Lebensdauer

Lebensdauer

Es ist nachts noch immer sehr kalt bei uns in der Berger-Au. Während in St. Oswald und Altschönau der Schnee weitgehend den Rückzug angetreten hat, sind bei uns große Teile der Wiese noch weiß. Die Kleine Ohe transportiert nicht nur Schmelzwasser von den Berghängen unterhalb des Lusen sondern bringt auch ordentlich Kälte mit.

wer genau hinsieht, kann außerdem ein paar grüne Spitzen erkennen
Gelbe Winterlinge – wer genau hinsieht, kann außerdem ein paar grüne Spitzen erkennen

Erst jetzt sind im Frühlingsgarten und im künftigen Gemüsebeet vor dem Haus kleine grüne Spitzen zu erkennen. Die Winterlinge trotzen auch sieben Grad minus, die eine wolkenlose Nacht mit sich bringt und alles wieder mit Rauhreif überzieht, so dass während unserer Morgenspaziergänge mit Hanabi der Schnee unter unseren Schuhen knirscht.

...und strahlend blauer Morgenhimmel
…und strahlend blauer Morgenhimmel

Am 5. April wird unsere canine Begleiterin, die mir in ihrer Jugend durch die Alpen von Gipfel zu Gipfel gefolgt ist (notfalls im Rucksack;-), die mit uns nach Japan geflogen ist und dort all unsere Reisen mit dem kleinen Auto geduldig durch das Land der aufgehenden Sonne mitgemacht hat, ehe sie anstandslos den langen Flug überstanden und ein langweiliges Leben in Unterschleißheim angetreten hat, um ihrem Namen entsprechend in den Bayerischen Wald in ein Haus mit viel Wiese drum herum überzusiedeln – am 5. April wird Hanabi „von der Buddelwiese“, so ihr tatsächlicher Züchtername, 14 Jahre alt und macht ihrem Namen noch alle Ehre. In den letzten Monaten wurde es mit der Orientierung schwieriger, ein Ohr scheint taub geworden zu sein und das eine Auge immer trüber zu werden.  Wenn man das von einem Hund sagen kann, dann würde ich behaupten, sie hat ein erfülltes und schon jetzt langes Leben gehabt und kann ihre hoffentlich vielen weiteren Jahre auf unserer kleinen Farm genießen.

 

Ein kurzes Leben

Zum Leben gehört aber das Sterben, das zu sehr unterschiedlichen Zeiten Mensch wie Tier ereilen kann. Zurück vom Joggen schien es mir, als ob eines unserer Schafe tatsächlich lammt. Ausgerechnet das im Vergleich zu den anderen schlanke, unerfahrene Schaf versuchte ein Lamm auf die Welt zu bringen und schaffte es erst zu spät, das kleine Bocklamm aus dem Geburtskanal in die Freiheit zu entlassen. Das fertige Schaf in Kleinformat mit gelocktem Fell, Klauen, Ohren, Schwanz, alles dran, war schon erstickt.  Dem ersten der hoffentlich noch zahlreichen Lämmer war nur ein Leben von wenigen Sekunden vergönnt.

Immerhin, zu unserer Erleichterung, hat das verhinderte Mutterschaf alles gut überstanden. Schon Minuten nach den Anstrengungen ging es wieder zusammen mit den anderen den gewohnten Dingen nach, als wäre nichts gewesen.

Nummer 1 hatte nur wenige Sekunden zu leben

Wir haben uns entschieden, sowenig wie möglich in das Leben der Schafe einzugreifen und es damit der Natur zu überlassen, ob ein Lamm es schafft und dann vom Mutterschaf angenommen wird oder nicht. Aber all das fällt nicht leicht. Nummer 1 liegt jetzt im Wald und dient in der für die Raubtiere der Wildnis schwierigen Zeit des ausgehenden Winters als Überlebenshilfe.

Ruhe in Frieden kleiner Elb-Nachkomme
Ruhe in Frieden kleiner Elb-Nachkomme

 

Nachtrag 29. Februar:

Nummer 1 hatte es nicht geschafft. Aber wenige Tage später wurde ein weiteres Lamm geboren. Wieder ein kleiner Bock und quietschlebendig. Die Schafsmutter kümmert sich hervorragend.

Lamm Nummer 2 seitlich Lamm Nummer 2

Es tut gut zu erleben, dass dieses Mal alles geklappt hat.

 

Nachtrag 3. März:

Es wurde noch zwei Mal Zwillingslämmer geboren und so turnen mittlerweile fünf Lämmer durch unseren Schafstall  :-))  Der reinste Kindergarten. Bildmaterial wird demnächst nachgeliefert.

 

 

 

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