen ist. Mal sehen, welche der Mütter die nächste ist; oder ob unsere Geduld erneut auf eine ausgiebige Probe gestellt wird. Wir werden sehen…
Gerade rechtzeitig haben die Schafe ihre letzte Weiderunde beendet und kürzen nun das Gras rund um ihren Winterstall – sofern der Schnee die verblichenen Halme nichtdauerhaft zudeckt.
Noch schnell das Gras abfressen, ehe der Schnee alles bedeckt
Jetzt ist der Schnee den Schafen doch zu viel geworden
Dann chillen wir halt rund um den Winterstall
Jetzt beginnt wieder Zeit, in der man die Solarpanelen vom Schnee befreien muss, um Strom zu haben
Der erste Schnee in diesem Winter ist nach unserer mittlerweile fünfjährigen Erfahrung hier in Altschönau weder besonders früh noch besonders spät dran. Im letzten Jahr blieb der Schnee Anfang Dezember dauerhaft liegen. Wir gehen mal davon aus, dass der heutige Schneematsch morgen schon wieder weg ist und ich nicht die Solarpanelen vom Schnee befreien muss, um wieder ein bisschen Strom in die Batterie zu bekommen. Den Dieselgenerator hatten wir vorsichtshalber schon einmal angeworfen; und nach ein bisschen Starthilfe sprang er sogar an.
Der erste Schnee rund ums Haus
Der erste Schnee rund ums Haus
Der erste Schnee rund ums Haus
Schnee auf dem Rosenkohl
Der erste Wintereinbruch passte mit unserem Timing gut zusammen. Der Holzwagen als Sommerunterstand für die Schafe ist an seinem Winterplatz, die Blätter zusammengerächt und die hochgeschossenen Bambusstangen sind abgeschnitten und verräumt. Im Gemüsegarten stehen neben dem Rosenkohl nur noch ein paar Salatpflanzen und trotzen dem ersten Schnee.
Die Hühner im Winterstall
Die Hühner sind vor ein paar Tagen freiweillig in ihr Winterquatier gewechselt. Der alte Stall mit Mauern aus großen Steinen schließt unmittelbar ans Haus an und bietet der kleinen Hühnerschar mehr Wärme als der hölzerne Sommerverschlag. Angesichts ihrer Mauser und der letzten Erfahrung mit dem Habicht hat das liebe Federvieh in den vergangenen Tagen auch ohne Schneeflocken wenig Lust verspührt, nach draußen zu gehen. Die Eierproduktion fällt zur Zeit dementsprechend spärlich aus.
Jackson nach dem Morgenspaziergang
Nur Jackson will – ob Schnee oder Regen – auf seine morgendlichen und abendlichen Runden nicht verzichten, um danach so richtig schön schlafen zu können. Denn am Morgen oder im Laufe des Vormittags brennt dann auch im Ofen ein knackendes Feuer, das langsam die Küche und das Wohnzimmer erwärmt.
Rauch aus dem Kamin
Irgendwie ist alles im Moment ganz stimmig, wenn wir es schaffen, uns nicht von den vielen Kleinigkeiten stressen zu lassen. Denn der nahende Winter verbreitet neben Feuchte und Kühle auch eine angenehme Behaglichkeit.
Sonne, Schnee, Regen, Graupel und Wind – das Wetter scheint sich um einen Monat vertan zu haben. Dem Wetterbericht zufolge soll es so bleiben, aber wieder ein wenig kälter werden. Das lässt hoffen, dass dann im April bereits der Mai Einzug hält. 😉
Aprilwetter im März
In den letzten Tagen ist der Schnee merklich zusammengeschmolzen. Vor allem der Regen hat die kompakte Masse auf weniger als 30 Zentimeter schrumpfen lassen. An den sonnigen Stellen schaut bereits der Waldboden oder wie im Bild rechts das Frühlingsbeet unseres Gemüsegartens heraus. Wenn ich bei meinen morgendlichen Spaziergängen mit Jackson einmal nicht allzu tief einsinken will, bleibt nur die Straße oder die Langlaufloipe als Alternative übrig. Letztere ist zum Glück über die Wochen so fest zusammen gedrückt, dass man zwar nicht mehr mit Skiern darauf laufen aber gut zu Fuß gehen kann.
Der Wind hat viele Äste heruntergeweht, die der Schnee jetzt frei gibt
Außer im Gewächshaus hat noch keine Pflanze eine echte Chance
Der bereits freie Weg für die Hühner
Der Winter-Igel-Bus fährt heute zum letzten Mal, dann ist bis zum Sommer Pause
Da war doch der Hirsch
Ende Februar waren Jackson und ich auf hart gefrorenem Schnee die Bergerau hinein in den Wald gestapft und haben den Hirsch wieder getroffen, den unser Hund vor ein paar Wochen beschlossen hatte, im Wäldchen hinter unserem Haus zu stellen – danach und sicher auch die nächste Zeit war Jackson immer an der Leine und so verlief das Wiedersehen in der Bergerau ziemlich kurz und undramatisch. Damals musste ich mit den Schneeschuhen hinter ihm her stapfen, um ihm am Ende dazu zu bekommen, sich hinzusetzen und mit der Leine zurück zum Haus führen zu lassen.
Das Wasser ist noch ein bisschen kalt
Warum darf ich nicht wieder in den Wald?
Wann gibt es endlich etwas?
Immerhin lässt sich der Fuchs nur noch in der Früh blicken, und so genießt unsere Hühnerschar unter den wachsamen Augen des Hahns ihren Auslauf auf den bereits grünen Wegen ums Haus. Ob Winter oder Sommer am meisten taugt es ihnen, wenn sich die Tür zur mittlerweile nicht mehr vorhandenen Terrasse öffnet und Silke oder ich die Reste vom Mittagessen mit ihnen teilen. Dann fliegt die ein oder andere Henne schon einmal quer über den Schnee zur Fütterungsstelle.
Geteilte Freude ist in diesem Fall achtfache Freude
Das laute Bähen der Schafe, sobald man sich dem Stall nähert und sie nicht unmittelbar zuvor, eine Ladung Heu oder Pellets verpasst bekommen haben, lässt vermuten, dass auch unsere Schafe sich auf die Zeit der grünen Wiesen freuen. Ansonsten geht es allen auch den fünf Lämmern ziemlich gut. Hanabi hingegen hat mit ihrer Niereninsuffizienz zu kämpfen. Die Inkontinenz ist dank der Hormontabletten aber besser und ermöglicht uns allen wieder ein Durchschlafen in der Nacht. Kurzzeitig sah es so aus, als ob sie ihren 17. Geburtstag am 5. April nicht mehr erleben würde. Jetzt wirkt sie beim kurzen Spaziergang aber wieder ganz munter.
Ich riech doch etwas
aber was, weiß ich nicht genau
irgendwie erinnert es an früher
Schnee und Matsch und ein weißer Hund
Die ersten grünen Stengel in unserem Gemüsegarten deuten auch bei uns auf den Beginn des Frühlings hin. 27 Mal haben wir in diesem Winter den Dieselgenerator anwerfen müssen. Ich bin zwar oft zum Schneeschieben aufs Dach zu den Solarzellen, aber der Dezember und Januar waren ziemlich dunkel mit viel Schnee. Wir sind gespannt, ob wir in den nächsten Monaten mit der Batterie ohne Generator über die Runden kommen. Der Februar war diesbezüglich schon recht vielversprechend.
Jetzt ist endlich all der Schnee von den Dächern gerutscht
Außer im Gewächshaus hat noch keine Pflanze eine echte Chance
Noch fehlen die Blätter und es bleibt abzuwarten, ob unser Bergahorn dieses Mal ein bisschen wachsen will
Es ist also einiges schon fast Routine. Was liegt also näher als wieder eine Herausforderung zu suchen. 😉 An den Orten, die ich in meinem bisherigen Leben etwas näher kennenlernen durfte, ob München, Tokio, Seoul oder Pjöngjang, hat sich immer die Möglichkeit eröffnet einen Marathon zu laufen. Warum also nicht einmal die 42km-Runde im Wald ausprobieren:
Angemeldet bin ich, und die Zeit reicht zum Glück nicht mehr aus, um sich so richtig vorzubereiten. Das nimmt den Druck – hoffe ich. Wir werden sehen…
Die längst Nacht des Jahres steht uns noch bevor. Doch schon jetzt sind es 50 Zentimeter Schnee, der sich rund ums Haus angesammelt haben. Das sieht zwar schön aus, ist aber mit viel Schneeräumen verbunden. Und ohne unseren Traktor, also die diesel-betriebenen Hilfsmittel, wäre es unmöglich, den Weg bis zur Straße frei zu bekommen. Es sind gut 50 Meter, die vom Schnee befreit werden müssen, damit Silke zu ihrer Arbeit im Pflegeheim oder der Pflege-Schule kommt und ich nach München zum BR.
Wenn am 21. Dezember nach dem Kalender der Winter beginnt, wird die Schneehöhe wohl weiter angewachsen sein. Zum Glück haben wir Platz vor den Garagen, um die Schneemassen an die Seite schieben zu können. Allein das Schneeschild an der Vorderseite unseres Traktors reicht dafür nicht mehr aus. Mit Hilfe der Schaufel, an der Rückseite des Traktors angebracht, müssen die Schneeberge an die richtige Stelle transportiert werden. Dann hat auch Haru (Frühling) wieder eine Chance durch den Schnee hinaus ins Freie auf Mäusejagd gehen zu können.
Haru testet den Schnee
…ohne freigeschippten Weg gehe ich nicht hinaus
…und auch dann nur ganz vorsichtig
Die Loipen sind alle gespurt, aber Joggen ist nur mehr eingeschränkt möglich. Nach drei Wochen krankheitsbedingter Pause musste es dennoch sein. Die schmale Straßenmitte, die der Schneepflug frei geräumt hat, müssen sich Hundebesitzer mit Spaziergängern (Joggern) und den Autos teilen.
Dieser Weg musste mit Muskelkraft geschaffen werden
Mitte Dezember sind es schon 50 Zentimeter
wie dieses Bild beweist
Die „Vor-Winterzeit“ bringt Ruhe mit sich. Der Schnee zwingt die Waldarbeiter mit ihren Motorsägen zu pausieren und dämpft die Geräusche der vorbeifahrenden Autos, die angesichts der Straßenverhältnisse tatsächlich langsamer fahren. Urlauber sind in dieser Zwischenzeit ohnehin nicht da. Allein wir durchbrechen die Stille einmal am Tag für eine gute Stunde. Dann nagelt unser Diesel, um Strom in die Batterie zu leiten und die Waschmaschine zum Laufen zu bringen. Denn mit Solarstrom ist gerade kein Staat zu machen und Strom aus der Steckdose gibt es ja bei uns nicht. Ohnehin hat der Laderegler wohl einen Kurzschluss zuviel abbekommen – unserer Laienmeinung zufolge. Einen Experten für Solar-Insellösungen zu finden (im Idealfall hier in der Nähe auf dem Land) ist schwierig und einen Termin auszumachen noch schwieriger. Nächste Chance 9. Januar 2018. Bis dahin muss ich mir immerhin keine Gedanken über den Schnee auf den Solarmodulen machen. Das ist aber auch der einzige Vorteil.
Die wenigen Schneeflocken bleiben auch an den Spinnenfäden hängen
Waren es gestern nur einige, wenige Flocken, die vom Himmel fielen und auch nur auf dem Hügel hinter Altschönau liegen blieben, beziehungsweise sich in den übrig gebliebenen Spinnweben verfingen, so sieht es heute tatsächlich nach Winter aus.
Blick aus der Haustür
Straße nach Altschönau – es wurde schon gestreut
Die Halme der Wiesen ragen noch deutlich aus dem Schnee
Das gilt auch für unseren, frisch begrünten Aufgang zum alten Stall
Die spätsommerlichen Temperaturen in den vergangenen Wochen hatten zahlreiche Wetter-Pessimisten auf den Plan gerufen, die ein Ausbleiben des Winters prognostizierten. Auch wenn es jetzt rund ums Haus weiß-grün-gesprenkelt aussieht, ist es immer noch Herbst, und es ist definitiv zu früh, eine Aussage über den kommenden Winter zu treffen, aber der Blick aus dem Fenster ist eine schöne Abwechslung.
Start bereit für den richtigen Winter
Ungeachtet, was man bezogen auf das Wetter glauben mag, haben wir vorsichtshalber unseren Traktor winterfest gemacht. Die Wiesen sind gemäht und deshalb hat er ohnehin im Moment keine andere Verwendung, als auf seinen Einsatz als Schneepflug zu warten. Im letzten Jahr haben wir mit seiner Hilfe das Areal von der Straße bis zu den Garagen erfolgreich vom Schnee befreit. Allerdings blieben die angekündigte Schneemassen aus. Mal sehen, was uns heuer erwartet.
Jetzt müsst Ihr uns füttern – scheint der Blick zu sagen
Unseren Waldschafen scheint der Schnee nicht allzu viel auszumachen. Und Elb, der Schafsbock, hat, nachdem „die Neuen“ alle durchprobiert sind, sich wieder auf seine Halbschwester Marple besonnen.
Marple schaut um die Ecke…
gefolgt von Elb, der derzeit sehr interessiert zu sein scheint…
Marple weniger…
aber noch bilden sie ein schönes Paar
Waldschafe sind a-saisonal. D.h. sie können sich jederzeit zusammenfinden, trächtig werden und Lämmer gebären. Elb allerdings muss sich beeilen, will er seine Gene noch weitergeben. Heute Nachmittag kommt der Metzger – schweren Herzens, aber wir haben uns fest vorgenommen, unseren Tieren ein angenehmes Leben zu ermöglichen, bis sie entsprechend unserer Bedürfnisse auch geschlachtet werden können. Soweit die Theorie…
Hanabi wirft einen skeptischen Blick vor dem Morgenspaziergang auf den Schnee
Wie für alle Hundebesitzer ist es auch für uns die erste Pflicht an jedem Morgen, den Hund spazieren zu führen. Angesichts unserer Umgebung hier im älteren Teil des Nationalparks Bayerischer Wald ist das in der Regel ein großes Vergnügen. Eine Einschränkung betrifft weniger das Wetter als die Laune unseres Hundes: denn Hanabi hat mittlerweile (sie ist ja immerhin schon eine 13-jährige Hundedame) keine Lust mehr auf tiefen Schnee – schon gar nicht am Morgen. Aber es hilft nichts. Die Wege sind nicht geräumt und werden es auch nicht sein, wenn wir es nicht selbst erledigen. Also fest eingemummelt, denn die weißen Flocken fallen noch immer vom Himmel und dann den widerstrebenden Hund nach draußen gezogen.
Warum habe ich eigentlich nichts zum Anziehen?
Vor dem Gang in den Schnee
Der Blick zurück auf unseren schneebedeckten Weg, dem am besten der Traktor wieder befahrbar machen kann
Hier kommt zum Glück der Schneepflug – irgendwann;-)
Schon jetzt ist klar, dass die Aufgabenliste mit dem morgendlichen Hundespaziergang noch nicht abgearbeitet ist. Die 20 cm Neuschnee bedeuten: Schneeschaufeln ums Haus herum, dann die Solarzellen auf dem Garagendach vom Schnee befreien und zuletzt mit dem Traktor den Weg von den Garagen bis zur Straße freiräumen. Auch wenn die Sonne nicht nur wegen der frühen Stunde kaum zu erkennen ist, müssen wir auf die Kraft der Sonnenstrahlen setzen, um Licht im Haus zu haben, die Waschmaschine anstellen zu können oder Musik zu hören. Wir sind hier im Waidlerhaus nämlich nicht ans Stromnetz angeschlossen. Stattdessen haben wir eine Batterie in einer der Garagen stehen und Solarzellen auf dem Dach.
Nachdem der Hund versorgt ist, wird die Leiter und die umgedrehte Schneeschaufel mit Gummiaufsatz aus der Garage geholt und dann geht es Paneele für Paneele darum, das Silizium und seine schützende Schicht wieder freizulegen.
Das Werkzeug steht bereit, jetzt geht es aufs Dach
Dann einmal los und fleißig Schnee herabgeschoben
Den Rest müssen die Strahlen der noch nicht besonders starken Sonne erledigen.
Nach der Arbeit das Vergnügen: in diesem Fall mit einem technischen Hilfsmittel. Der Traktor soll zwar ab dem Frühsommer auf den Wiesen und rund ums Haus dem Grün zu Leibe rücken, aber mit einem Schneeschieber kommt er schon jetzt zum Einsatz. Und das Schneeräumen macht auf einmal richtig Spaß.
Silke bei ihre Lieblings-Winterbeschäftigung
Die Arbeitsverteilung ist übrigens zufällig und die Fotos eher der Frage geschuldet, wer gerade das Smartphone wann zur Hand hat. An diesem Morgen war ich mit Traktorfahren dran, aber es fehlte das Bild und auch das Video…
Die ganze Aktion rund um den Schnee hat übrigens rund anderthalb Stunden gedauert. Der Hund freute sich über das freie Stück Land und nutzte die Eiskruste um sich ordentlich den Rücken zu schubbern.
Währenddessen fallen die Schneeflocken weiter und es ist bereits abzusehen, dass der Kampf gegen den Schnee nur kurzzeitig gewonnen ist. Aber das gehört einfach dazu und noch können wir das alles mit viel Freude bewerkstelligen.